20.12.12

Southwest Airlines

US-Airline erhebt Straf-Gebühr fürs Nicht-Fliegen

Southwest Airlines will 2013 ein neues Gebührensystem einführen. Das sieht unter anderem die sogenannte No-Show-Gebühr vor, die Passagiere bei nicht angetretenem Flug bezahlen müssen.

Foto: picture alliance / dpa

Southwest-Passagiere, die ihren gebuchten Flug nicht antreten, werden künftig zur Kasse gebeten
Southwest-Passagiere, die ihren gebuchten Flug nicht antreten, werden künftig zur Kasse gebeten

Passagiere von Southwest Airlines, Pionier aller Billigflug-Gesellschaften, zahlen künftig eine Strafe, wenn sie ihr Flugticket nicht in Anspruch nehmen. Das berichtet die US-Zeitung "The Dallas Morning News".

Die sogenannte No-Show-Gebühr soll Passagieren, die Tickets der günstigsten Kategorie gekauft haben, einen Anreiz geben, die Gesellschaft vorher zu informieren, wenn sie einen Flug nicht antreten können.

Wird dies versäumt, müssen die Kunden die Extrakosten zahlen – in welcher Höhe und ab wann genau die Gebühr eingeführt wird, steht laut dem Bericht noch nicht fest. "Wenn ein Passagier rechtzeitig absagt, können wir den freien Sitz vor Abflug verkaufen", erklärte der Southwest-Vizepräsident Bob Jordan laut "The Dallas Morning News".

Gepäckgebühren sollen auch teurer werden

Neben einer No-Show-Gebühr will Southwest Airlines auch noch höhere Gepäckgebühren einführen und erhofft sich davon insgesamt Einnahmen von 100 Millionen US-Dollar.

Rechtlich sei das Verfahren allerdings zweifelhaft, sagte Reiserechtler Paul Degott. Bei der Gebühr, die praktisch eine Strafe für den Passagier bedeutet, handele es sich möglicherweise um eine unangemessene Benachteiligung nach dem Recht der allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Die Pflicht des Reisenden bestehe nur darin, den Ticketpreis zu bezahlen, sagt Degott. Es sei nicht seine Aufgabe, die Fluggesellschaft darüber zu informieren, ob er die gekaufte Leistung auch in Anspruch nimmt.

Vorbild für europäische Billigflieger?

"Na, wie lange wird es dauern, bis wir diese neue Gebühr bei Ryanair sehen?", fragen bereits erste User auf Vielfliegerforum.de. Eine berechtigte Frage, schließlich ist Ryanair-Chef Michael O'Leary bekannt für PR-wirksame provokative Sparpläne.

In der Vergangenheit schlug er bereits vor, auf Co-Piloten zu verzichten, eine Gebühr für die WC-Benutzung an Bord einzuführen oder auch eine "Fettsteuer" für übergewichtige Passagiere zu kassieren. Umgesetzt wurden die Pläne bisher nicht. Und aktuell steht eine No-Show-Strafgebühr bei der Airline nicht auf der Agenda: "Ryanair hat keine imminenten Pläne, eine solche Gebühr einzuführen", so Sprecherin Henrike Schmidt.

Auch Mitbewerber Easyjet hat derzeit keine Pläne, diese Extrakosten von den Passagieren zu verlangen. Thomas Haagensen, Geschäftsführer Easyjet Deutschland: "Bei uns zahlen Kunden nur für das, was sie wirklich nutzen. Eine No-Show-Gebühr steht im Widerspruch zu unserem Pay-per-Use-Prinzip. Daher planen wir nicht, eine solche Gebühr einzuführen."

Und Lufthansa? Immerhin hat Deutschlands größte Airline gerade ihre neue Billigfluglinie Germanwings vorgestellt und bereits in der Vergangenheit Elemente der Billigstrategie übernommen. Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty: "Eine derartige Gebühr ist bei Lufthansa nicht vorgesehen."

Quelle: dpa/war
Foto: Japan Airlines

Neuerdings serviert Japan Airlines seinen Passagieren Fastfood von Kentucky Fried Chicken. In Japan ist es in der Vorweihnachtszeit ein beliebter Brauch, die „Christmas Meals“ der Imbisskette zu verzehren.

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