Urlaubspläne
Deutsche bekommen mehr Lust auf die Heimat
Auch in Zeiten der Finanzkrise lassen sich die Deutschen ihre Urlaubslaune nicht so leicht verderben. Das ist das Ergebnis von gleich mehreren Umfragen, die kurz vor der Eröffnung der Internationalen Tourismus-Börse vorgestellt wurden. Dabei lässt sich ein klarer Trend bei der Auswahl des Reiseziels beobachten.
Von Kira Hanser
Das Erleben von Kultur ist für Reisende viel wichtiger als oft angenommen. Voraussetzung ist nur, dass die Kultur als Event vermittelt wird und nicht einfach in Form trockener Belehrung.
Die Deutschen lassen sich ihre Urlaubslaune nicht so leicht verderben. Das ergaben fast zeitgleich mehrere neue Reise-Umfragen, die kurz vor der Eröffnung der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) vorgestellt wurden. Laut des aktuellen ADAC-Reisemonitors planen bereits 64,5 Prozent der Befragten 2009 mindestens eine Urlaubsreise, das sind lediglich drei Prozent weniger als im Vorjahr (67,1 Prozent). Gespart werde allenfalls an der Anzahl der Reisen. Der Haupturlaub bleibt unangetastet.
Die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) rechnet sogar damit, dass Deutschland als Reiseziel von der Wirtschaftskrise weniger stark betroffen sein wird als viele andere Destinationen in Europa. Es verstärkt sich offenbar der Trend, dass deutsche Gäste ihren Haupturlaub sogar ein wenig verlängern – und dafür auf den einen oder anderen Urlaub zwischendurch verzichten. Wenn sie reisen, dann lautet das Lieblingsziel: Deutschland.
So spricht der Deutsche Reise-Verband (DRV) von einer neuen Lust auf Urlaub im eigenen Land. "Die Zahl der Reisebuchungen für Deutschland wächst derzeit bei den Veranstaltern und im Reisebüro überdurchschnittlich. Für den Gesamtmarkt gesehen ist und bleibt Deutschland das beliebteste Reiseziel der Bundesbürger", sagt DRV-Deutschlandexperte Martin Katz. Auch eine Umfrage im Auftrag der Marketing-Zeitschrift "Horizont" zeigt: Mehr als die Hälfte der Deutschen hält es demnach "für sehr wahrscheinlich oder wahrscheinlich", die Ferien 2009 in der Heimat zu verbringen – nach dem Motto: Lieber Ostsee als Mallorca.
Für 2009 wird zwar ein leichtes Absinken des innerdeutschen Tourismus' von bis zu 2,5 Prozent erwartet, doch was den Sommer betrifft, sei "Deutschland potenziell auf der Gewinnerseite", erklärte Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus. Hier spielen offenbar auch die schnelle Erreichbarkeit und die damit verbundenen niedrigeren Kosten eine nicht unerhebliche Rolle.
Bereits 2008 zeichnete sich dieser Trend ab: Im letzten Jahr verbrachten die deutschen Urlauber ihre Ferien noch häufiger in der Heimat, wie die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen. 2008 war ein neues Rekordjahr für den Inlandstourismus: Das Statistische Bundesamt zählte hierzulande 313,04 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste. Das entspricht einer Steigerung von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das beliebteste Bundesland war erneut Bayern mit 64,07 Millionen Übernachtungen deutscher Gäste (plus ein Prozent). Berlin liegt an zehnter Stelle der Rangliste mit 10,72 Millionen Übernachtungen (plus 0,5 Prozent).
Gewinner sind Mecklenburg-Vorpommern mit einem Plus von 4,3 Prozent, Niedersachsen und Baden-Württemberg (plus 2,7 Prozent). Die Aufsteiger bei den Urlaubsregionen: Niederrhein (mit einem Plus von 8,5 Prozent), der mittlere Neckar (7,4 Prozent) sowie Rügen mit Hiddensee (6,2 Prozent).
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