Abonnenten-Login Serviceangebote der Berliner Morgenpost Specials der Berliner Morgenpost
04.07.08

Erste Hilfe

So managen Sie die üblen Macken Ihres PCs

Viren, Würmer oder Trojaner sind das Horrorszenario für jeden Bildschirmarbeiter. Der Befall der Computer kann so weit gehen, dass der Rechner unbenutzbar wird. Doch es gibt Wege sich zu schützen und Computerstörungen in den Griff zu bekommen.

© chromorange
Ein nicht funktionierender Computer kann zu regelrechten Verzweiflungsanfällen führen
Ein nicht funktionierender Computer kann zu regelrechten Verzweiflungsanfällen führen

Alles beginnt scheinbar ganz harmlos: Zunächst dauert das Hochfahren des Computers am Morgen einfach etwas länger als sonst – doch dann immer länger und länger. Bald stören auch vermehrt Pop-ups auf dem Bildschirm, die vor allem zum Herunterladen eines scheinbar seriösen Schutz-Programms raten: "Ihr Computer ist von einem Virus befallen." Doch auch das Wegklicken dieser lästigen Werbe-Seiten ist nicht die letzte Stufe. Beim Öffnen des E-Mail-Programms springt plötzlich eine unbekannte Webseite auf, die sich gänzlich ungefragt als neue Startseite ausgibt. Auch die Maus lässt sich jetzt nicht mehr so schnell wie früher über den Monitor bewegen und hakt häufiger. Selbst das Aufrufen einfacher Textdateien dauert jetzt manchmal Minuten.

Bis eines Tages gar nichts mehr geht: Der Bildschirm bleibt jetzt gänzlich schwarz, in der einen Ecke blinkt nur noch ein Strich, in der anderen steht eine Zahl. Kein Zweifel: Aus dem PC als zweitbesten Freund des modernen Menschen ist spätestens jetzt der "Patient Computer" geworden. Ein so genannter Trojaner hat Stück für Stück Festplatte und Programme gekapert und Türen für weitere Schad-Software geöffnet. Von nun an führt die Rechenmaschine nur noch den fremden Willen des Eroberers aus: Für Klicks und Befehle des eigentlichen Nutzers ist er unempfänglich. E-Mails, Texte, digitale Urlaubsfotos und der Zugang zum Internet – alles für immer verloren und versperrt?

Diese oder weniger zugespitzte Horror-Szenarien sind heute unzähligen Menschen aus eigener Erfahrung vertraut. Denn überall wo Computer am Netz sind, lauert heute die Gefahr, dass sich Viren, Würmer oder Trojaner einschleichen und für Ärger, Schweißausbrüche und Geldverlust sorgen. Die Grenzen zwischen den drei wichtigsten digitalen Schurken-Formen sind fließend – und sie stehen immer mehr potenziellen Opfern gegenüber. So schätzt der 1100 Mitglieder starke Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), dass heute 61 Prozent der Bundesbürger beruflich einen PC nutzen, über 70 Prozent privat. Auch die Zahl der verkauften Geräte steigt rasant: Etwa elf Millionen sollen allein 2008 neu über den Ladentisch gehen, davon knapp sechs Millionen Laptops.

Doch wie schützt man seinen digitalen Kollegen davor, dass er nicht als "Zombie" endet, wie Experten fremd gesteuerte Rechner nennen? "Zunächst sollte man wie im echten Leben auch in der virtuellen Welt ein gesundes Misstrauen an den Tag legen, zum Beispiel bevor man eine E-Mail öffnet oder einen E-Mail-Anhang anklickt", rät Katrin Alberts, Vize-Sprecherin beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). "So fordern Banken ihre Kunden niemals per Mail auf, Pin- oder Tan-Nummern preiszugeben. Im Zweifelsfall ruft man besser den Kundenservice an und fragt dort nach." Auch versenden Kriminelle öfters gefälschte E-Mails von Versandhäusern, Institutionen oder scheinbar staatlichen Behörden, um an Daten zu gelangen. Andere täuschen vermeintliche Lotto-Gewinne oder gar Steuerrückzahlungen vor, rufen zum Knochenmarkspenden für erfundene Kranke auf. Solche Lügen-Briefe heißen unter Experten "Hoax": schlechter Scherz. Darüber hinaus können sich raffinierte Späh-Programme heute beim Online-Banking sogar zwischen Geldinstitut und Verbraucher schalten. Sie sind in der Lage, beispielsweise Überweisungen zu verändern oder auf andere Konten zu lenken – und begehen damit eine Art digitalen Bankraub.

Auch die Nummern von Kreditkarten sind regelmäßig Ziel von Angriffen aus dem Netz. Allein dieses als "Phishing" bezeichnete Abschöpfen persönlicher Informationen hat stark zugenommen: Allein zwischen 2005 und 2007 verdoppelte sich der durch Passwort-Fischen verursachte Schaden von 10,5 auf geschätzte 19,5 Millionen Euro. Um solche Verluste zu vermeiden rät Alberts: "Drei technische Schutzmaßnahmen gehören zum Basis-Schutz eines jeden Computers: Zunächst sollte eine Personal-Firewall installiert sein, die als virtuelle Brandmauer die Verbindung zwischen Computer und Internet überwacht und dem illegalem Zugriff auf Daten vorbeugen soll. Zum anderen ist ein Virenscanner Pflicht, der unerwünschte Eindringlinge erkennt und löscht. Und nicht zuletzt sollte man regelmäßig die Programmpatches und die Sicherheits-Updates aufspielen." Falls Updates nicht automatisch aufgespielt werden können, müsse der Anwender hier selbst aktiv werden. Auch empfehle sich, den Inhalt des Computers auf einer externen Festplatte zu sichern, um im Zweifelsfall eine Kopie aller Daten zu besitzen. Gerade für Technik-Laien stellt das BSI auf seiner Homepage neben Informationen auch eine Reihe kostenloser Schutz-Programme zum Herunterladen bereit.

