Flugreisen
So bekommen Sie Ihren verlorenen Koffer zurück
Der Verlust von Gepäckstücken auf Flugreisen zieht für Passagiere ein lästiges Prozedere nach sich, das im schlimmsten Fall mit dem Kampf um Entschädigung endet. 2009 landeten weltweit immerhin 25 Millionen Koffer und Taschen nicht dort, wo sie ankommen sollten. Morgenpost Online erklärt, welche Rechte Fluggäste in solchen Fällen haben.
Elena Elkhanova - hier mit einer Kofferbeförderungswanne - ist Kundenbetreuerin des Bagage Control Centers am Frankfurter Flughafen.
Spätestens dann, wenn die letzten Mitreisenden draußen in den Armen ihrer Angehörigen liegen, wenn selbst die Reinigungskräfte den inzwischen leeren Flieger verlassen, und wenn man einsam wie der letzte Trottel auf das nun abgestellte Gepäckband starrt, kann man sich sicher sein: Der Koffer ist weg. Nach langer Reise ist man zwar in der Heimat angekommen, aber nicht vollständig.
Mit dieser traurigen Gewissheit beginnt ein lästiges Prozedere, das in jedem Fall mit dem Gang zur Gepäckermittlung beginnt und im schlimmsten mit Gerangel um Entschädigung endet. Und es ist ein Gefühl, das einsam macht, obwohl es nicht einsam machen müsste. Denn diese Erfahrung machten allein 2009 weltweit 25 Millionen Menschen, so die Auskunft der auf Luftfahrtdaten spezialisierten Organisation SITA. Die hält das für eine gute Nachricht. Denn in einem Jahr, das für die Luftfahrtbranche das schlimmste der Nachkriegsgeschichte war, gebe es eine positive Tendenz: Die Zahl der verschwundenen Koffer sinke. Im Vergleich zum Jahr 2008 um annähernd ein Viertel, im Vergleich zu 2007 um satte 40 Prozent.
Dazu tragen Tendenzen bei, die weniger mit verbesserter Arbeit, sondern sehr viel mehr mit Konjunktur und einem verändertem Verhalten der Passagiere zu tun haben. Die Zahl der Reisenden ist im vergangenen Jahr krisenhalber gesunken, und immer mehr fliegen ohne großes Gepäck. Letzteres hängt damit zusammen, dass vor allem Billigfluglinien für Koffer Gebühren kassieren – und dass die Passagiere aus Schaden klug geworden sind. Hauptziel des Fliegens ist, möglichst schnell eine große Distanz zu überbrücken. Da ist es kontraproduktiv, am Gepäckband herumzulungern – schlimmstenfalls vergeblich.
Für diejenigen, die doch vom Verlust getroffen wurden, ist eine weitere Zahl tröstlich: Mehr als 90 Prozent der verlorenen Koffer finden sich innerhalb von zwei Tagen wieder ein – dauerhaft verschüttet wurden 2009 nur 850.000.
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