02.04.12

Helgoland

Energie-Konzern bucht Hotel komplett für zehn Jahre

Touristen bekommen im "Atoll" kein Zimmer mehr. Das Luxus-Hotel auf Helgoland ist für zehn Jahre ausgebucht – von einem Energiekonzern.

Foto: DPA
Hotel "Atoll" auf Helgoland
Das Hotel "Atoll Helgoland": Die Eröffnung 1999 war mit großen Hoffnungen für den Tourismus auf Helgoland verbunden

Die Eröffnung des luxuriösen Designhotels "Atoll" auf Helgoland war 1999 mit großen Hoffnungen für den Tourismus verbunden – doch in den nächsten zehn Jahren wird dort kein Urlauber mehr ein Zimmer buchen können.

Vom 1. Januar 2013 an hat sich das Energie-Unternehmen WindMW aus Bremerhaven für ein Jahrzehnt in das für seine außergewöhnliche Architektur bekannte Hotel eingebucht, um die 50 Zimmer an Mitarbeiter und Gäste zu vergeben. "Für unseren Tourismus ist das eine kalte Dusche, denn das Atoll hat höchste Maßstäbe auf Helgoland gesetzt", sagte Helgolands Bürgermeister Jörg Singer.

Eigentümer Arne Weber sprach dagegen von einem wirtschaftlichen Glücksfall: "Helgoland verliert das einzige Luxus-Hotel, aber wer träumt nicht von einer vollen Auslastung seines Hotels für zwölf Monate im Jahr." Das schaffe Ganzjahres-Arbeitsplätze.

WindMW setze für die Betriebsphase des rund 1,2 Milliarden Euro teuren Windparks Meerwind Süd/Ost voll auf den Standort Helgoland, erklärte Weber. Die Bauarbeiten für den Windpark mit 80 Energieanlagen sollen im September dieses Jahres beginnen.

Im Schnitt habe die Auslastung des Designhotels "Atoll" bei rund 50 Prozent gelegen, das habe den Erwartungen entsprochen, berichtete Weber. Das Hotel sollte bei der Eröffnung das moderne Bild der Insel prägen, denn Deutschlands einzige Hochseeinsel war jahrzehntelang als "Fuselfelsen" verpönt.

Der Ausfall des Designhotels für den Tourismus trifft Helgoland in einer Phase, in der die Übernachtungsstatistik wieder nach oben zeigte. "Das ist sehr bedauerlich, das Hotel 'Atoll' war ein Leuchtturm für die ganze Insel", sagte Tourismusdirektor Klaus Furtmeier.

Derzeit sind Investitionen von zunächst rund 50 Millionen Euro geplant, um mehr Touristen nach Helgoland zu locken. Die Insel als Standort für Boutiquehotels, das schwebt den Tourismusmachern vor. Der Rickmers Hotelbetrieb baut beispielsweise im Oberland ein Literaturhotel.

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