12.10.12

Rekordjahr

2012 erstmals eine Milliarde Reisen durch die Welt

Bis Dezember wird die Menschheit die magische Milliardengrenze erreichen, 2030 dürften sogar 1,8 Milliarden internationale Touristen unterwegs sein. Reiseweltmeister sind inzwischen die Chinesen.

Foto: picture-alliance/Burkhard Juettner

Die Zahl der Touristen steigt weltweit und unaufhörlich. Deshalb wird es eng an dem einen oder anderen Strand, wie hier auf Gran Canaria
Die Zahl der Touristen steigt weltweit und unaufhörlich. Deshalb wird es eng an dem einen oder anderen Strand, wie hier auf Gran Canaria

Eine Milliarde Auslandsreisen wird die Menschheit bis Ende des Jahres auf diesem Planeten unternommen haben – so viele wie nie zuvor. Nachdem 2011 rund 990 Millionen Menschen grenzüberschreitend verreisten, rechnet die World Tourism Organization (UNWTO) damit, dass 2012 erstmals die magische Milliardengrenze geknackt wird.

Im Jahr 2030 dürften weltweit sogar 1,8 Milliarden internationale Touristenankünfte gezählt werden, schätzt die Organisation. Rein statistisch werden also 2030 an jedem Tag im Jahr fünf Millionen Menschen grenzüberschreitend verreisen.

Stärkster Zuwachs in Asien

Grund zum Optimismus bietet die Zahl der Auslandsreisen, die im ersten Halbjahr 2012 rund um den Globus registriert wurde: 467 Millionen zählte die UNWTO weltweit – ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011. Am stärksten wuchs der Tourismus in der Region Asien/Pazifik, nämlich um acht Prozent.

Ein Grund für den starken Zuwachs bei den Besucherzahlen in Asien ist die Tatsache, dass Japan als Reiseziel nach der Atomkatastrophe von Fukushima in diesem Jahr wieder deutlich zulegen konnte. Der Tourismus war nach der Havarie im Atomkraftwerk Fukushima im März 2011 in Japan massiv eingebrochen.

Europa bleibt meistbesuchter Kontinent weltweit

Afrika erreichte im ersten Halbjahr 2012 plus sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr, Nord- und Südamerika verzeichneten fünf Prozent mehr internationale Besucher.

Europa kam auf vier Prozent Zuwachs und bleibt im Weltvergleich der am häufigsten besuchte Kontinent. 2011 wurden hier mehr als 503 Millionen internationale Reisende gezählt, damit entfiel mehr als die Hälfte des weltweiten Tourismus auf den alten Kontinent.

China hat den größten Zuwachs

Das Land mit dem stärksten Zuwachs an ausländischen Besuchern war in den ersten sechs Monaten 2012 China mit einem Zuwachs von 30 Prozent. Russland konnte 15 Prozent mehr Touristen für sich begeistern, die USA zählten neun Prozent mehr Reisende, Japan kam auf plus acht Prozent, Deutschland und Kanada erreichten ein Besucherplus von jeweils acht Prozent.

Niedrige Wachstumsraten oder sogar einen Rückgang mussten Großbritannien, Australien, Italien und Frankreich hinnehmen.

Deutsche sind nicht mehr Reiseweltmeister

Betrachtet man die Zahl der Auslandsreisen im Weltvergleich, haben die Chinesen die Deutschen als Reiseweltmeister übrigens inzwischen abgelöst: Voriges Jahr unternahmen die Bundesbürger 39 Millionen internationale Reisen, die Chinesen kamen dagegen auf 70,25 Millionen. Und es deutet nichts darauf hin, dass sich diese Rangfolge 2012 ändern wird.

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