22.10.12

Seltsame Sitten

Wo Rülpsen und Spucken zum guten Ton gehört

Wer böse Überraschungen meiden will, sollte sich vor Reisen gut über die Gepflogenheiten im Urlaubsland informieren. Spucken, Rülpsen und Komasaufen sind schließlich nicht überall verpönt.

Von Oliver Jeges
Foto: dapd

In Indien ist es normal, mit der Hand zu essen. Auch warme Reis- und Fleischgerichte.

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Höflichkeit ist relativ. Diesen Eindruck bekommt man jedenfalls oft auf Fernreisen. Denn was hierzulande Sitte und Brauch ist, gilt selten auch für andere Länder oder Kulturkreise. Um bei der nächsten Reise nicht gleich ins Fettnäpfchen zu treten, haben wir zehn besondere Gepflogenheiten in anderen Ländern zusammengefasst.

Arabische Länder

Vor einer Reise in ein arabisches Land ist es dringend angebracht, sich vorher über Sitten und Gebräuche im jeweiligen Land gut zu informieren. In allen arabischen Ländern aber gilt gleichermaßen: Vorsicht mit der linken Hand! Denn die linke Hand gilt in islamischen Staaten als unrein, da sie zur Toilettenhygiene gebraucht wird. Man sollte also nie die linke Hand zum Gruß ausstrecken oder etwas mit der linken Hand überreichen oder annehmen. Für Linkshänder empfiehlt es sich, einige Situationen rechts einzuüben oder dem Gegenüber zu sagen, dass man Linkshänder und die linke Hand die "reine Hand" ist.

China

China ist nicht nur weit weg, auch beinahe alle Bräuche und Gepflogenheiten sind den unsrigen vollkommen entgegengesetzt. Eine übliche Angewohnheit vieler Chinesen ist es, in der Öffentlichkeit auf den Boden zu spucken. Was bei uns als schlechtes Benehmen und Unart gilt, ist in China völlig normal. Denn Spucken gilt als gesund. Touristen sind oft völlig befremdet, wie viele Chinesen gänzlich ungeniert ausspucken.

Österreich

Die Österreicher legen Wert auf Höflichkeit und gute Manieren. Dazu gehört freilich auch die richtige Begrüßung. Ein "Hallo", wie es in Deutschland üblich ist, kann in der Alpenrepublik schnell als unhöflich empfunden werden. Denn "Hallo" sagt man hier ausschließlich zu Freunden und Familie. Das "Hallo" gilt in Österreich als deutsch, also bundesdeutsch. Um die eigene Landesidentität zu wahren pflegt man daher das "Grüß Gott" oder in lockerer Umgebung schon mal ein "Guten Tag".

USA

Zu den Klischees über Amerikaner gehört allen voran jenes, sie seien oberflächlich. Wie jedes Klischee ist es wahr und falsch zugleich. Wo die Amis aber tatsächlich dieses Klischee fördern, ist bei Begrüßungen. Ein "How are you doing?" (also "Wie geht's?") erfordert in Amerika nicht immer ein "Thank You, I'm fine" zur Antwort, so wie man in Deutschland "Danke, gut" sagen würde. Meistens reicht es vollkommen aus, einfach mit "How are you doing?" zurückzugrüßen.

Frankreich

Die Franzosen sind äußerst stolz auf ihre Sprache. Aber dass Französisch als "Lingua Franca" vom Englischen überholt wurde, scheint die Franzosen ein wenig zu wurmen. Sollte man als Tourist in Frankreich unterwegs sein, ist es ratsam, die wichtigsten Ausdrücke und Begriffe auf Französisch gut einzustudieren. Spricht man Franzosen auf Englisch an, kann es sein, dass diese nicht reagieren – obwohl sie oft englisch sehr gut verstehen.

Vietnam

Vietnam hat – wie viele der asiatischen Länder – Sitten, die uns Deutschen vollkommen absurd erscheinen. So ist dort das Naseputzen in der Öffentlichkeit etwa völlig tabu. Sollte die Nase rinnen, gehört es sprichwörtlich zum guten Ton, einfach hochzuziehen. Das Putzen mit einem Taschentuch wird in ganz Vietnam als unhygienisch angesehen.

Usbekistan

Die ehemalige Sowjetrepublik hat aufgrund der geographischen Lage und historischen Umstände russische, chinesische und arabische Sitten übernommen. Das führt kurioserweise dazu, dass zwar eine überwiegende Mehrheit der Bevölkerung den Islam zur Religion hat, aber Wodka eines der beliebtesten Getränke ist – trotz des islamischen Alkoholverbots. Viele Usbeken halten daher ihr Wodkaglas versteckt, etwa unter der Tischplatte, weil sie sagen: "Allah kann nicht durch Tische sehen".

Japan

Als Deutscher möchte man meinen, die Liste der Verhaltensregeln sei in Japan so lang, wie hierzulande sämtliche Steuergesetze. Zu einer der wichtigsten Regeln im Umgang mit Japanern gehört das richtige Begrüßungsritual: Beim Begrüßen in Japan sollte der Besucher sich nämlich ebenso tief verbeugen wie sein Gastgeber. Verbeugt er sich nicht so tief, fasst der Gastgeber dies als Demütigung auf.

Russland

Wer in Russland ein guter Gast sein will, der muss unbedingt trinkfest sein. Denn Wodkatrinken gehört dort zu den wichtigsten Ritualen. Nicht mitzutrinken, geht kaum. Nur wer gesundheitliche Gründe anführt, darf hoffen, dass der russische Gastgeber ein Auge zudrückt. Doch wer einmal mittrinkt, der muss schließlich auch bis zum bitteren Ende durchhalten.

Indien

Die indische Küche gehört zu den weltweit beliebtesten. Für manche, zählen auch die indischen Tischsitten dazu. Denn auf dem Subkontinent ist es nicht unüblich nach dem Essen laut zu rülpsen. Niemand würde das dort als unhöflich oder anstößig empfinden. Auch ausspucken und Nase ausblasen sind erlaubt. Wer schon immer mal so richtig die Sau rauslassen wollte beim Essen – ab nach Indien!

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