08.08.12

Reisebuch

Ei verbibbsch! Crashkurs für Sachsen-Urlauber

Der sächsische Dialekt wird gerne imitiert, vor allem von Leuten aus dem Westen. Eine Anleitung für alle Nicht-Sachsen soll Besuchern helfen, sich in dem Freistaat zurechtzufinden.

Foto: picture-alliance / dpa / Les_Edi

Selbst die streitbaren Gallier gehen sich in dem ostdeutschen Dialekt an. Hier schreien sich Maestria und Miraculix im Buch "Asterix - De Rose und 's Schwärd" an
Selbst die streitbaren Gallier gehen sich in dem ostdeutschen Dialekt an. Hier schreien sich Maestria und Miraculix im Buch "Asterix - De Rose und 's Schwärd" an

Was ist eigentlich ein Loddrisch? Ein Gworggeilschn? Eine Gärsche? Derlei fremd klingenden Vokabeln begegnet der Tourist auf Schritt und Tritt, so er im "Freischdahd Saggsn" unterwegs ist, soll heißen: im Freistaat Sachsen.

Für alle Nicht-Sachsen, die in sächsischen Landen einigermaßen mitreden und wenigstens grobe Zusammenhänge verstehen wollen, gibt es jetzt eine wertvolle Hilfe: Das Büchlein "Sächsisch für Anfänger" aus der Feder des in Leipzig geborenen Comedian Thomas Nicolai (Langenscheidt, 9,99 Euro).

Liebesgeflüster und Donnerwetter

In sieben Kapiteln bringt er dem Leser nützliche Vokabeln zu Themen wie Speis & Trank, Liebesgeflüster oder Donnerwetter bei.

Da erfährt man dann zum Beispiel, dass ein Loddrisch ein Lotterbube ist, der das Leben genießt, ein Gworggeilschn ist ein Quarkkeulchen, also eine Süßspeise aus Quark, Mehl, Kartoffeln, Zucker und Eiern, während eine Gärsche eine Kirsche ist, nicht zu verwechseln mit der Gährsche, also der Kirche.

Hilfe für Sachsen-Urlauber

Zum Vertiefen gibt es Crashkurse im Buch, in denen ganze Sätze abgehandelt werden, die man beim Sachsen-Urlaub sicher gut verwenden kann: Wenn Sie zum Beispiel ein gutes Restaurant suchen, fragen Sie "Wo kann mor hior was schnabbuliorn?"

Wenn Ihnen jemand sagt: "Jeds gibds Wammse", sollten Sie das Weite suchen, denn Ihr Gegenüber hat Ihnen soeben Schläge angedroht. Und sollte ein Kellner Ihnen zum Abschied "Du geiz'schor Gnochn!" nachrufen, dann haben Sie mit Sicherheit zu wenig Trinkgeld gegeben.

Man sieht, die Sachsen sind – in jeder Hinsicht – schwer zu verstehen. Da kommt das Buch zur rechten Zeit, auch angesichts der Tatsache, dass Sächsisch weiterhin der unbeliebteste Dialekt in Deutschland ist: Laut einer Umfrage des Instituts für Deutsche Sprache empfinden 30 Prozent der Bundesbürger Sächsisch als "besonders unsympathisch".

Quelle: SK
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