27.08.08

Funkausstellung

Die Ifa wäscht jetzt die ganz große Wäsche

Erstmals zeigt die Ifa unter dem Berliner Funkturm neben Verbraucherelektronik auch sogenannte Weiße Ware wie Espressomaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke. Energie-Effizienz, Komfort und Design sind in dieser Sparte die Trends. Der Renner der diesjährigen Funkausstellung sind jedoch Flachbildschirme.

Internationale Funkausstellung Berlin
Jetzt gibt es auch Haushaltsgeräte auf der Ifa zu sehen: Eine überdimensionale Wäschetrommel an einem Stand

Die Deutschen gehören zu den anspruchvollsten Kunden in Europa. Zumindest wenn es um Flachbildschirme geht. "Größer, flacher, hochauflösender", fasst Hans-Joachim Kamp die Auswahlkriterien deutscher Käufer zusammen. Durchschnittlich 820 Euro investieren Technikfans derzeit hierzulande in die großen TV-Bildschirme für zu Hause – in Europa sind es im Schnitt nur 690 Euro, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Unterhaltungselektronik im ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) bei der Eröffnungspressekonferenz der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (Ifa).

Kamp hält Flachbildschirme für einen der Hauptwachstumsträger in den kommenden Jahren. Sein Verband rechnet europaweit mit 32 Mio. verkauften Geräten im laufenden Jahr. Insgesamt gäbe es in Europa noch über 170 Mio. Röhren-TV-Geräte, die über kurz oder lang ersetzt werden müssten. Daher gab sich Kamp auch für die Zukunft optimistisch.

So international wie nie zuvor

Gleichzeitig gab die Elektronikmesse neue Rekordzahlen bei Ausstellern und Besuchern bekannt. "Selbst das Rekordniveau von 2007 konnten wir in diesem Jahr konstant halten", sagte der Geschäftsführer der Messe Berlin, Christian Göke. Mit insgesamt 1245 Ausstellern aus 63 Ländern führt die Messe ihren Kurs der Internationalisierung fort. Das Interesse der ausländischen Aussteller sei noch einmal deutlich gestiegen, sagte Göke. Ein Jahr zuvor waren noch 33 Länder vertreten.

Erstmals zeigt die Ifa neben Verbraucherelektronik auch sogenannte Weiße Ware wie Espressomaschinen, Geschirrspüler und Kühlschränke. Energie-Effizienz, Komfort und Lifestyle seien derzeit die wichtigsten Trends in diesem Marktsegment, sagte Miele-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Branchenverbands ZVEI, Reinhard Zinkann. Zusammen mit der neuen Produktgruppe kommt die Messe in diesem Jahr mit 122.000 Quadratmetern auf die größte Fläche in ihrer Geschichte.

"Unsere Branche hat lange keine Messe mehr gehabt", sagt Zinkann. Umso zufriedener sei der Handel jetzt. Zinkann betonte außerdem, dass "weiße" und "braune" Ware sowieso schon in den meisten Geschäften nebeneinander verkauft würden. Auch Messe-Chef Göke unterstrich, dass die Zusammenführung sowohl für die Konsumenten als auch für den Handel nur logisch sei, da die Geräte immer näher zusammen rücken. Beispielsweise werden Kühlschränke mit eingebauten Flachbildschirmen gezeigt oder intelligente Kaffeemaschinen, die mit Elektronik aufgewertet sind und dem Nutzer Arbeit abnehmen. Fast alle großen Markenhersteller von Siemens, Miele über Bosch bis Electrolux sind dabei.

Umweltschutz und Energieeffizienz ist bei den Haushaltsgeräten auf der Ifa ähnlich wie bei der Unterhaltungselektronik ein Topthema. Man wolle den Verbraucher anregen zu überlegen, ob er sein Gerät früher austauschen wolle und sich dann ein womöglich teureres, aber umweltfreundlicheres Gerät kaufe, sagt ZVEI-Vorstand Zinkann. Wichtigstes Ziel der Branche sei, Geräte anzubieten, die sparsam sind, bei denen der Konsument aber keinerlei Komfortverlust hinnehmen muss.

Haushaltsgeräte werden teurer

So sollen neue Kunden gewonnen werden, denn die Nachfrage nach Haushaltsgeräten ist rückläufig. Für 2008 werde zwar noch ein Plus von vier Prozent erwartet. Aber in den wichtigen europäischen Märkten in England, Italien und Spanien seien zum Teil starke Rückgänge zu verzeichnen. Weltweit habe die Haushaltgeräteindustrie 140 Mio. Dollar umgesetzt. Europa sei mit einem Anteil von 36 Prozent der größte Markt. 2009 müssen sich die Verbraucher auf höhere Preise für Haushaltsgeräte einstellen – wegen der steigenden Rohstoff- und Energiepreise.

Die Ifa findet vom 29. bis zum 3. September in Berlin statt. Die Messe erwartet in diesem Jahr über 200.000 Besucher, darunter mehr als 100.000 Fachbesucher.

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