02.05.12

Umfrage

Urlaub zur Untermiete – das nervt am Ferienhaus

Sauberkeit ist für Deutsche nach wie vor eine Grundtugend. Das zeigt eine Umfrage eines Ferienhausportals, bei der die Teilnehmer gefragt wurden, was sie an einer Ferienunterkunft am meisten stört.

Foto: dpa-Zentralbild
Ferienwohnung
Urlaub im Ferienhaus sorgt manchmal auch für lange Gesichter, vor allem dann, wenn die Unterkunft schmutzig ist. Dreck mag der Deutsche nämlich gar nicht

Websites wie Wimdu.de, Airbnb.de, und 9flats.com, die Ferienappartements und Schlafplätze in Privatwohnungen vermitteln, boomen kräftig. Und das auch hierzulande, glaubt man den Mitteilungen der Internetportale.

Doch ganz so leicht wie in Amerika, wo der "Urlaub zur Untermiete" vor fünf Jahren ersonnen wurde und inzwischen zur Konkurrenz für die Hotelbranche avanciert, tun sich die Deutschen mit der Vorstellung nicht, in der Wohnung fremder Leute zu schlafen, zu duschen und zu kochen.

Haar am Badewannenrand

Es könnte ja das sprichwörtliche Haar am Badewannenrand kleben oder schlimmer noch am Herd. Dass Sauberkeit für Deutsche nach wie vor eine Grundtugend ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Ferienhausportals BestFewo.de.

Auf die Frage "Was nervt an einer Ferienunterkunft?" antworteten 21,3 Prozent der 859 Befragten, sie störten sich vor allem daran, wenn das Ferienobjekt nicht wirklich sauber sei.

Dass die Betten nicht den eigenen Ansprüchen genügen – eine Klage, die in Hotels häufig vorgebracht wird –, ist hingegen nur für 5,4 Prozent ein Problem.

Vermieter als störend empfunden

Das Internetportal hatte zehn Antwortmöglichkeiten vorgegeben wie "Die Kücheneinrichtung ist ungenügend" und "Die Ausstattung ist zu ungemütlich" – sowie eine elfte, positive Option "Alles in Ordnung".

Das Ergebnis scheint nicht nur das Klischee vom sauberkeitsfanatischen, sondern auch vom nörgeligen Deutschen zu belegen.

So sind nur 1,3 Prozent rundum zufrieden mit ihrem Ferienhaus. Als störend werden selbst die Vermieter empfunden, wie immerhin 9,1 Prozent bekunden.

Noch größer allerdings ist die Zahl derer (14, 8 Prozent), die sich ärgern, wenn sich der Vermieter gar nicht blicken lässt, denn dann kann man ja keine Klagen vorbringen – etwa, dass die Küchenmesser unscharf sind (11,5 Prozent), die Kaffeemaschine kaputt ist (2,1 Prozent) oder dass die Kosten der Endreinigung zu hoch ausfallen (5,8 Prozent). Letzteres ärgert Männer sogar noch mehr als Frauen (6,5 gegenüber 4,9 Prozent).

Männern ist Sauberkeit wichtig

Auch unter den eingangs genannten 21,3 Prozent derer, die sich über Schmutz beklagten, ist die Zahl der Männer deutlich höher als die der Frauen (25,2 Prozent gegenüber 17 Prozent).

Und wenn dann noch die Frau bittet "Schatz, mach doch mal ein bisschen sauber, Du hast ja jetzt Zeit" kann es um den Haussegen im Ferienhaus schnell geschehen sein.

Was den Schluss nahelegt: Hotels haben in Deutschland weiterhin eine Zukunft.

Quelle: bes.
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