Virenscanner alleine garantieren keinen störungsfreien Computer

Doch trotz der besten Sicherheits-Pakete auf dem Rechner besteht heute keine Garantie mehr für störfreies Surfen und Arbeiten im Internet. Denn nicht nur Computer-, Software- und Online-Anbieter stopfen ihrerseits pausenlos neu entdeckte Sicherheitslücken ihrer Systeme. Auch Kriminelle feilen nonstop an ihren Methoden. Hoch professionell aufgestellte Banden finden immer wieder neue Schlupflöcher und ausgeklügelte Tricks – vor allem um Geld zu machen. "Moderne Schadsoftware arbeitet heute in der Regel im Verborgenen. Die Programmierer dieser so genannten Malware können deren Aktivitäten inzwischen sehr eng an die internen Prozesse des Computers koppeln.

Dadurch werden sie für den Anwender praktisch unsichtbar", warnt Lutz Neugebauer, Bereichsleiter Sicherheit bei Bitkom. "Oftmals bestehen diese blinden Passagiere nur aus kleinen Dateien, die man "Rootkits" nennt. Diese fallen auch seltener auf, da Computer und Netzwerke immer leistungsfähiger werden und zum Beispiel über Breitbandanschlüsse immer größere Datenmengen übertragen können." Manchmal löschen sich Trojaner sogar wieder selbstständig, wenn sie Nutzungs-Gewohnheiten oder Email-Adressbücher eines Computers vollständig ausgeforscht haben.

Allgemein drängen Trojaner inzwischen die Viren und Würmer immer weiter zurück. Mehrere hunderttausend sind weltweit bekannt. Vermehrt nutzen Online-Verbrecher heute neben E-Mails verstärkt gezielt infizierte Webseiten, um sich Zugang zu fremden Rechnern zu verschaffen: Ein Klick auf so einen falschen Link oder eine unseriöse Seite genügt – und der Trojaner ist an Bord. Neben dem Ausspionieren dienen die ungebetenen Gäste darüber hinaus dazu, die heimlich eroberten Computer zu so genannten "Botnetzen" zu verknüpfen. Diese können durchaus mehrere Zehntausend infizierte PCs in verschiedenen Ländern umfassen. Da Internet-Kriminelle längst weltweit zusammen arbeiten, kann der Programmierer der nötigen Schadsoftware in den USA sitzen, die Server aber in der Ukraine oder Weißrussland stehen und die Anwender beispielsweise in Spanien aktiv sein.

Betrüger, unseriöse Geschäftemacher oder Scheinfirmen mieten diese "Roboter"-Netzwerke dann, über die sie leicht Millionen von Spam-Mails verschicken können. Diese bieten in "Webshops" vom Hundefutter über Möbel, Grußkarten bis hin zu Potenzmitteln fast alles an. Oft liefern sie jedoch überhaupt keine Ware gegen das überwiesene Geld oder wenn, dann nur in schlechter Qualität zu überhöhten Preisen. Gute Spam-Filter fangen diese Mails jedoch ab. Doch selbst wenn nur wenige Gutgläubige darauf hereinfallen, lohnt sich das Geschäft. Dieses Vorgehen ist heute technisch oft so ausgeklügelt, dass sich die Urheber meist überhaupt nicht mehr ermitteln lassen: Der beste Schutz bleibt also die eigene Vorsicht – und aktuelle Schutzprogramme.

Erste Hilfe

Viren, Würmer und Trojaner gehören heute zu den Störfaktoren des Internetzeitalters. Vor allem Kriminelle nutzen immer subtilere Techniken, um Computer mit Schadsoftware zu infizieren. Doch bis zu einem bestimmten Grad ist Schutz möglich:

So bietet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) auf seiner Homepage Tipps und kostenlose Schutzprogramme, die auch für Laien verständlich sind: www.bsi-fuer-buerger.de . Auch die Seite www.sicher-im-netz.de bietet hier wertvolle Informationen. Allgemeine Trends und Aktuelles veröffentlicht auch der Bundesverband Bitkom

Leser-Kommentare
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
Wendig: Dieses autonome Auto deutscher Forscher ("EO") parkt selbsttätig ein und dreht dabei seine Räder um 90 Grad
Die Geisterautos sind da

Diese Autos kommen ohne Fahrer aus

Video Nachrichten mehr
Assad-Regime Opferzahl nach Angriffen in Syrien steigt
Mitte Polizei sucht mit Bildern nach Angreifer vom Alex
Ausflugswetter Viel Sonne versüßt Deutschen das Pfingstfest
Käufersuche Eine Woche Galgenfrist für Schlecker
 
PromoTeaser_img.jpg
Urlaub an der See

Aktuelle Reisetipps für Ihren nächsten Deutschlandurlaub.mehr

Sommerkoll-klein.png
Sommer Trends

Lindner - Das sind die Sommer Trends 2012!mehr

bio10_onsite-teaser.jpg
Netzwerker

Für eine moderne Energieversorgung in Berlinmehr

 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Blücherplatz

Karneval der Kulturen mit Straßenfest eröffnet

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

DFB-Bundesgericht

Hertha kämpft gegen Sturz in die Zweite Liga

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote