07.12.12

Brückentage 2013

So können Sie Ihre Urlaubszeit verdreifachen

2013 fallen alle beweglichen Feiertage auf einen Wochentag. Doch "Brückenbauer" sollten sich beeilen. Denn manche Flugportale registrieren schon jetzt erhöhte Nachfragen für einige Termine.

Von Bettina Seipp
Foto: Infografik Die Welt

Im kommenden Jahr liegen einige Feiertage so günstig, dass sie sich unter Einsatz von lediglich einem Urlaubstag zu einer viertägigen „Brücke“ ergänzen lassen
Im kommenden Jahr liegen einige Feiertage so günstig, dass sie sich unter Einsatz von lediglich einem Urlaubstag zu einer viertägigen "Brücke" ergänzen lassen

Die höchste Effizienz, die "Brückenbauer" im kommenden Jahr erzielen können, ist 5,0. So fallen im Dezember 2013 die zwei Weihnachtsfeiertage auf Mittwoch und Donnerstag, für die "Brücke" zum Wochenende reicht also ein Urlaubstag, um insgesamt fünf freie Tage hintereinander zu haben.

Würden deutsche Arbeitnehmer ihren gesetzlichen Mindesturlaub von 20 Tagen (bei einer Fünf-Tage-Woche) rund um die Feiertage klug "verbauen" (also mit der jeweils höchsten Effizienz), kämen sie 2013 auf eine mehr als dreifache Urlaubszeit. Diese wäre zwar auf zwölf Termine übers ganze Jahr verteilt, wobei – Samstag und Sonntag mitgezählt – der längste "Freiraum" nur zehn Tage umfassen würde.

Doch der Feiertagskalender 2013 lässt so viele Kombinationsmöglichkeiten zu, dass beispielsweise mit dem Einsatz von sieben Urlaubstagen auch bis zu 16 zusammenhängende Tage herausgeholt werden können. Oder gar 17, wenn man in Baden-Württemberg, Bayern oder Sachsen-Anhalt lebt, wo der Tag der Heiligen Drei Könige ebenfalls arbeitsfrei ist. Da er im Januar 2014 auf einen Montag fällt, müssen Einwohner dieser drei Bundesländer für eine 17-tägige arbeitsfreie Zeit vom 21. Dezember 2013 bis 6. Januar 2012 lediglich sieben Urlaubstage aufwenden. Das entspricht einer Effizienz von 2,4.

Augsburger kommen aus Feiern nicht heraus

Freizeittechnisch gesehen geht es übrigens den Bürgern von Augsburg am besten, die zusätzlich zu den 13 für sie geltenden gesetzlichen Feiertagen auch noch das "Augsburger Friedensfest" begehen.

Seit 1650 feiern die Protestanten der Stadt die Beendigung des Dreißigjährigen Krieges (1648 Westfälischer Frieden) alljährlich am 8. August. Und unter Zuhilfenahme des katholischen Feiertags Mariä Himmelfahrt am 15. August können sie sich mit lediglich fünf Urlaubstagen einen Freiraum von elf zusammenhängenden Tagen im Hochsommer "bauen" (8. bis 18. August 2013, Effizienz 2,2).

Mehr noch: Die Augsburger haben auch die meisten Kombinationsmöglichkeiten aus Urlaubs- und freien Tagen, während etwa die Berliner, denen etliche katholische und protestantische "Brückenpfeiler" – sprich Feiertage – fehlen, deshalb gerade mal auf halb so viele "Brückenkonstrukte" kommen. Im Detail kann das beispielsweise auf der übersichtlich gestalteten Internetseite brückentage.info nachgelesen werden.

Selbst den feiertagsverwöhnten Augsburgern geht es allerdings nicht annähernd so gut wie den Deutschen im Mittelalter, als das Kirchenjahr neben den Sonntagen mehr als 100 religiöse Feste zählte, an denen nicht gearbeitet wurde.

Das änderte sich erst Mitte des 17. Jahrhunderts, nachdem Papst Urban VIII. die Zahl der arbeitsfreien Feiertage auf 34 begrenzt hatte. Mit Rücksicht auf die arbeitsintensive frühkapitalistische Wirtschaft folgten bald weitere Beschränkungen.

