01.02.13

Deutsche Urlauber

Die Heimat steht wieder hoch im Kurs

Die Jugend will zum Ballermann und Best Ager zieht es zum Kurkonzert? Kann sein, doch an erster Stelle steht bei allen Deutschen das Naturerlebnis. Überhaupt sind sich Jung und Alt überraschend einig.

Von Bettina Seipp
Foto: picture alliance / dpa

So präsentiert sich Deutschland gern: Hoch über dem Rhein sitzt die amtierende Loreley-Darstellerin Julia Hißnauer (links), die das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie die Touristikgemeinschaft Loreley-Burgenstraße weltweit vertritt. Seit 2012 gibt es erstmals mit der Loreley-Nixe Juliane Sandmann (r.) eine zweite Repräsentantin der Region
So präsentiert sich Deutschland gern: Hoch über dem Rhein sitzt die amtierende Loreley-Darstellerin Julia Hißnauer (links), die das Unesco-Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie die Touristikgemeinschaft Loreley-Burgenstraße weltweit vertritt. Seit 2012 gibt es erstmals mit der Loreley-Nixe Juliane Sandmann (r.) eine zweite Repräsentantin der Region

Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Komik: Da wird Lastminute.de von Stiftung Warentest erst jüngst bestätigt, als Online-Unternehmen die günstigsten Flüge zu bieten, und dann ermittelt das Reiseportal in einer eigenen Studie, die Deutschen machen am liebsten im eigenen Land Urlaub – und zwar vom jungen Erwachsenen bis zum Greis.

1400 Bundesbürger im Alter ab 18 Jahren hatten ohne jede Vorgaben oder Einschränkungen seitens der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), die im Auftrag von Lastminute.de die Befragung vornahm, Gründe dafür nennen sollen, was eine Reise zur bisher besten gemacht habe.

Auf dieser Grundlage wurde eine Top-Ten-Liste erstellt, und die liest sich wie die Werbung für einen Wanderurlaub: Danach sind Landschaft/Natur (Platz 1), Entspannung, gutes Wetter, Gastfreundschaft, Sehenswürdigkeiten, Strand, Essen, Menschen, Hotel, Kultur und Ruhe (Platz 10) für das Gelingen des Urlaubs essenziell.

Eine Reihung, die von kleinen Abweichungen abgesehen, für alle Generationen gleichermaßen gilt, wobei die GfK zwischen 18- bis 29-, 30- bis 39-, 40- bis 49-, 50- bis 59- und über 60-Jährigen unterscheidet.

Besonders wichtig ist die Urlaubslandschaft für die über 60-Jährigen, von denen sich 58 Prozent entsprechend äußerten. Bei den 18- bis 29-Jährigen und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 51 Prozent, was aber auch in diesen zwei Altergruppen den 1. Platz bedeutet.

Beim zweitplatzierten Urlaubsgrund, der Entspannung, liegt Jung und Alt gar nur mit drei Prozentpunkten auseinander: 18-29 Jahre – 42 Prozent; über 60-Jährige – 45 Prozent.

Großbritannien auf dem letzten Platz

Nun können freilich viele Länder für sich in Anspruch nehmen, eine schöne Landschaft zu haben. Deshalb fragten die Tester in einer zweiten Runde nach den Ländern, in denen die Deutschen ihren bisher besten Urlaub erlebt haben.

Mit dem Ergebnis, dass eine weitere Top-Ten-Liste erstellt wurde, und hier führt – wie eingangs erwähnt – Deutschland mit großem Abstand das Feld an. In absoluten Zahlen sind es zwar nur 16 Prozent aller Befragten, die am liebsten in der Heimat bleiben. Doch die nachfolgend platzierten Länder – Spanien (12 Prozent), USA (9), Italien (8), Türkei (5), Frankreich (5), Österreich (4), Kroatien (3), Griechenland (3) und Großbritannien (2) – wurden noch seltener genannt, ganz zu schweigen von den exotischen Reisezielen, die gar nicht erst in der Liste auftauchen.

Senioren lieben Frankreich

Schaut man sich nun diese Länderliste aufgesplittet nach Generationen an, fallen erneut die Übereinstimmungen zwischen den Jüngsten und den Ältesten auf.

So wird die Hälfte aller Destinationen von der Großeltern- und der Enkel-Generation gleichermaßen geschätzt: Spanien (12, respektive 14 Prozent) USA (8 und 9 Prozent); Italien (8 und 11 Prozent), Türkei (je 5 Prozent) und Griechenland (3 und 2 Prozent).

Unstimmig sind die beiden Altersgruppen lediglich hinsichtlich Frankreichs, wo zehn Prozent der Senioren ihren besten Urlaub verbrachten, im Vergleich zu vier Prozent der Twens.

Wie bei den Altersgruppen lassen sich mit Blick auf die verschiedenen Bundesländer ebenfalls Paritäten ausmachen, und diese folgen ausnahmsweise mal nicht dem Ost-West-Muster: Vom Urlaub daheim begeistert sind neben den Mecklenburgern (38 Prozent) und Brandenburgern (24 Prozent) nämlich gleichermaßen die Niedersachsen (24 Prozent). Die vermeintlich bodenständigen Bayern, Hessen und Schleswig-Holsteiner hingegen zieht es zuallererst in die USA.

Schließlich werteten die Konsumforscher das Material noch geschlechtsbezogen aus, wobei die geringsten Unterschiede zu Tage traten, denn Männer und Frauen liegen bei allen zehn Ländern jeweils nur maximal einen Prozentpunkt auseinander.

Fazit: Hat man keinen Freund oder Freundin kann man auch mit Oma oder Opa verreisen, zumindest, wenn man unter 30 ist. Das passt statistisch gesehen gut zusammen – und schont vielleicht den Geldbeutel.

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