09.11.2012, 15:50

Sicherheitsgurte Ryanair will Anschnallpflicht im Flieger abschaffen

Foto: Jupiterimages / www.jupiterimages.com

Von Anna Warnholtz

Der Chef von Europas größter Billigfluggesellschaft, Michael O’ Leary findet das Anschnallen an Bord völlig überflüssig. Die Gurte würden im tatsächlichen Notfall eh niemanden wirklich retten können.

Bei jeder Flugreise erfahren Passagiere durch die vorgeschriebene Stewardessen-Verfügung, wie sie den Sicherheitsgurt richtig anlegen und schließen. Ryanair-Chef Michael O'Leary findet Anschnallen an Bord neuerdings völlig überflüssig. Die Gurte würden nichts zur Sicherheit der Fluggäste beitragen, bei einem Flugzeugunfall niemanden retten. Das meldet die britische Zeitung "The Telegraph".

Außerdem sollten Fluggäste im Flieger, ähnlich wie im Bus, stehen dürfen, findet O'Leary. Schließlich sei ein Flugzeug auch nur "ein Bus mit Flügeln".

Stehabteil an Bord

Genaue Vorstellungen, wie das Fliegen im Stehen aussehen könnte, hat er schon länger: Dafür will er die letzten zehn Sitzreihen entfernen und an deren Stelle ein Stehabteil einbauen – um mehr Passagiere transportieren zu können. Bei der Landung könnten sich die Passagiere an dafür vorgesehenen Haltegriffen festhalten.

Eine Genehmigung für Testflüge hat die irische Billigfluggesellschaft aber noch nicht bekommen. Deshalb beschimpft O'Leary die Verantwortlichen als "plonkers", was so viel bedeutet wie Idiot oder männliches Geschlechtsteil in britischer Umgangssprache.

Vorschriften für Fluggesellschaften

Ob Stehabteile an Bord und eine Aufhebung der Anschnallpflicht jemals von einer Luftfahrtbehörde genehmigt werden, ist unklar. "Die geltenden europäischen Betriebsvorschriften, die für alle Luftfahrtunternehmen in einem Mitgliedsstaat der EU gleichermaßen gelten, sehen vor, dass ein Luftfahrtunternehmer ein Flugzeug nur betreiben darf, wenn dieses ausgerüstet ist mit einem Sitz oder einer Liege für jede Person ab zwei Jahren. Außerdem müssen ein Anschnallgurt an jedem Fluggastsitz und Rückhaltegurte für jede Liege vorhanden sein", sagt Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrtbundesamts. Soll heißen: Schlechte Aussichten für die neusten Vorschläge des Ryanair-Chefs.

Michael O'Leary ist bekannt für PR-wirksame provokative Sparpläne. Unter anderem schlug er vor, auf Co-Piloten zu verzichten, eine Gebühr für die WC-Benutzung an Bord einzuführen wie auch eine "Fettsteuer" für übergewichtige Passagiere.

Und seine Stewardessen wollte er auf Diät setzen, um anhand der eingesparten Pfunde die Kerosinkosten zu verringern. Verwirklicht wurde von diesen Sparmaßnahmen bisher keine einzige.

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