01.02.2013, 09:09

Reiserecht Verspäteter Abflug wegen ausgelöster Notrutsche


Ausgelöste Notrutsche (am Beispiel eines Flugzeugs der Bundesluftwaffe): Rechtlich gesehen „eine Ausnahme im Flugbetrieb“

Foto: dpa; Infografik Die Welt

Weil ein Passagier vor dem Abflug die Notrutsche aktivierte, konnte ein Flugzeug nicht planmäßig abheben. Ein Gericht musste klären, ob die Airline an die Passagiere einen Ausgleich zahlen muss.

Löst ein Passagier im Flugzeug die Notrutsche aus und verspätet sich dadurch der Abflug, haben die anderen Passagiere keinen Anspruch auf eine Ausgleichszahlung.

Das Verhalten des Fluggastes sei rechtlich gesehen ein außergewöhnlicher Umstand, den die Airline nicht kontrollieren könne, entschied das Amtsgericht Rüsselsheim (Az.: 3 C 497/12 [36]). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "Reiserecht aktuell".

In dem Fall konnte das Flugzeug nicht pünktlich abfliegen, weil ein Passagier während der Vorbereitungen des Startvorgangs die Notrutsche über der Tragfläche ausgelöst hatte. Der Flug musste deshalb abgebrochen werden.

Das Auslösen der Notrutsche durch einen Fluggast sei eine Ausnahme im Flugbetrieb und für die Airline nicht zu verhindern, entschied das Gericht. Die Flugzeugbesatzung gebe den Passagieren zwar Anweisungen, könne diese aber nicht so überwachen, dass sämtliche Störungen des Flugbetriebs ausgeschlossen sind.

(dpa/war)
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