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Second Life

Virtueller Seitensprung – Frau will Scheidung

Erst verliebten sie sich in einem Chatroom, dann heirateten sie in der realen Welt. Doch nun fand das Glück von zwei Briten ein jähes Ende. Grund: Der Ehemann war erneut zum Flirt ins Internet abgetaucht – und hatte dort Sex mit einer virtuellen Prostituierten. Seine Frau konnte das nicht ertragen.

"Second Life" - erste WDR-Sendung
Foto: Linden_Research
Frauen in Second Life: So schön ist das Leben in der 3D-Welt

Es war virtuelle Liebe auf den ersten Blick, als sich David Pollard, 40, und Amy Taylor, 28, im Mai 2003 das erste Mal in einem Online-Chatroom trafen. Sechs Monate schrieben sich die beiden Briten E-Mails, dann zog Tylor von London zu ihrem neuen Freund nach Newquay im englischen Cornwall. Doch obwohl die beiden nun in der realen Welt zusammen lebten, verbrachten sie viel Zeit allein oder gemeinsam im virtuellen Raum von „Second Life“. Wie 15 Millionen andere Nutzer auf der Welt gefiel es den beiden, sich in dieser dreidimensionalen Internetwelt eine zweite Identität zu geben. Polland und Tylor sind beide stark übergewichtig. Ihre Internet-Alter-Ego haben dagegen perfekte sportliche Körper und wilde Haarschnitte.

So war dann auch die Hochzeit 2005 in der virtuellen Welt um einiges spektakulärer als in der Realität. Gesetzlich gaben sich die beiden in einem schnöden Standesamt ohne viel Brimborium das Ja-Wort, in „Second Life“ fand die Zeremonie in einem tropischen Regenwald statt.

Doch das virtuelle Märchen war nicht von langer Dauer. Als Tylor eines Tages nach einem kurzen Mittagsschläfchen zurück zu ihrem Computer kam, erwischte sie Pollards Alter-Ego Dave Barmy in flagranti dabei, wie er im „Second Life“ Sex mit einer Prostituierten hatte.

Taylor stellte ihren Mann zur Rede, der schwor Besserung. In der virtuellen Welt machte Taylor mit ihm Schluss, in der echten blieben sie ein Paar. Über den Weg traute sie ihrem Gatten aber immer noch nicht und hetzte ihm 2007 einen Detektiv auf den Hals – einen virtuellen „Second Life“-Schnüffler namens Markie MacDonald. Der ertappte Pollard prompt mit einer anderen Frau im Netz.

Taylor hatte die Nase voll, reichte die Scheidung ein – virtuell und in der echten Welt. Taylor sagte gegenüber der britischen Zeitung „Times“: „Es war der ultimative Betrug.“ Ob er sie nun online oder in der echten Welt hintergangen habe, sei egal. „Es tut genauso weh.“

Pollard dagegen verteidigte seine Fehltritte damit, dass sich seine Frau mehr für ihre Internet-Identität interessiert habe als für ihn. „Wenn ich Zeit mit ihr verbringen wollte, musste ich immer darum bitten.“

Beide haben übrigens mittlerweile neue Partner gefunden. Pollard ist angeblich mit der Frau zusammen, mit der er seine Online-Affäre hatte - obwohl er sie noch nie gesehen hat. Taylor selbst hat ebenfalls eine neue Beziehung. Kennen gelernt haben sich die beiden durch das Online-Rollenspiel „World of Warcraft“.



Erschienen am 14.11.2008

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