15.11.12

Luftverkehr

Billigflüge adieu – Flugpreise steigen drastisch

Alles wird teurer – ein Eindruck, den gerade Flugpassagiere oft haben. Zu Recht, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. Veröffentlicht sind sie im Flugmonitor 2012, der auch Spartipps gibt.

Von Bettina Seipp
Foto: picture alliance / Christian Charisius

Bei Interkontinentalflügen – das Bild zeigt das Innere einer Lufthansa-Maschine auf dem Weg nach Indien – mussten Reisende 2011 durchschnittlich 25,9 Prozent mehr für das Ticket bezahlen als 2009.
Bei Interkontinentalflügen – das Bild zeigt das Innere einer Lufthansa-Maschine auf dem Weg nach Indien – mussten Reisende 2011 durchschnittlich 25,9 Prozent mehr für das Ticket bezahlen als 2009.

17,2 – um diesen Prozentwert haben sich Flüge in der Economy Class von 2009 zu 2011 erhöht. Mehr noch: Interkontinental-Reisende mussten im Zweijahresvergleich sogar einen durchschnittlichen Preissprung von 25,9 Prozent hinnehmen. Bei Flügen ins europäische Ausland betrug die Steigerung 9,6 Prozent und innerhalb Deutschlands zwölf Prozent. Diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes stehen im aktuellen Flugmonitor 2012.

Das ist eine umfangreiche Studie zum Luftverkehr, die das unabhängige Flugpreisportal billigflieger.de (täglich bis zu 50.000 User) auf der Grundlage aller Abfragen seiner Nutzer im vergangenen Jahr erstellt hat. Es seien mehrere Millionen Daten ausgewertet worden, was die Online-Erhebung zu einer der größten im Reisebereich mache, so die Autoren.

Ein Aufwand, der zwar vor allem für ein Fachpublikum betrieben wird. Allerdings beinhaltet der seit 2009 jährlich erscheinende Flugmonitor auch immer etliche Spartipps für Passagiere.

55 Tage Buchungsvorlauf – 55 Prozent Ersparnis

So lag im vergangenen Jahr der Fokus auf den günstigsten Flugtagen (freitags für den Hinflug, sonntags und montags für die Rückreise). In der aktuellen Ausgabe haben sich die Autoren mit der Preisersparnis beschäftigt, die Reisende durch eine möglichst frühzeitige Buchung erzielen können.

Und die Ergebnisse lassen aufhorchen: So spart, wer auf innerdeutschen Flügen sein Ticket fünf Tage vor dem Start bucht, im Schnitt 25 Prozent – womit der eingangs erwähnte Ticketpreissprung von zwölf Prozent (2009 zu 2011) mehr als ausgeglichen wäre.

Und wie sieht das Ergebnis bei einem Vorlauf von 55 Tagen aus, denn soweit geht die Studie in ihren Berechnungen? Die Antwort: Ab dem 35. Tag Vorlauf steigt die Ersparnis alle vier Tage um einen Prozentpunkt und erreicht schließlich nach 55 Tagen 55 Prozent auf den Ticketpreis.

Bei Flügen ins europäische Ausland ermittelten die Statistiker eine durchschnittliche Ersparnis von 20 Prozent, bezogen auf eine Vorlaufzeit von vier Tagen. Dann flacht die Kurve etwas ab, soll heißen, vom 4. bis zum 14.Tag steigt die Ersparnis langsamer, nämlich nur noch um 1,5 Prozent täglich. Doch auch hier sind am 53. Tag Vorlauf bis zu 48 Prozent Erlass auf den Ticketpreis drin.

Wenig Sparpotenzial bei USA-Flügen

Etwas komplizierter wird es beim Blick auf die Tabellen zu den Übersee-Flügen. Weil es ihrer einfach zu viele sind, beschränkten sich die Autoren exemplarisch auf Preiskurven für die Türkei, Thailand und die USA – also jenen drei Destinationen, die von den Usern des Portals billigflieger.de am häufigsten nachgefragt werden.

Danach gibt es die geringsten Sparquoten beim Ziel USA, denn erst mit einer 14-tätigen Vorlaufzeit wird die 20-Prozent-Marke überschritten. Zum Vergleich: Bei Thailand-Flügen werden die 20 Prozent Ersparnis schon nach vier Tagen Vorlauf realisiert.

Das sind freilich alles nur Durchschnittsangaben: So ließ sich bei einem Flug von Frankfurt nach Bangkok der günstigste Preis zwischen dem 31. bis 23. Tag Vorlauf erzielen – und zwar 490 Euro im Vergleich zu 599 Euro, die man einen Tag vor dem Abflug für das Ticket hätte zahlen müssen. Die Angaben beziehen sich auf eine Beispielbuchung vom 8. August 2011, wobei eine Aufenthaltsdauer in Thailand von 15 Tagen zugrunde gelegt wurde.

Was bringen Metasuchmaschinen?

Noch größere Ausschläge zeigt die 55-Tage-Vorlauf-Kurve, mit der die Autoren die Preisentwicklung bei einem Flug Düsseldorf – Istanbul am 21. April 2011 darstellen (Rückflug vier Tage später). So volatil wie dieses Beispiel sich darstellt, so wenig dienlich ist das Analyse-Ergebnis: "Bis zum Abflugtag mit einem Endpreis von 394 Euro war der Flugpreis starken Schwankungen zwischen 260 und 370 Euro unterworfen."

Die Studie endet mit dem Kapitel "Preisersparnis durch Metasuchmaschinen" – also Internet-Diensten wie billigflieger.de einer ist. Das Portal macht denn auch gleich Werbung in eigener Sache: "Im Schnitt zahlen die Nutzer von billigflieger.de bei Europa-Flügen 22,4 Prozent weniger als Passagiere, die keine Preise verglichen haben." 24,2 Prozent seien es auf innerdeutschen Strecken und immerhin 14,1 Prozent bei Interkontinental-Flügen.

Tipp: Reisende, die an detaillierten Informationen zu den Vorlaufzeiten bei innerdeutschen, innereuropäischen sowie bei Kontinental-Flügen interessiert sind, können ihre Anfrage an folgende E-Mail-Adresse senden: studie@bookandsmile.de.

© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia
1134 Kostüme

Stewardessen-Uniformen als Sammelleidenschaft

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Tödliches Virus Erstmals Ebola-Seuche in den USA festgestellt
Börsengang Experten enttäuscht vom Zalando-Start
Nach Vulkanausbruch Opferzahl am Ontake steigt weiter
Spanien Richter stoppen Referendum in Katalonien
Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

BVG-Arbeiten

So sieht die Baustelle der U5 am Roten Rathaus aus

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote