20.01.13

Tourismus-Umfrage

Deutschland boomt, Griechenland und Ägypten floppen

Die deutsche Reiseindustrie ist optimistisch für 2013, der Deutschland-Tourismus entwickelt sich gut. Dagegen kriselt in Krisenländern auch der Tourismus, Urlauber wollen dort einfach nicht hinfahren.

Von Sönke Krüger
Foto: picture alliance / dpa

In Deutschland kann man gut Urlaub machen, finden immer mehr ausländische Besucher. Deutschlands Reisebranche ist deshalb auch für 2013 höchst optimistisch
In Deutschland kann man gut Urlaub machen, finden immer mehr ausländische Besucher. Deutschlands Reisebranche ist deshalb auch für 2013 höchst optimistisch

Krise? Nicht in der deutschen Reisebranche. Die hiesige Reiseindustrie strotzt vor Zuversicht beim Blick in das Reisejahr 2013. 86 Prozent der deutschen Tourismusmanager gehen mit positiven Erwartungen in das neue Jahr, 77 Prozent sind der Ansicht, dass Deutschland aufgrund seiner starken Wirtschaft auch 2013 wieder "außer Konkurrenz als Insel der Glückseligen" laufen wird.

Das gilt ausdrücklich auch für die Reisebranche. Deshalb gehen 76 Prozent der befragten Entscheider davon aus, dass die Bundesbürger im Vergleich zum Vorjahr keine Abstriche an ihren Reiseausgaben vornehmen werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Trendscope für den Travel Industry Club, in dem 650 Führungskräfte der deutschen Reiseindustrie organisiert sind.

Deutschland-Tourismus weiter im Aufwind

Fast alle Befragten, nämlich 97 Prozent, sind der Meinung, dass sich der Deutschland-Tourismus ungeachtet aller Krisen weiterhin positiv entwickeln wird. 83 Prozent glauben, dass die Deutschen 2013 verstärkt im eigenen Land Urlaub machen und so mögliche Verluste von ausländischen Besuchern kompensieren werden. Die sind zu erwarten, denn immerhin 42 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass das Reiseland Deutschland die Krisen in seinen starken Quellmärkten durchaus zu spüren bekommt.

2012 stand die Bundesrepublik als Reiseziel indes glänzend da: Das Statistische Bundesamt rechnet für 2012 mit 406 Millionen Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Hostels, ein plus von zwölf Millionen im Vergleich zu 2011.

Griechenland bleibt auf der Schattenseite

Schlechte Zeiten sieht die Reisebranche dagegen auf Griechenland zukommen: 72 Prozent der Spitzenkräfte der Reisebranche gehen davon aus, dass das Land nicht aus den Negativschlagzeilen herauskommt, 54 Prozent befürchten, dass deutsche Urlauber Griechenland aus Angst vor Streiks und Protesten meiden werden. Nur 45 Prozent glauben, dass das südlichste Balkanland 2013 wieder an Attraktivität gewinnen wird.

Das benachbarte Zypern dürfte mit einem blauen Auge davonkommen: Lediglich 21 Prozent der Manager der deutschen Reiseindustrie meinen, dass der Tourismus auch auf der Mittelmeerinsel einbrechen wird. Dagegen gehen 63 Prozent davon aus, dass Zypern nicht ein ähnliches Schicksal wie Griechenland erleiden wird.

Ägypten als Reiseziel nachhaltig beschädigt

Für Ägypten sind die Prognosen besonders negativ: 82 Prozent der Befragten glauben, dass das Land 2013 nicht zur Ruhe kommen und als Reiseziel nicht zu alter Stärke zurückfinden wird. Drei Viertel (76 Prozent) befürchten sogar, dass sich die Entwicklung nach dem "Arabischen Frühling" noch mehrere Jahre ungünstig auf den Tourismus auswirken wird.

Immerhin gehen 57 Prozent davon aus, dass sich die gesamte arabische Region nicht langfristig durch die gesellschaftlichen Veränderungen als populäres Reiseziel für den Massentourismus verabschieden muss. Es gibt also Hoffnung für die Reisebranche in Ägypten, Jordanien und Tunesien.

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