Große regionale Unterschiede

Heute gibt es zwar immerhin noch neun bundesweit einheitliche gesetzliche Feiertage (mit regionalen Unterschieden, so haben die katholischen Süddeutschen bis zu 13 und die Augsburger wie erläutert sogar 14 Feiertage). Da aber bei einer "Brücken-Planung" auch die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Schulferien berücksichtigt werden müssen, sind es letztlich gerade mal drei mehrtägige "Zeitblöcke" pro Jahr, während der weit verstreut lebende Familien zusammenkommen oder verreisen können. Neben Weihnachten/Silvester sind das Ostern und Himmelfahrt.

Vor diesem Hintergrund hat das unabhängige Flugpreisportal www.billigflieger.de mit täglich bis zu 50.000 Usern für die "Welt" ermittelt, welche Flugtage von den Nutzern bereis stark nachgefragt sind. Danach kristallisieren sich neun Tage heraus, an denen es für Passagiere "eng" werden könnte:

Ostern: Verstärkte Nachfrage für Flüge am Samstag, den 23. März 2013, das heißt, es gibt 2,8 mal so viele Abfragen für Flüge wie am Samstag zuvor beziehungsweise danach. Abfragen sind zwar noch keine Buchungen, "doch erfahrungsgemäß hat ein Nachfrage-Peak mit dem Faktor 2,8 dann auch entsprechend viele Buchungen zur Folge", erläutert Pascal Klopp, Analyst von billigflieger.de.

Himmelfahrt: Verstärkte Nachfrage am Donnerstag, 9. Mai 2013 – Faktor 2,1.

Pfingsten: Verstärkte Nachfrage am Samstag, 18. Mai – Faktor 2,7.

Mariä Himmelfahrt – Verstärkte Nachfrage am Samstag, 10. August – Faktor 1,5.

Tag der Deutschen Einheit: Verstärkte Nachfrage für die drei Tage von Mittwoch, 2. Oktober, bis Freitag, 4. Oktober – Faktor 2,8.

Neben den klassischen "Brückenterminen" führt auch der Ferienbeginn in einigen Bundesländern zu Nachfrage-Peaks:

Sommerferien NRW: Verstärkte Nachfrage am Samstag, 20. Juli – Faktor 2,1.

Herbstferien in fünf Bundesländern (NRW, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen): Verstärkte Nachfrage am Samstag, 19. Oktober – Faktor 3,2.

Ägypten profitiert kaum von Frühbuchern

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung von Holidaycheck.de, die das aktuelle Buchungsverhalten der deutschen Nutzer analysierte. Danach fallen die Abflugtermine für zwei Drittel aller im November 2012 gebuchten Pauschalreisen in die Zeit ab den Osterferien. Das Portal führt das Ergebnis unter anderem auf eine intensive Nutzung von Frühbucherrabatten zurück.

Speziell für die "Welt" untersuchte Holidaycheck.de, welche Länder besonders von den Rabatten profierte. Das Ergebnis überrascht insofern, als Griechenland, das im ersten Halbjahr 2012 um bis zu 30 Prozent weniger Deutsche im Land zählte, offenbar wieder angesagt ist.

So werden 99 Prozent aller im November gebuchten Griechenland-Reisen nach dem 22. März 2013 angetreten. "Die wegen der Wirtschaftskrise in Hellas extra hohen Frühbucherrabatte scheinen viele Deutsche gelockt zu haben", sagt Ulrich Cramer, Analyst von Holidaycheck.

Ganz anders hingegen sieht die Buchungssituation für Ägypten aus: Hier entfällt nur ein Drittel (30 Prozent) aller Anreisetermine auf das Frühjahr, was Cramer "mit der gestiegenen Unsicherheit über die politische Lage am Nil" kommentiert. "Da bringen auch Nachlässe weniger."

Tunesien wiederum, das derzeit kaum negative Schlagzeilen produziert, wird von den Reisenden offenbar als sicher eingeschätzt. Denn satte zwei Drittel (66 Prozent) aller Buchungen im November, die das nordafrikanische Land betreffen, starten nach dem 22. März 2013. Zum Vergleich: Bei Türkei-Reisen fallen 67 Prozent und bei Mallorca-Reisen 82 Prozent auf diesen Zeitraum.

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