06.08.12

Miles & More

Die Lufthansa verärgert ihre Vielflieger

Die größte deutsche Fluggesellschaft ändert ihr Bonusprogramm: Ab September wird es für Reisende schwerer, einen höheren Status zu erreichen. Doch noch gibt es ein paar Möglichkeiten

Von Bettina Seipp
Foto: picture alliance / ZB

Für Geschäftsreisende und Vielflieger unerlässlich: Eine Miles & More Kreditkarte der Lufthansa.
Für Geschäftsreisende und Vielflieger unerlässlich: Eine Miles & More Kreditkarte der Lufthansa.

Das Gute vorweg: Nicht alle Änderungen beim Lufthansa-Bonusprogramm Miles & More sind von Nachteil für die Reisenden. So wird es beispielsweise von den Anforderungen her künftig leichter sein, den Senator-Status zu erreichen. Denn dafür sind ab 1. September nur noch 100.000 anstatt der bisherigen 130.000 Statusmeilen notwendig.

Aus Sicht vieler Vielflieger negativ ist allerdings die Neuregelung im Zusammenhang mit dem HON Circle Status. So sollen in Zukunft nur noch Business- und First-Class-Flüge für den begehrten Status zählen.

Der HON Circle Status wird aufgewertet

Das macht ihn zwar noch exklusiver. Allerdings sind die Aufnahmebedingungen mit 600.000 geflogenen HON-Circle-Meilen in zwei Jahren bereits jetzt schon so anspruchsvoll, dass der Kreis der HON-Circle-Mitglieder ein sehr kleiner ist.

Und er dürfte noch weiter schrumpfen, denn viele Unternehmen lassen selbst ihre leitenden Angestellten nicht mehr in der Business Class fliegen. In diesen Kreisen dürften die neuen Miles-&-More-Bedingungen für besonders viel Ärger sorgen.

Doch auch Reisende der Business Class sind von den Änderungen betroffen. So hat die Lufthansa vor einigen Monaten die neue Buchungsklasse P für besonders günstige Business-Class-Tickets eingeführt und zwar zusätzlich zur ebenfalls relativ preiswerten Business-Buchungsklasse Z.

Dass die Fluggesellschaft nun die Meilenwerte für die Flüge in der Buchungsklasse P im Vergleich zur Buchungsklasse Z weiter nach unten korrigiert, ist folgerichtig, nach dem Motto: wer weniger zahlt, bekommt auch weniger.

Allerdings wird das Bonus-System mit der Einführung weiterer Zwischenstufen komplizierter. Ganz davon abgesehen, dass die Meilenwerte in der Business Class künftig teilweise niedriger sind als die bestimmter Economy Class Buchungsklassen.

Neue Meilenwerte in der Business Class

Die neuen Meilenwerte der Buchungsklasse P gelten bereits seit 1. April für die Lufthansa, seit 16. Mai für Austrian Airlines, und bei der Swiss werden sie ab 1. September wirksam.

Für die Buchungsklasse Z sinken ebenfalls die Meilenwerte, wobei diese Änderungen Adria Airways, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Croatia Airlines, LOT Polish Airlines, Lufthansa, Luxair sowie Swiss betreffen und ab 1. September greifen.

Und es kommt an diesem Tag noch schlimmer für statusbewusste Meilensammler, denn auch das Upgraden mit Meilen wird eingeschränkt und ist ab 1. September generell nur noch mit teuren Business-Class-Tickets möglich.

Wer hingegen ein Ticket der günstigere Business-Buchungsklassen P und Z hat, kann sich nicht hochstufen lassen.

Mit einer Ausnahme: Bei der Swiss gelten die alten Upgrade-Regelungen in die höchsten Klassen, sie sind "nur" etwas teurer geworden, der Aufschlag kostet nun 20.000 Meilen.

Tipps für Meilensammler

Seit die Pläne der Lufthansa bekannt sind, diskutieren Vielflieger in einschlägigen Internetforen über Strategien, wie sie vor dem Stichtag 1. September noch einen besseren Lufthansa-Status erreichen können.

Mit der gleichen Frage hat sich Welt Online an Alexander Koenig gewandt, Autor des Buches "First Class & More – Insidertipps für smartes Reisen" und Betreiber der Webseite www.first-class-and-more.de, die über Kundenbindungsprogramme informiert. Damit ist er einer der Experten im deutschsprachigen Raum, wenn es darum geht, wie Reisende ihr Punktekonto effektiv einsetzen können.

Nachfolgend seine Tipps, um kurzfristig noch möglichst viele Meilen zu sammeln:

1. Innereuropäisch kann man mit dem Swiss Business Upgrade Europa (Buchungsklasse P) bis Ende August ab 450 Euro komfortabel in die schönsten Metropolen Europas reisen. Dabei sammelt man je nach aktuellem Lufthansa-Status zwischen 8.000 und 10.000 Prämien- und Status-Meilen. Wer seinen Flug von Deutschland aus geschickt über Zürich und Genf routet, kann sogar bis zu 13.750 Meilen sammeln.

2. Auch interkontinental kann man mit Swiss relativ günstig in der Business Class fliegen und sein Meilenkonto aufstocken. Man muss dafür allerdings ab Budapest, Istanbul oder Athen starten. So geht es beispielsweise schon ab 1800 Euro von Budapest nach Hong Kong – mit einer Meilenausbeute zwischen 27.000 und 31.000 Prämien- und Status-Meilen (abhängig vom Statuslevel). Auf der Strecke Istanbul – Bangkok lassen sich ab 2000 Euro zwischen 26.000 und 30.000 Meilen sammeln. Und ein Flug von Athen nach Johannesburg ab 1950 Euro bringt zwischen 25.000 und 28.500 Meilen ein.

3. Für Nordamerika-Reisende bietet sich Air Canada mit Abflug Brüssel an. So fliegt man ab 2100 Euro nach Los Angeles und sammelt hierbei zwischen 24.000 und 27.000 Statusmeilen. Ebenfalls günstig ist die polnische LOT mit Flügen ab Budapest; ein Business-Ticket nach New York ab 1850 Euro wird mit 21.000 bis 24.000 Prämien- und Status-Meilen honoriert.

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