06.02.13

Aeroflot-Uniform

Russische Stewardessen sind am besten gekleidet

Die Stewardessen der russischen Aeroflot demonstrieren mit ihrem strengen Auftreten, und hohen, roten Hacken, Sicherheit und Sexappeal. Das kommt laut einer Umfrage bei den Passagieren bestens an.

Von Bettina Seipp
Foto: Aeroflot

Die hochhackigen Schuhe verleihen den Aeroflot-Stewardessen Haltung.

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Die russische Fluglinie Aeroflot ist "Europe's most stylish Airline". Die Flugsuchmaschine Skyscanner hatte in einer Online-Umfrage 1200 User nach dem schönsten Outfit der Flugbegleiter gefragt. Auf Platz zwei kommt danach British Airways, gefolgt von der Lufthansa.

Ein Ergebnis, das mehr sein könnte, als eine modische Momentaufnahme. Überträgt man die von der Wirtschaft kolportierte Regel, wonach die Europäer in Krisenzeiten strenge, seriöse Kleidung schätzen, auf die Luftfahrt, scheinen schwierige Zeiten auf die Airlines zuzukommen.

So ähnelt die Sieger-Dienstkleidung der russischen Stewardessen auffallend stark einer Uniform mit zweireihig geknöpfter und taillierter Jacke, die gleich an zwei Stellen das kommunistische Hammer-und-Sichel-Symbol zeigt: auf Brusthöhe, wo zu Sowjetzeiten bei den Offizieren die Orden im Dutzend hingen, sowie auf den Jackenärmeln.

Militarisierung der Kleidung

Besonders auffällig ist die Kopfbedeckung, die an das vom Militär gern genutzte "Schiffchen" erinnert. Das galt zwar auch für die Mütze, die die Aeroflot-Stewardessen bis 2009 trugen, allerdings war sie weniger scharf gefalzt, und das Wappen prangte versteckt auf der Seite, während es nun stolz die Spitze ziert. Zur "Militarisierung" des Schiffchens tragen auch die jetzt mit weißer Borde abgesetzten Mützennähte bei.

Aus Kostengründen müssen die Angestellten der Fluggesellschaften ihre Dienstbekleidung meist mehrere Jahre nutzen. Air France beispielsweise stattete ihre Stewardessen 2005 mit neuer Kleidung aus. Und noch bis 2015 sollen die Entwürfe von Christian Lacroix das offizielle Bild der französischen Linie bestimmen.

Der Pariser Designer, der einst mit Tütü-Röckchen debütierte, hat auch den Air France-Stewardessen einen rauschenden Auftritt ermöglicht – mit farblich abgesetzten Accessoires, etwa rote Gürtel und Handschuhe, sowie breitkempigen Hüten und wehenden Mänteln. Ein überaus modisch-ziviler Stil. Allerdings scheinen die Reisenden in unsicheren Zeiten weniger Wert auf Glamour zu legen.

So sind auch die Uniformen von British Airways, die die User zur zweitbesten Cabin Crew wählten, eher "militärisch angehaucht". Die Stoffe haben gedeckte Farben, es gibt deutlich sichtbare Embleme, und das Käppi der Frauen ähnelt der schottischen Glengarry, die weltweit als Vorlage für das später von den Militärs eingeführte "Schiffchen" diente.

Lufthansa schlägt Air France

2010, bei der letzten Scyscanner-Umfrage, hatte British Airways noch auf Platz 3 gestanden und damit hinter Air France, die auf Platz 2 kam. Sieger war damals Qatar Airways mit einer Uniform, die westliche und arabische Elemente geschickt miteinander vereint. Ein ebenfalls sehr modischer Stilmix, mit dem Qatar Airways 2013 offenbar nicht mehr überzeugen kann, die arabische Fluglinie kommt in der aktuellen Umfrage gar nicht mehr vor.

Auch Air France rutschte im Ranking ab – von Platz 2 (2010) auf Platz vier (2013). Was die These von der Sehnsucht nach mehr Korrektheit stützt. Denn ausgerechnet die Lufthansa mit ihren schlichten, um nicht zu sagen langweiligen Kostümen, die vor drei Jahren noch mit einem 10. Platz abgestraft wurde, rückt 2013 auf Platz drei – und damit vor die modisch experimentierfreudige Air France.

Schon seit zehn Jahren trägt das Kapinenpersonal der Lufthansa nun die gleiche Uniform, wobei die sogenannte Pillbox, der runde Hut der Stewardessen, bereits in den 1960er-Jahren Bestandteil der Uniform war. Doch gerade diese Solidität und Seriosität im Auftreten ist nun ein Pluspunkt.

Schuhe als Waffe

Das haben 2009 auch die russischen Designer Julia Bunakowa und Jewgeni Khokhlow bei ihren Entwürfen für die neue Aeroflot-Uniformen berücksichtigt, aber das Ganze buchstäblich auf die Spitze getrieben, indem die russischen Stewardessen trotz der militärischen Attribute auch überaus sexy wirken in ihren acht Zentimenter hohen roten Pumps. Die Absätze der Schuhe sind zudem so spitz, dass man sich damit vermutlich gut verteidigen könnte.

Respekteinflößend ist der Auftritt allemal. Und wer weiß schon genau, was zu der 1500 US-Dollar teuren Ausstattung jedes Flugbegleiters noch gehört, laut Aeroflot sind es immerhin 20 Teile.

Foto: Singapore Airlines

Vier „Singapore Girls“ bei der Arbeit, erkennbar an der unverwechselbaren Dienstkleidung mit Batikmuster und dem akkuraten Erscheinungsbild: Das Make-up ist perfekt, die Frisur sitzt. Bevor sie als Stewardess arbeiten dürfen, müssen sie jedoch eine monatelange Ausbildung absolvieren ...

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