17.07.12

Gesundheit

Wer an der Küste lebt, ist einfach gesünder

Urlaub an der Küste trägt rundum zum Wohlbefinden bei. Doch auch bei ständigen Bewohnern macht sich die Küste bemerkbar: Ihnen geht es besser als jenen, die im Landesinneren leben.

Foto: DPA
Küste
Leben an der Küste ist gesünder als im Landesinneren. Wenn jetzt alle Welt an die Küste zieht, ist das ökologisch aber auch nicht besonders sinnvoll

Wer an der Küste lebt, ist gesünder. Diese Erkenntnis präsentieren Forscher der Universität von Exeter, die Daten des britischen Gesundheitssurveys analysiert haben. Im Jahr 2001 wurden in diesem Survey unter anderem Gesundheitsdaten von über 48 Millionen Menschen abgefragt.

Das Team um Ben Wheeler sah sich an, in welchen Regionen die Menschen ihre Gesundheit als "gut" angegeben hatten, in welchen es ihnen nach eigener Aussage nur "einigermaßen" ging und wo sie sich gesundheitlich "schlecht" fühlten. Heraus kam: An der Küste fühlt man sich am wohlsten. Der Effekt sei zwar klein, aber deutlich, betonen die Forscher im Journal "Health and Place".

Auch andere, kleinere Studien hätten bereits deutlich gezeigt, dass der Zugang zu einer "guten" Umwelt das Ungleichgewicht zwischen den ärmeren und den reicheren Bevölkerungsschichten deutlich verringern könnte.

Ursache und Wirkung unklar

Der Gesund-Effekt der Küste war vor allem in finanziell schlechter gestellten Gemeinden sehr hoch. Ihre Bewohner fühlten sich deutlich gesünder als Bewohner von Gemeinden mit einer ähnlichen Einkommensstruktur, die im Landesinneren liegen.

"Wir wissen natürlich, dass Menschen, die an den Strand fahren, normalerweise eine tolle Zeit da haben. Aber es gibt noch keine wirkliche Erklärung dafür, wie und warum der Aufenthalt am Meer die Gesundheit beeinflusst", sagt Wheeler. "Auch unsere Studie kann darüber keinen definitiven Aufschluss geben – wir können nicht sagen, was genau die Ursache ist und was die Wirkung."

Andere Studien hatten gezeigt, dass Menschen, die am Meer wohnen, nicht nur bessere Möglichkeiten haben, körperlich aktiv zu werden: Sie können lange Spaziergänge machen und leichter zwischendurch kurz schwimmen gehen.

Auch auf den Stress wirkt sich das Meer aus: Menschen werden ruhiger und können besser abschalten, wenn sie auf die Wogen blicken und der Wind ihnen um die Ohren pfeift.

Ruhiger, entspannter, erfrischter

Eine Studie, die die Forscher jüngst in Zusammenarbeit mit "Natural England", einer Behörde, die für die nachhaltige Entwicklung der Naturräume Englands zuständig ist, hatte ebenfalls Hinweise auf den Gesundheitseffekt der Küsten gegeben: Demnach fühlen sich Menschen nach einem Besuch der Küsten ruhiger, entspannter und erfrischter, als wenn sie sich in Stadtparks erholen oder auf das Land rausfahren.

"Natürlich wissen wir auch, dass nicht jeder an die Küste ziehen kann", fassen Wheeler und sein Team zusammen. "Aber wenn wir die gesundheitsfördernden Faktoren des Meeres genauer bestimmen können, könnten wir sie vielleicht auch auf andere Regionen übertragen.

Zudem darf man nicht vergessen, dass das Leben an der Küste nicht nur gut für die Gesundheit ist: Wir müssen abwägen zwischen den positiven Küsten-Effekten und den schlechten Effekten, wie etwa Extremereignissen, dem Klimawandel und auch den Folgen, die eine nicht-nachhaltige Erschließung der Küste hätte."

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