08.11.12

Reisekosten

Preise für Griechenland-Urlaub steigen am stärksten

Urlauber, die glauben, dass die Proteste in Athen die Preise drücken, irren gewaltig. Das Land legt bei Pauschalreisen am stärksten zu in Europa, womit der Abstand zum Konkurrenten Türkei größer wird.

Von Bettina Seipp
Foto: picture alliance / dpa

Obwohl Griechenland unter Buchungsrückgängen zu leiden hat, sind die Reisepreise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.
Obwohl Griechenland unter Buchungsrückgängen zu leiden hat, sind die Reisepreise im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Es muss wohl erst die Drachme wieder in Griechenland eingeführt werden, damit sich das Land für Reisende verbilligt. Seit einem Jahr jedenfalls kennen die Preise nur eine Richtung: nach oben. So musste, wer im Oktober eine zehntägige Reise buchte, im Schnitt 1716 Euro zahlen. Das sind 12,1 Prozent mehr als 2011, ermittelte das Reiseportal HolidayCheck.de in seinem Urlaubspreis-Barometer.

Damit liegt die Preissteigerung deutlich über der anderer Mittelmeerländer, wobei ausgerechnet Griechenlands Nachbar, die Türkei, mit 2,9 Prozent die geringste Steigerung verzeichnet: Ein im Oktober 2012 gebuchter zehntägiger Türkei-Urlaub kostete im Schnitt 1540 Euro.

Grundlage für den Index sind die Buchungsdaten von monatlich mehr als 20.000 Reisen, die mit dem entsprechenden Preisniveau vom Oktober 2011 verglichen werden.

Auf der Fernstrecke lockt Thailand

Danach verteuerten sich Pauschalreisen generell um 5,6 Prozent. Auf diesem Niveau bewegen sich beispielsweise Ägypten (plus 5,6 Prozent, 1699 Euro) und Mallorca (6,1 Prozent, 1592 Euro), während die Kanaren zu den Ausreißern nach oben gehören: Teneriffa plus 9,7 Prozent (1781 Euro), Gran Canaria plus 8,4 Prozent (1880 Euro), lediglich Fuerteventura entwickelte sich mit plus 2,8 Prozent (1746 Euro) moderat.

Auch für Tunesien mussten Reisende mehr Geld hinblättern. Die Teuerungsrate beträgt 14,4 Prozent. Trotzdem ist eine Reise in das nordafrikanische Land im Vergleich zu den anderen Mittelmeer-Anrainern sehr günstig, da der Durchschnittspreis für zehn Tage nur bei 1244 Euro liegt.

Bei Fernreisen – in die Wertung einbezogen wurden hier jeweils 14-tägige Reisebuchungen – zeigt das Preisbarometer ebenfalls starke Ausschläge: Während sich Pauschalreisen in die Dominikanische Republik um 13,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verteuerten (der Durchschnittspreis liegt damit aktuell bei 3457 Euro), verbilligten sie sich für Thailand um 7,1 Prozent auf jetzt 3028 Euro.

Analyst rechnet nicht mit Preissenkungen

Für den Fall übrigens, dass Griechenland auf den Euro verzichtet, hatte die TUI vor einem Jahr erklärt: "Sollten durch eine Drachmen-Währung die Reisepreise günstiger werden, würden die Vorteile weitestgehend – oder man kann sagen eins zu eins – weitergegeben."

Eine Aussage, die damals umso mehr für Aufmerksamkeit sorgte, als gerade Griechenland-Reisende eher zufrieden sein konnten, denn die Pauschalpreise im Oktober 2011 lagen weit unter den heutigen: Ein zehntägiger Griechenland-Aufenthalt kostete damals 1530 Euro und damit sogar 4,8 Prozent weniger als noch im Oktober 2010 (1608 Euro).

Den steten Preisanstieg in Hellas führt Ulrich Cramer, Reiseanalyst von HolidayCheck.de, auf die sich verschärfende wirtschaftliche Situation in dem krisengeschüttelten Land zurück: "Die Einkommen der Menschen sinken und sinken. Da ist es verständlich, dass man versucht, von den Touristen mehr Geld zu generieren. Diese Schraube dürfte sich nach dem jetzt beschlossenen neuen Sparpaket der griechischen Regierung eher noch weiter drehen. Das heißt, ich rechne mit weiter steigenden Preisen, vor allem außerhalb der Ferienanlagen. Wer dem entgehen will, sollte die All-inclusive-Frühbucherangebote der Veranstalter nutzen, die vielfach noch bis Ende Januar 2013 buchbar sind."

Bei der TUI werden Türkei und die Balearen teurer

Die TUI kündigte inzwischen an, die Preise für den Sommer 2013 "nahezu konstant" zu halten. Das gelte für Reisen nach Ägypten, Marokko, Griechenland und auf die Kapverdischen Inseln. Die Türkei und die Balearen sollen allerdings um 2,5 Prozent anziehen.

Auch Reisen nach Asien und in die Karibik werden sich den Angaben der Veranstalters zufolgew m jeweils drei Prozent verteuern. Billiger wird es auf der Fernstrecke nur in Richtung Südafrika und Nambia (minus fünf Prozent).

Foto: picture-alliance/ dpa

Früher waren sie unsere besten Freunde. Heute hackt ganz Europa auf ihnen herum. Die Griechen sollen nichts mehr "grie­chen", sie sollen bleiben, wo die Olive wächst.

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