Digitale Bücher
Sony ärgert Amazon mit offenem E-Book-Format
Sony will künftig ein offenes E-Book-Format unterstützen, so dass digitale Bücher auf möglichst vielen Geräten abrufbar sind. Damit kommt das Unternehmen vor allem seinem Rivalen Amazon in die Quere. Der will unbedingt ein geschlossenes System durchsetzen – ähnlich wie Apple mit iTunes und iPod.
Der japanische Elektronikkonzern Sony will die Kopplung elektronischer Bücher an ein bestimmtes Lesegerät aufheben. Wie Sony mitteilte, soll der elektronische Sony-Buchladen auf das offene ePub-Format umgestellt werden. Damit seien die Bücher auch mit mit anderen Lesegeräten als dem hauseigenen Sony Reader kompatibel. "Die Verbraucher sollten sich nicht darüber Gedanken machen müssen, welches Gerät mit welchem Anbieter funktioniert", erklärte das Unternehmen.
Die virtuelle Bibliothek von Sony soll bis Ende des Jahres auf ePub umgestellt werden. Das Programm wurde von mehr als 60 Unternehmen und Institutionen entwickelt und wird vom Branchenverband International Digital Publishing Forum befürwortet. Sony kündigte überdies an, auf seinen Lesegeräten das eigene Kopierschutzsystem gegen ein von vielen Herstellern nutzbares Schutz-Programm des US-Softwareunternehmens Adobe auszutauschen.
Der Markt mit den sogenannten E-Books ist noch nicht vereinheitlicht. Mit dem für viele Geräte nutzbaren Programm und dem universell genutzten Kopierschutz will Sony offenbar Maßstäbe für künftige gemeinsame Standards setzen und so der virtuellen Bibliothek von Amazon den Rang ablaufen. Deren Inhalte können nur auf dem Amazon-Lesegerät Kindle oder auf einem iPhone von Apple mit Kindle-Software gelesen werden.
Vor wenigen Tagen hatte Sony bereits angekündigt, Amazon und dessen "Kindle"-Reader mit einem neuen, günstigeren E-Book-Gerät anzugreifen.
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