26.01.13

Horrmanns Hoteltest

Pariser Luxus vom Feinsten – und Five o' Clock Tea

Er hat rund 2000 Top-Hotels getestet und 35 Hotelbücher geschrieben: Heinz Horrmann. Für die "Welt" stellt er regelmäßig ein Hotel vor – diesmal das "Four Seasons Hotel George V" an der Seine.

Von Heinz Horrmann
Foto: Four Seasons Hotels

Das „George V“ in Paris ist das Flaggschiff der Luxushotelgruppe Four Seasons
Das "George V" in Paris ist das Flaggschiff der Luxushotelgruppe Four Seasons

Jahrzehntelang stand die Rangliste der Pariser Top-Hotellerie unverrückbar wie eine Festung: das "Crillon", das "Plaza Athéneé", das "Bristol", auch das serviceschwache "Ritz" bildeten die Spitze.

Dann eröffnete das Four Seasons Flaggschiff "George V" nach Kompletterneuerung. Umgerechnet mehr als 125 Millionen Euro hat der saudische Prinz Al Walid in den Prachtbau nahe den Champs Élysées investiert.

Vorzüglich ist die Ausstattung, aber nicht zu golden glitzernd und zu überladen wie beispielsweise im arabischen Luxushotel "Burj Al Arab" in Dubai.

Vom Hotel mit 244 Wohneinheiten, einschließlich der 61 Suiten, erreicht der Gast in fünf Minuten das goldene Shopping-Dreieck mit Dior, Hermès und Givenchy. Der Health Club mit Spa und Beauty-Center sowie einem großen Pool sind der Ausstattungsqualität des Hauses angepasst.

Eine Negativseite? Die gibt es gewiss. Das Kölner Karnevalslied "Wer soll das bezahlen?" bringt es auf den Punkt. Damit ist schon alles gesagt. Das billigste Zimmer kostet 1095 Euro die Nacht, die kleinste Suite 2225 Euro.

Zimmer und Suiten

Es sind freundlich gestaltete Zimmer mit modernem Komfort, teilweise mit Terrassen, Sauna und Hamam. Das Kopfkissenmenü, die technischen Einrichtungen, Fruchtsaft und Obst sind inklusive, was man wohl auch erwarten kann bei dem Preis.

Die Gestaltung der Bäder ist mustergültig, da schneiden die "normalen" Zimmer nicht schlechter ab als die Luxus-Suiten. Die Größe der Räume im 1928 erstmals eröffneten Hoteldomizil sind ausladend, die Bäder großzügig geschnitten.

Essen und Trinken

"Le Cinq" ist das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Parade-Restaurant. Es wird eine elegante, aber schnörkellose Haute Cuisine serviert, wobei alle Gerichte auch hier zu Höchstpreisen angeboten werden.

Hochbetrieb herrscht stets in "La Galerie" und "Le Bar", beide haben Lounge-Charakter und sind ideale Treffpunkte. Hier wird täglich (sehr britisch) Five o' Clock Tea serviert. Das Hotel verfügt über den besten Weinkeller von Paris.

Der Service

Einst eine der großen Stärken der Four Seasons-Gruppe. Nach dem sich der Unternehmensgründer Isadore Sharp zurückgezogen und der deutsche Präsident Wolf Hengst die Compagnie verlassen hat, stürzte in etlichen Four Seasons-Hotels die Service-Qualität ab, so erlebte ich es in Miami und in New York.

Auch in Paris musste das Gepäck mehrfach angemahnt werden, war der Pförtner unfreundlich und der Frühstücksservice kritikwürdig. Eine Ausnahme war der Health Club und das Beauty Center.

Das Urteil

Ungewöhnlicher Luxus zeichnet das vor einigen Jahren wiedereröffnete Traditionshaus aus. Lobby und Flure wirken mit den großartigen Kunstwerken wie eine permanente Ausstellung der Spitzenklasse. Prächtige Vorstandsräume und Salons sowie der Ballsaal Vendôme bieten einen stilvollen Rahmen.

In diesem Hotel sorgt vor allem die einmalig aufwendige Ausstattung für den Sternenglanz. Diese besondere Qualität stabilisiert im vielleicht teuersten Hotel Europas fünf ehrliche Sterne.

Lesen Sie in unserem Dossier weitere Hoteltests von Heinz Horrmann.

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