10.09.12

Umfrage

Lederhose und Laptop? Ja, aber nicht im Urlaub

So sehr die Bayern auch auf neue Technologien setzen, im Urlaub ist jeder Dritte lieber offline. Mit der Folge, dass trotz sinkender Mobilfunkpreise noch immer viele Postkarten geschrieben werden.

Foto: picture alliance / Markus C. Hur

Ein Postkartenständer in der Münchner Innenstadt: Wer auf Handy und Laptop im Urlaub verzichtet, muss zum Stift greifen, wenn er Urlaubsgrüße senden will. Und an Motiven besteht in den meisten Ländern kein Mangel.
Ein Postkartenständer in der Münchner Innenstadt: Wer auf Handy und Laptop im Urlaub verzichtet, muss zum Stift greifen, wenn er Urlaubsgrüße senden will. Und an Motiven besteht in den meisten Ländern kein Mangel.

Wie in jedem Jahr mehren sich nach den Sommerferien Umfragen, die dem Urlaubsverhalten der Deutschen nachspüren. So wollte der IT-Verband BITKOM wissen, wie Urlaubsgrüße versandt wurden – auf elektronischem Weg oder ganz klassisch mit der Post? Und das Meinungsforschungsinstitut Forsa fragte im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit, wer auch im Urlaub online war.

Führt man nun die Ergebnisse beider Erhebungen zusammen, drängt sich die Schlussfolgerung auf, dass es vor allem die Süd- und die Ostdeutschen sind, die dem alten Medium Postkarte die Treue halten.

Insgesamt, so ermittelte die BITKOM, haben 53 Prozent der Deutschen in diesem Urlaub zum Stift gegriffen. Die Erhebung unterschied dabei auch nach alten und neuen Bundesländern. Demnach schreiben Ostdeutsche (66 Prozent) noch häufiger von Hand als Westdeutsche (50 Prozent), wobei die Briefeschreiber unter letzteren eher in Bayern zu finden sind, wie wiederum die Forsa-Umfrage vermuten lässt.

Jüngere kommunizieren über Facebook

Denn diese ergab, dass mehr als jeder dritte Urlauber aus Bayern den Computer oder das Handy am Ferienort ausgeschaltet ließ, während es im Bundesdurchschnitt nur 28 Prozent waren.

Nun müssen zwar nicht alle Bayern, die in den schönsten Wochen des Jahres auf Mobilfunkgeräte verzichten, automatisch der Postkartenfraktion angehören, es spricht aber auch nicht viel dagegen.

Wenig überraschend ist, dass 40 Prozent der Reisenden in der Altersgruppe der 14- bis 29-Jährigen ein soziales Netzwerk wie Facebook wählten, um Urlaubsgrüße zu verschicken, aber nur drei Prozent derjenigen, die älter als 50 sind.

MMS-Nachrichten werden selten genutzt

Auch Smartphone-Apps werden von den Jüngeren deutlich stärker genutzt (20 Prozent) als von den Älteren (vier Prozent). Die E-Mail ist dagegen bei den Jüngeren schon wieder auf dem Rückzug. Sie wird nur noch von 15 Prozent der 14- bis 29-Jährigen verschickt.

Die MMS, also eine mit Bild oder Ton angereicherte SMS, ist deutlich weniger beliebt (vier Prozent). Bei der Umfrage waren Mehrfachnennungen möglich.

Bei einer ähnlichen BITKOM-Umfrage im Sommer 2008 hatten noch zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) angegeben, Postkarten zu verschicken.

Jeder Siebte verweigert Urlaubsgrüße

Im Vergleich zur damaligen Befragung nahm dafür der Anteil derer zu, die vom Urlaubsort aus nach Hause telefonieren (25 Prozent gegenüber 20 Prozent in 2008). Auch das Senden von E-Mails ist populärer geworden: 2008 hatte nur jeder Zehnte seine Urlaubsgrüße auf diese Weise verschickt, in diesem Sommer war es knapp jeder Sechste (17 Prozent).

Die BITKOM führt diese Entwicklung insbesondere auf günstigere Preise bei Auslandtelefonaten und Datenroaming zurück. Das scheint allerdings 15 Prozent der Befragten nicht zu beeindrucken, sie verzichteten auf jegliche Urlaubsgrüße.

Quelle: bes.
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