07.10.12

Fluglinien

Golf-Airlines drängen auf den deutschen Markt

Hochgelobte Fluglinien vom Golf gelten als Bedrohung deutscher Fluglinien. Trotzdem sollten sie uneingeschränkt nach Deutschland fliegen dürfen, fordern führende Köpfe der deutschen Reisebranche.

Foto: AFP

Stewardessen der Fluglinie Emirates vor einem A380. Emirates bemüht sich seit Jahren um Landerechte in Berlin, bisher allerdings vergebens
Stewardessen der Fluglinie Emirates vor einem A380. Emirates bemüht sich seit Jahren um Landerechte in Berlin, bisher allerdings vergebens

Schluss mit staatlicher Regulierung des Luftverkehrs: Internationale Fluggesellschaften sollten ohne behördliche Limitierung die von ihr gewünschten Flughäfen in Deutschland anfliegen dürfen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens Trendscope für den Travel Industry Club, in dem mehr als 600 Führungskräfte der deutschen Reiseindustrie organisiert sind.

Mündige Kunden entscheiden selbst

Konkret sind 86 Prozent der befragten Reisemanager der Meinung, dass jede internationale Airline in Deutschland willkommen sein sollte. Ebenfalls 86 Prozent finden, dass die Entscheidung über die zu nutzende Fluglinie stets der mündige Kunde und nicht Vater Staat treffen solle. Entsprechend geben 76 Prozent zu Protokoll, dass das zuständige Bundesverkehrsministerium den Wettbewerb den Fluggesellschaften überlassen und die Verkehrsrechte nicht durch Verordnungen limitieren sollte.

Von der staatlichen Regulierung besonders betroffen sind Fluggesellschaften aus den Staaten am Persischen Golf. Deren Pläne, weitere Städte in Deutschland wie Berlin oder Stuttgart nonstop anzufliegen, scheitern bisher am Widerstand des Verkehrsministeriums. 71 Prozent der Befragten finden das falsch – sie fordern, Flugkapazitäten von Airlines aus dem arabischen Raum nicht zu beschränken.

Golf-Airlines bedrohen Europas Fluglinien

Nur 36 Prozent sind dagegen der Meinung, dass das Bundesverkehrsministerium die Interessen nationaler Airlines wie Lufthansa oder Air Berlin schützen müsse. Gerade einmal neun Prozent fordern, die Zahl der Flugfrequenzen aus den Golf-Staaten Richtung Deutschland zu reduzieren.

Gleichwohl sehen 78 Prozent der Entscheider der deutschen Reiseindustrie die Fluggesellschaften aus der Golf-Region als Bedrohung für europäische Fluglinien. Was wohl deren Attraktivität geschuldet sein dürfte: Golf-Airlines haben generell einen besseren Service, finden beispielsweise 75 Prozent, und 85 Prozent sagen, sie hätten ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die europäische Konkurrenz.

Spitzenreiter Emirates und Qatar Airways

Und welche der Fluglinien vom Golf gilt als die Beste? 53 Prozent der Führungskräfte der deutschen Reiseindustrie halten Emirates aus Dubai für die erste Wahl, gefolgt von Etihad Airways aus Abu Dhabi (24 Prozent) und Qatar Airways aus dem Scheichtum Katar (13 Prozent). Oman Air landet mit 8 Prozent auf Rang vier.

Diese Rangliste deckt sich indes nicht mit der weltgrößten Passagier-Umfrage der britischen Unternehmensberatung Skytrax, an der zuletzt 19 Millionen Passagiere aus über 100 Ländern teilnahmen: Dort schnitt Qatar Airways als weltbeste Fluggesellschaft 2012 ab – und damit zugleich als beste Fluglinie aus der Golf-Region. Etihad Airways landete auf Rang sechs weltweit, wurde also als zweitbeste Golf-Airline ausgezeichnet, als drittbeste Gesellschaft vom Golf schnitt Emirates ab (Rang 8 im Weltvergleich).

Die "Skytrax Awards" sind rund um den Globus die einzige unabhängige Passagier-Studie, die die Servicestandards von Airlines misst. Sie gelten in der Luftfahrtindustrie als Maßstab für Qualität und Service.

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Das sind die besten Flughäfen der Welt

Umfrage Sollten Golf-Airlines unbeschränkt nach Deutschland fliegen dürfen?

  • 70%

    Ja! Der Kunde sollte selbst entscheiden können, mit welcher Airline er fliegen will.

  • 30%

    Nein. Die von den Scheichs subventionierten Fluggesellschaften vom Golf sind hierzulande schon gut genug vertreten.

Abgegebene Stimmen: 140
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