28.01.13

Reisegezwitscher

Wer twittert, hat deutlich mehr vom Reisen

Zu welchem Airport gehört der Drei-Letter-Code FUN, und wie kommt man dahin? Gut gemachte Reisetweets informieren und inspirieren – meist in lockerem Ton und auch gerne mal humorvoll. Fünf Beispiele.

Von Anna Warnholtz
Foto: picture alliance / dpa

Dank Twitter lassen sich Reiseerlebnisse heutzutage ganz schnell und von unterwegs mitteilen
Dank Twitter lassen sich Reiseerlebnisse heutzutage ganz schnell und von unterwegs mitteilen

Lufthansa hat einen, die Deutsche Bahn, ja selbst die Mittelalterstadt Esslingen: einen Twitter-Account. Wer ihnen folgt, erfährt beispielsweise von wetterbedingten Flugänderungen, neuen Strecken und Veranstaltungen.

Der Ton ist locker, auch wenn der Schreiber wahrscheinlich kaum einen seiner "Follower", also ein Nutzer, der den Status-Meldungen eines anderen Nutzers folgt, kennt.

Tatsächlich wird in der Internet-Szene schon seit Jahren gezwitschert, es werden also "Tweets" (englisch to tweet = zwitschern) versendet, über den schnellen Kurznachrichtendienst werden Erfahrungen geteilt, Tipps gegeben, es wird abgelästert wie auch inspiriert, die Welt zu entdecken. Fünf – nützliche, amüsante, motivierende – Beispiele von Reisenden für Reisende.

Eine Flugbegleiterin packt aus

@Heather–Poole Manche Fluggäste wollen den Notausgang öffnen in 10.000 Metern Höhe, andere kratzen die Reste von den Tellern der First Class: Heather Poole ist seit mehr als 15 Jahren Flugbegleiterin und hat so ziemlich alles gesehen, was das Leben über den Wolken zu bieten hat.

Die schrägsten Erlebnisse hat sie in ihrem Buch "Wir haben soeben unsere Reiseflughöhe vergessen. Eine Stewardess erzählt" (Ullstein extra, 320 Seiten, 14,99 Euro) niedergeschrieben, aber es kommen ständig neue dazu und die twittert sie mit erfrischendem Humor in die Welt hinaus.

Doch damit nicht genug, sie gibt auch (teils nicht ganz ernst gemeinte) Verhaltenstipps für Flugreisende. Eine Kostprobe: "Von hinten bohren sich Kinderfüße in deine Sessellehne? "John Kimble – Schau, was ich mit dir mache!"

193 Länder auf dem Reiseplan

@chrisguillebeau Der US-Amerikaner Chris Guillebeau, Jahrgang 1978, ist Autor (unter anderem "The $100 Startup"), Entrepreneur und Weltreisender. Seine Mission: Vor seinem 35. Geburtstag im April dieses Jahres will er 193 Länder gesehen haben, das ist so ziemlich jeder Staat der Erde.

Wo war die Einreise besonders schwierig? "In Pakistan und Saudi-Arabien – und in Eritrea wurde ich direkt nach meiner Ankunft am Flughafen über Nacht festgehalten, um mich eventuell nach Kairo auszufliegen. Wie auch immer, die große Mehrheit der Länder hat mich sehr freundlich und herzlich empfangen", so Guillebeau.

Seit 2007 ist er unterwegs und seinem Ziel ganz nahe. Auf Twitter berichtet er in diesem Stil: "Der Flughafencode von Funafuti, Tuvalu ist FUN. Was für eine Prophezeiung."

Er zwitschert von seinen Reiseerfahrungen, -erlebnissen und Herausforderungen und posted zwischendrin immer wieder mehr oder weniger originelle Lebensweisheiten wie "Alles, was man sich vorstellen kann, ist real" (Pablo Picasso).

Hilfreiche Tipps etwa zum Meilensammeln und Round-The-World-Tickets hat er auf seiner Webseite zusammengefasst. Dort schreibt er über seine Motivation, jedes Land der Welt bereist zu haben: "Ich weiß, dass ich es bereuen würde, wenn ich es nicht versuchen würde."

Reisenews und Social Media

@sean_oneill Der Journalist ist unter anderem Kolumnist bei dem britischen TV-Sender BBC und schreibt für das US-Reiseportal BudgetTravel.com.

Wer ihm folgt, bekommt News aus der Reisebranche, wie zum Beispiel "Today Visit Norway launches the 'World longest Scream!'", mit dem Video beginnt Norwegen das offizielle Munch-Jahr, das anlässlich des 150. Geburtstags des Malers begangen wird.

O'Neill selbst bezeichnet sich als "Travel tech journalist", soll heißen, einer seiner Schwerpunkte sind neue Informations- und Kommunikationstechnologien im Tourismus.

Auch darüber hält er seine Follower via Twitter sowie auf seiner Webseite auf dem Laufenden.

Tipps für die Reise

@Lookinforjonny Ein Fotobericht zeigt den Muscle Beach in Los Angeles, über den "Jonny" alias Dennis Fink, ein Weltreisender, wie er sich selbst bezeichnet, schreibt: "Besser als jede Zirkusshow".

Er informiert – übrigens auf Deutsch – beispielsweise über neue Apps ("'Cam2ping' ist da – über die neue coole App für Traveler und Neugierige"), südpazifische Souvenirkultur und teilt seine Erfahrungen, die er mit Mietwagen in den USA gemacht hat.

Ältere Reiseberichte, wie etwa den Beitrag über seine Erlebnisse bei der Einreise in die USA "Du komms hier net erein", hat er auf seiner Webseite im Archiv gesammelt.

Neuigkeiten aus der Luftfahrtbranche

@airliners_de Aktuelle Informationen aus der Luftfahrtbranche hält das deutschsprachige Luftverkehrsportal Airliners.de auch via Twitter bereit.

So erfahren die Follower unter anderem, dass Lufthansa "die Preise für Übergepäck deutlich heraufgeschraubt" hat.

Demnach zahlen Reisende nun teilweise den doppelten Preis für größere oder schwerere Koffer. Auch über das Debakel am Berliner Flughafen BER bleibt man so auf dem Laufenden wie auch über die Folgen der Pannenserie des Dreamliner B787.

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