15.11.12

Alkohol an Bord

Russland will auf Urlaubsflügen Wodka verbannen

Aeroflot und Co. wollen sämtliche Alkoholika an Bord verbieten. Jedes Jahr kommt es durch Alkohol zu Zwischenfällen - die reichen von belästigten Stewardessen bis zur Flugzeugübernahme im Suff.

Foto: picture-alliance / dpa

Bier, Wein und Champagner gehören bei den meisten Airlines zum Bordsortiment. Russische Fluggesellschaften jedoch wollen künftig nur noch nüchterne Gäste an Bord – zu häufig gab es „Vorfälle“.
Bier, Wein und Champagner gehören bei den meisten Airlines zum Bordsortiment. Russische Fluggesellschaften jedoch wollen künftig nur noch nüchterne Gäste an Bord – zu häufig gab es "Vorfälle".

Russische Fluggesellschaften verhängen einen Wodka-Bann. Alkohol soll es künftig nicht mehr an Bord geben – zu häufig fingen und fangen alkoholisierte Fluggäste an zu randalieren, das Personal oder andere Passagiere zu belästigen oder gar das Cockpit zu stürmen.

Wie das russische Internetportal "gazetem.ru" meldet, soll sich das geplante Verbot sogar auf Alkoholika erstrecken, die von den Gästen vor Abflug in Duty-Free-Geschäften erstanden wurden.

Verkehrsministerium plant Gesetzesänderung

Nach Meldungen der Zeitung" Rossijskaja" ist angeblich auch das russische Verkehrsministerium bereit, die Pläne der Airlines zu unterstützen. Das Ministerium soll bereits einen ersten Schritt zu einer erforderlichen Gesetzesänderung unternommen haben

Dementsprechend werden den Passagieren an Bord zollfreie Spirituosen, die sie zuvor in Duty-Free-Shops erstanden haben, abgenommen und nach absolviertem Flug von den Flugbegleitern wieder ausgehändigt.

Diese Pläne der russischen Fluggesellschaften stützen sich auf ein ernsthaftes Problem, denn den Angaben des russischen Verkehrsministeriums zufolge soll es in Russland jährlich zu mehr als eintausend durch Alkohol hervorgerufene Probleme und unangenehme Zwischenfälle kommen.

Geldstrafe zieht nicht mehr

Auch die drohende Geldbuße von 1500 Rubel (etwa 37 Euro) für Personen, die im Flugzeug eine Prügelei anzetteln, hat auf Passagierseite längst ihre abschreckende Wirkung verloren.

Alleine die Fluggesellschaft Aeroflot verzeichnete in den vergangenen drei Jahren mehr als tausend Vorfälle, bei denen offensichtlich Alkohol mit im Spiel war.

Unter den betrunkenen Passagieren, von denen bei jedem Flug mindestens einer unangenehm auffällt, gab es auch schon welche, die Zutritt zum Cockpit verlangten, weil sie das Flugzeug selbst fliegen wollten.

Erfolgreiche Testphase

Wie die Zeitung" Rossijskaja" berichtete, hatte Aeroflot den Verkauf von Alkohol bereits testweise von Februar bis Juni 2010 auf jenen Langstreckenflügen ausgesetzt, die besonders häufige alkoholbedingte Vorfälle verzeichneten.

Das war unter anderen auf den Strecken Moskau–Havanna–Moskau, Moskau–Shanghai–Moskau, Moskau–Wladiwostok–Moskau und Moskau–Bangkok–Moskau der Fall: Der Verkauf von alkoholischen Getränken in der Economy-Klasse wurde auf den oben genannten Richtungen ausgesetzt.

Wie die Auswertung des Experiments ergab, nahm die Zahl der "Verstöße gegen die Regeln des Verhaltens von Fluggästen an Bord des Flugzeugs" die im Zusammenhang mit dem Genuss alkoholischer Getränke stehen, signifikant ab. Na sdorowje.

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