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14.01.10

Checkliste

Mit diesen Tricks fliegen Sie für nur einen Euro

Fliegen für nur einen Euro, das klingt so schön – wie aber soll das gehen mit all den Zusatzgebühren, die Billigfluggesellschaften oft noch draufschlagen? Experten einer Meta-Suchmaschine für Flugpreise sind für diesen Spottpreis von Memmingen nach London gereist. Morgenpost Online verrät, wie sie das gemacht haben.

picture alliance / Photoshot

Das sind Karolina, Marguerite und Angela ...

13 Bilder

Zwei Techniker der Flugsuchmaschine Swoodoo haben es nach eigenen Angaben geschafft, für nur einen Euro je Strecke mit dem Billigflieger Ryanair nach London und zurück nach Memmingen zu fliegen. "Das ist nur der Preis für den reinen Flug", sagte Unternehmenssprecherin Julia Pawelczyk zu Morgenpost Online. Zum Beleg zeigen die Billigreisenden einen Screenshot der Flugbuchung vor: Darauf ist zu lesen, dass je Erwachsener je Flugstrecke ein Euro fällig wird. Macht zusammen vier Euro für zwei Personen.

Aber Lars Jankowfsky und Michael Grillhösl mussten zum Beispiel zusammen noch 36 Euro für den Bustransfer von München nach Memmingen sowie vom Flughafen London-Stansted in die City der britischen Hauptstadt hinblättern.

Allerdings konnten beide die üblichen Zusatzkosten bei Ryanair für Gepäck und für den Online-Check-In umgehen. "Bei Marketing-Aktionen für solche billigen Flüge kostet der Check-In nichts extra", sagte Pawelczyk. Je ein Gespäckstück bis zu zehn Kilo nahmen die beiden ebenfalls kostenlos mit an Bord.

Dennoch mussten Jankowfsky und Grillhösl feststellen, dass Ryanair solche Sonderangebote gut versteckt und es Schnäppchenjägern auch sonst schwer macht. Notwendig war eine Buchung vier Monate vorher – im Juni 2009. Der Flug nach London ging Ende November ab Memmingen und am nächsten Tag wieder zurück.

Außerdem besorgten sich die beiden Billigflug-Tester eine Prepaid-Kreditkarte. "So was hat natürlich normalerweise kein Mensch", sagte die Firmensprecherin. Jankowfsky sagte: "Ohne akribische Recherche und Geheimtipps ist es fast unmöglich, Ein-Euro-Flüge auch wirklich für diesen Betrag zu buchen."

Aus dem dem Facebook-Blog der beiden Experimentalflieger geht hervor, dass sie auch in den etwa 20 Stunden London billig lebten. Sie übernachteten bei Freunden, aßen Chicken Kebab, Pommes frites, Sandwiches und tranken ein paar Bier. Am teuersten war noch die Nahverkehrskarte für London. Unterm Strich bezahlten die Tester für ihren Ultra-Kurz-Trip so 124 Euro .

Dann spendeten sie nach eigenen Angaben 26 Euro als Schadenausgleich für die Luftverschmutzung an das Portal Atmosfair. Das Geld geht an umweltschonende Projekte, und Jankowfsky und Grillhösl flogen "klimaneutral nach London und zurück".

Die beiden Billigflieger-Profis haben ihre Erfahrungen in folgenden Tipps zusammengefasst:

1. Flugpreise vergleichen

Suchmaschinen nutzen: Sie durchsuchen die Angebote von Hunderten Fluggesellschaften, Online-Reisebüros und Hotelportalen. "In Zeiten der Krise drehen Verbraucher jeden Cent zwei Mal um. Mit einer Suchmaschine gelingt es, einen Preisvergleich anzustellen und so wirklich zum günstigsten Preis unterwegs zu sein", sagt Lars Jankowfsky vom Anbieter Swoodoo.

2. Kreditkartengebühren umgehen

Ist der Ein-Euro-Flug gefunden, geht es an die Online-Buchung. Viele Fluggesellschaften verlangen Extragebühren für die Zahlung per Kreditkarte oder Lastschriftverfahren. Es gibt Möglichkeiten, diese zu vermeiden, denn die Airlines sind gesetzlich verpflichtet, eine Zahlungsform ohne Gebühren anzubieten: Bei Ryanair sind Zahlungen mit Visa Electron und Mastercard Prepaid (Informationen und Kartenbereitstellung unter www.entropay.com ) von der Gebühr ausgenommen.

3. Kein Gepäck aufgeben

Schnäppchenjäger sollten bei der Flugbuchung keine Gepäckstücke anmelden. Für aufgegebenes Gepäck bis 15 Kilogramm berechnet beispielsweise Ryanair 15 Euro pro Strecke. Ein weiteres Gepäckstück bis 15 Kilogramm kostet bereits stolze 35 Euro pro Strecke. Das ergibt im Falle einer Reise nach London und zurück bei einem Koffer 30 Euro, bei zwei Koffern gleich 100 Euro zusätzlich zum Flugpreis.

4. Auf Handgepäcksbestimmungen achten

Als Billigfliegender gilt es, mit maximal zehn Kilogramm Handgepäck auszukommen – das wird gratis mittransportiert. Dabei ist es essenziell, vor der Abreise die Handgepäckbestimmungen der jeweiligen Airline zu checken, zu Hause das eigene Gepäck abzumessen und zu wiegen. Bei Ryanair sind beispielsweise die Maße 55 cm x 40 cm x 20 cm zulässig, ein Kilogramm Übergepäck wird am Flughafen aktuell mit 20 Euro veranschlagt. Meist ist nur ein Handgepäckstück erlaubt – das gilt auch für Handtaschen.

5. Online einchecken

Der Vorab Check-in im Internet gehört mittlerweile zum Standard bei den meisten Fluggesellschaften. Viele Billigfluggesellschaften erheben Gebühren für die Ausstellung der Bordkarte am Flughafen. Daher gilt: Unbedingt vorab online einchecken und die Bordkarte ausgedruckt mitbringen. Sonst müssen Passagiere – wie beim Beispiel Ryanair – bis zu 40 Euro für den Boarding Pass pro Strecke berappen. Allerdings kostet bei dieser Gesellschaft auch das Einchecken online normalerweise fünf Euro – je Strecke. Nur bei Marketing-Aktionen sei dies nicht der Fall, heißt es bei Swoodoo.

6. Günstigsten Transfer suchen

Viele Billigfluggesellschaften starten von kleineren Flughäfen, die oftmals weit von der nächsten Großstadt entfernt liegen und weniger Startgebühren verlangen.

Beispiele dafür sind der Flughafen Memmingen, der von Billigfliegern als "München-West" bezeichnet wird, obwohl er mehr als 100 Kilometer entfernt von der bayerischen Landeshauptstadt liegt oder London-Stansted, 60 Kilometer vom Zentrum Londons entfernt. Daher gilt es, vorab genau den Transfer zu planen. Die günstigsten Lösungen sind der Regionalverkehr, die Mitfahrzentrale, ein Airport-Bus oder Zug. Teilweise bieten die Fluggesellschaften günstige Transfers an, beispielsweise EasyJet ab London-Stansted ins Stadtzentrum. Der EasyJet-Bus sollte aber unbedingt vorab reserviert werden.

7. Verpflegung mitnehmen

Unterwegs knurrt schnell mal der Magen. Die oft teuren Speisen und Getränke an Flughäfen reißen ein Loch in die Reisekasse. Daher besser vor Abreise eine sättigende Mahlzeit zu sich nehmen oder ein Lunch-Paket mit in die Tasche stecken. Bei Getränken im Handgepäck gilt: Bei der Sicherheitskontrolle müssen alle Behälter mit Flüssigkeiten über 100 Milliliter abgegeben werden.

Quelle: nic/oht
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