23.02.13

Air India

Frustrierter Pilot startet Rap-Attacke via YouTube

Bollywood-reifer Auftritt: Ein Air-India-Pilot beschwert sich in einem Musikvideo über ausbleibende Bezahlung, ausfallende Flüge und alte Stewardessen. Jetzt drohen Konsequenzen.

Fein säuberlich sortiert liegen Uniform, Dienstausweis, Umhängetasche, Armbanduhr und Smartphone auf dem Bett. Der Pilot bereitet sich auf den bevorstehenden Flug vor, doch noch während er sich ankleidet klingelt das Handy.

Es ist die Zentrale seiner Fluggesellschaft, die ihm mitteilt, dass sein Flug kurzfristig ausfällt und er zu Hause bleiben muss.

Genervt lockert der Pilot seine Krawatte und beginnt mit schräg aufgesetzter Kapitänsmütze zu rappen: "Was sage ich zu den Leuten, was bin ich für ein Pilot, wenn ich die meiste Zeit zu Hause sitze und nicht zum Fliegen komme?"

So beginnt das Musik-Video im typischen Hip-Hop-Stil und Sound auf YouTube. Bei dem Sänger handelt es sich allerdings nicht um einen maskierten Gangster-Rapper, sondern um einen echten Piloten der Air India, wie ein Sprecher der Fluggesellschaft bestätigte.

Mieses Management und kein Gehalt

Der Frust, der den 28-Jährigen zum Dreh des Rap-Clips bewegte, staut sich wohl schon seit einiger Zeit an. Nur zu verständlich: Er ist Co-Pilot im Dreamliner von Boeing, der seit Mitte Januar wegen technischer Probleme nicht eingesetzt wurde.

Erst im April werde der Jet wohl wieder in die Lüfte steigen können, wie Air-India-Verwaltungsratschef Rohit Nandan mitteilte.

Im Video beschwert sich der wütende Flugzeug-Kapitän nicht nur über Flugausfälle, sondern auch über ausstehende Gehaltszahlungen und schlechtes Management. Dabei hagelt es im englischen Songtext nur so das Wort "f…".

Und tatsächlich eilt der staatlichen Fluggesellschaft Air India ein schlechter Ruf voraus, was das Management seit der Krise im Zuge der Sprit-Preis-Erhöhung betrifft. Ein zweimonatiger Piloten-Streik im vergangenen Jahr verstärkte das Image der "Maharajahs" des Himmels.

Passagiere beschweren sich außerdem des öfteren über unhöfliches Kabinenpersonal. Und auch das bekommt im Video sein Fett weg: "Ich fliege mit 60-jährigen Frauen. Sie nennen sie Stewardessen, wir sagen alte Tantchen" singt der Pilot.

Disziplinarmaßnahmen stehen noch aus

Der selbstgemachte Videoclip mit dem Titel "Air India Rap", der mittlerweile mehr als 100.000 Mal angeklickt wurde, sorgte bei seinem Arbeitgeber für großes Ärgernis. In der "The Times of India" bezeichnet ein Senior Manager von Air India das Rap-Lied als "eine unreife Aktion".

Laut der Zeitung entschuldigte sich der Rapper-Pilot inzwischen schriftlich beim Management für seine "angeblich" sexistischen Reime. Über Disziplinarmaßnahmen wird noch beraten, so die Airline.

Kollegen von unterschiedlichen Airlines stehen hinter ihm. In zahlreichen Kommentaren auf YouTube gratulieren sie ihm zu dieser Form der offenen Kritik und wünschen ihm und Air India, dass sich alles zum Guten wendet.

Sogar eine der angesprochenen "Aunties" (alten Tantchen) dankt ihm für das Video. Er würde Air India "hip und hoffnungsvoll" klingen lassen und ein menschliches Gesicht geben, das verloren ging.

"Air India sollte ihm einen Orden verleihen und jede andere Fluggesellschaft sollte ihm einen Job anbieten", schreibt Carol Andrade weiter. Letzteres ist wahrscheinlich auch dringend nötig. Denn statt bald wieder für Air India zu fliegen, wird der Pilot wohl höchsten eines: rausfliegen!

Quelle: aeg
Foto: picture-alliance / dpa

Am 3. März 1974 verlor eine Passagiermaschine des Typs McDonnell Douglas DC-10 der Turkish Airlines (THY) kurz nach dem Start vom Flughafen Paris-Orly eine Frachtraumtür und stürzte in einen Wald.

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