29.07.12

Umfrage

Schwarze Schafe unter den Online-Reiseportalen

Deutschlands Reisemanager warnen: Verbraucher sind "leichte Beute" von unseriösen Anbietern, die im Internet Reisen, Flüge oder Hotelzimmer verkaufen. Abhilfe könnten strengere Gesetze schaffen.

Von Sönke Krüger
Foto: picture-alliance

Reisebuchungen im Internet: Oft sind sie undurchsichtig und den Kunden wird Geld aus der Tasche gezogen
Reisebuchungen im Internet: Oft sind sie undurchsichtig und den Kunden wird Geld aus der Tasche gezogen

Den Reiseportalen gehört die Zukunft: 87 Prozent der Manager der deutschen Reiseindustrie sind der Meinung, dass Internet-Reiseportale in der Verbrauchergunst weiter steigen werden. Das ergab eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens Trendscope für den Travel Industry Club, in dem mehr als 600 Führungskräfte der deutschen Reiseindustrie organisiert sind.

Allerdings sind 75 Prozent der Befragten der Meinung, dass es derzeit keine ausreichende Transparenz für Nutzer von Online-Reiseangeboten gibt, viel zu leicht könne man sich im Dschungel der vielen unübersichtlichen Angebote und angeblichen Schnäppchenpreise verirren.

Eine Mitschuld trifft allerdings auch die Verbraucher: Diese seien viel zu sehr auf den Preis fixiert und würden deshalb zu oft eine "leichte Beute" für unseriöse Anbieter, sagen 92 Prozent der Reisemanager. 80 Prozent befürchten einen Imageschaden durch solche schwarzen Schafe in der Online-Reiseindustrie.

Warnung vor Abzocke im Internet

Reiseportale waren laut Travel Industry Club in den vergangenen Wochen verstärkt in die Kritik geraten. Beispielsweise hatte die Zeitschrift "Computer Bild" das Leipziger Internetunternehmen Unister kritisiert und als "Abzock-Imperium" bezeichnet. Unister betreibt und vermarktet Portale wie fluege.de und ab-in-den-urlaub.de.

Auch die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) warnte ausdrücklich vor dem Reiseportal fluege.de: Je weiter man sich voranklicke, desto mehr Gebühren würden aufgeschlagen. "Bei uns gibt es eine Flut von Be­schwer­den über das Portal", sagt VZS- Ge­schäfts­füh­rer Joachim Betz. So sei der beworbene Preis meist nicht der Endpreis, weil während der Buchung ver­steckte Gebühren drauf­ge­schla­gen würden. Das Gesetz schreibe aber vor, dass der Endpreis von Anfang an erkennbar sein müsse.

Klassische Reisebüros wird es weiterhin geben

Die Lösung solcher Probleme könnten klare und strengere gesetzliche Richtlinien sein, finden Deutschlands Reisemanager: 68 Prozent vermissten diese in der Umfrage ausdrücklich. Verstöße gegen geltende Richtlinien sollten zudem strenger geahndet werden, finden 89 Prozent. Und neun von zehn Befragten sagen: Die Online-Reiseindustrie muss noch stärker in die Qualität ihrer Angebote investieren.

Die Zukunft des Reisebüros sehen Deutschlands Reisemanager indes nicht bedroht: Nur zwölf Prozent glauben laut Umfrage, dass es in zehn Jahren angesichts des Vormarsches der Online-Reiseportale keine klassischen Reisebüros mehr geben wird.

Foto: holidaycheck.de

„Hotel Romantic“ am Gardasee/Italien: Romantisch ist hier nichts: „Laufende WC-Spülung, lose Kloschüssel, Sprung im Waschbecken, Schimmel in der Dusche“ – so beschreibt ein angewiderter Gast das Bad in seinem Hotelzimmer. Fast schon Kunst: Schimmel in Form einer ehemals an der Wand befestigten Heizung. Auch Service und Gastronomie in dem Drei-Sterne-Haus können nicht überzeugen. Die Weiterempfehlungsrate des „Hotel Romantic“ auf Holidaycheck liegt bei null Prozent.

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  • 62%

    Ja, eigentlich jede Reise, jeden Flug, jedes Hotel.

  • 25%

    Nein, aber ich informiere mich im Internet über Reisen.

  • 12%

    Nein, mir ist das zu unübersichtlich und ich fühle mich abgezockt.

Abgegebene Stimmen: 1.100
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