06.02.13

Reisetrends

Deutsche Urlauber strafen Griechenland ab

Urlauber reagieren auf die Euro-Schuldenkrise: 2013 wollen nur noch 0,8 Prozent der Deutschen ihre Ferien in Griechenland verbringen. Das ist das Ergebnis einer neuen Tourismusanalyse.

Von Kira Hanser
Foto: Infografik Die Welt
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Mit großer Deutlichkeit erteilen die deutschen Reisenden dem Urlaubsziel Griechenland auch 2013 eine Absage – man könnte fast sagen: Sie watschen die Griechen ab. Die Deutschen meiden das Land am Mittelmeer und wollen sich lieber woanders sonnen.

Nur noch 0,8 Prozent oder 535.304 Personen aller Deutschen über 14 Jahren wollen ihren Haupturlaub 2013 in Griechenland verbringen, lautet die Reiseprognose der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen (diese Anzahl bezieht sich auf private Haupturlaubsreisen, nicht berücksichtigt sind Geschäftsreisen, Zweit- und Dritturlaube sowie die Anzahl von Kindern unter 14 Jahren). Das ist die niedrigste Zahl seit Jahrzehnten.

Zum Vergleich: 2012 verbrachten noch immerhin 1,7 Prozent der Deutschen ihren Urlaub in Griechenland. 2009 waren es 3,3 Prozent beziehungsweise über 2,2 Millionen. Früher gehörte Griechenland zu den beliebtesten Mittelmeerzielen mit stabil mehr als drei Millionen deutschen Besuchern.

Professor Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, sagt: "Derzeit ist das Ansehen von Griechenland noch zu negativ, als dass die Deutschen in diesem Sommer schon zurückkommen würden."

Hotelschließungen in Athen

2012 mussten bereits 15 Prozent der Hotels allein in Athen wegen ausbleibender Gäste schließen – genau 41 von 240 Übernachtungsbetrieben. Betroffen sind vor allem Hotels unterhalb der Drei-Sterne-Kategorie und in den Außenbezirken.

Alexandre Vassilikos, Präsident der griechischen Hotelvereinigung, sagt: "Es ist das erste Mal, dass wir Hotelschließungen in solch einem Ausmaß feststellen müssen – in einer Stadt, die so stark vom Tourismus lebt."

Wohin weichen die Deutschen aus?

Gewinner sind Spanien, die Türkei und Deutschland. Bei den Reisezielen 2013 wird deutlich: Der Trend zum Inlandstourismus setzt sich fort. Fast jeder vierte Bundesbürger plant bereits jetzt, seinen Haupturlaub im eigenen Land zu verbringen (23,6 Prozent).

Ob dabei die Feriengebiete in Bayern oder an der Ostsee häufiger besucht werden, wird auch vom Wetter abhängen.

Nach Spanien wollen 8,2 Prozent, in die Türkei 5,4 Prozent der Deutschen reisen. Auch Italien mit 4,9 Prozent und Kroatien mit 2,4 Prozent boomen.

Hoffnung für die Griechen

Indes: 34,4 Prozent der Deutschen haben noch kein Reiseziel gewählt. Viele davon könnten sich spontan für eine Reise in die Ägäis entscheiden.

Professor Ulrich Reinhardt sagt: "Natürlich behält Griechenland als Urlaubsziel seine Faszination und seine zahlreichen Vorzüge. Allerdings ist derzeit das Image Griechenlands stark beschädigt. Gerade die Deutschen fürchten, nicht mehr willkommen zu sein. Begründet liegt dies an der fast durchgängigen negativen Berichterstattung in den Medien und dem Unverständnis der Bundesbürger für die Situation vor Ort."

Zudem hätten andere Mittelmeerdestinationen – wie zum Beispiel die Türkei – deutlich aufgeholt. Viele Deutschen kämen daher zum dem Schluss, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis dort besser sei als in Griechenland.

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