Fettnäpfchen
Die peinliche SMS nach dem Flirt macht alles kaputt
Freitag, 19. Dezember 2008 13:40Es sind nur 160 Zeichen, aber die können eine Menge aussagen: SMS stehen bei vielen Deutschen noch immer hoch im Kurs – vor allem beim Flirten. Wer sich an seinen Schwarm herantastet, kann dabei allerdings leicht ins Fettnäpfchen treten. Zum Beispiel, wenn er den richtigen Zeitpunkt verpasst.

Es sind gerade mal 160 Zeichen, die verhängnisvolle Missverständnisse, schlaflose Nächte und übelste Peinlichkeiten verursachen können. SMS (Short Message Service) sind Fluch und Glück zugleich - vor allem, wenn es um Beziehungen oder ums Flirten geht. Denn da stellt sich nicht nur die Frage: Sims ich oder sims ich nicht? Sondern auch: Was schreib' ich und wann sende ich es los?
Damit nicht genug: Ist die Kurznachricht erst einmal abgeschickt, gibt es kein Zurück mehr. Stattdessen beginnt das Warten - mal länger, mal kürzer. Flirten in Zeiten von Mails, Skype und SMS ist nicht gerade leichter geworden, dafür aber schneller. "Diese Geschwindigkeit nimmt ein bisschen die Spannung", sagt der Benimmtrainer Jan Schaumann aus Berlin. Damit verkürze sich auch die Zeit der Vorfreude bis zum nächsten Date, dem nächsten Gespräch. Richtig eingesetzt, haben SMS und Co. aber durchaus ihr Gutes, vorausgesetzt sie kommen in der Anfangszeit nicht zu oft zum Einsatz.
"Gerade Handys ermöglichen eine ganz andere Zeitspanne, in der man mit dem anderen in Kontakt tritt", sagt die Flirtberaterin Nina Deißler aus Hamburg. Galt es einst, eine Schamfrist von zwei bis drei Tagen einzuhalten, bevor sich vornehmlich der Mann bei der Frau meldete, piept es im 21. Jahrhundert auch gern schon mal auf dem Nachhauseweg vom Kennen lernen oder ersten Date. "Eine kurze Nachricht: 'Komm gut nach Hause' ist okay, aber nicht mehr", sagt Deißler.
Zu flüchtig sollte der Text aber auch nicht sein. Da viele der Kurznachrichten schnell ins Telefon getippt sind, bedarf das Verstehen häufig einer gewieften Decodierung. "Oft geht es bei diesen SM ja nicht um Informationsübermittlung, sondern um Gefühlsübermittlung", sagt Paarberaterin Felicitas Heyne aus dem pfälzischen Herxheim. Man will sich des anderen vergewissern oder seinen Emotionen Ausdruck verleihen. Das aber lasse sich meist nicht so leicht in 160 hastig getippten Zeichen ausdrücken. "Da reichen auch Smileys oder andere Emoticons nicht aus, um Ton und Intention zu vermitteln", warnt Stilberaterin Susanne Helbach-Grosser aus Schwäbisch Gmünd. "Mitunter hat der andere gar nicht so viel Hirnschmalz reingesteckt", sagt Heyne. Deshalb warnt sie davor, mögliche Misstöne überzubewerten. Es sei Teil des Kennenlernens, erstmal herauszufinden, welche Art von Nachrichten der andere schickt und wie viele.
Bei aller Fortschrittlichkeit gelte noch immer: Die Frau möchte erobert werden, der Mann möchte erobern. "Deshalb sollte die erste SMS möglichst von ihm kommen", sagt Heyne. Denn oftmals kämen die allzu forschen Frauen nicht besonders gut an. Am besten werden die Nummern ausgetauscht, findet Deißler. "Damit haben beide Interesse bekundet, der Rest wird sich dann zeigen - egal ob per SMS, Anruf oder Mail."
Tipps: Nichts verraten
1) Als absolutes Tabu bezeichnen die Benimm- und Flirtprofis, den neuen Lover mit gewissenhaft im Internet recherchierten Details aus seinem Leben zu überhäufen. "Klar kann man den anderen vor dem ersten Date mal googeln - auch wenn das vielleicht ein wenig die Spannung nimmt und möglicherweise ein völlig falsches Bild vermittelt", sagt der Benimmtrainer Jan Schaumann. Auf keinen Fall aber sollte man sein Wissen - und damit seine Neugier - über den anderen gleich herausplaudern. "Das schreckt garantiert ab."
2) Nach dem ersten Treffen sollte nicht überreagiert werden. Die Stilberaterin Susanne Helbach-Grosser rät: "Gerade Frauen schicken dem Mann nach einer Verabredung gern gleich noch eine SMS hinterher. Das ist viel zu schnell und extrem bedrängend, lieber einen Tag abwarten."
3) Angekommen heißt nicht, dass man gleich reagiert: "Gerade Männer lesen die SMS, freuen sich auch, aber legen das Handy dann wieder zur Seite. Das muss man aushalten können, gerade am Anfang eines Kennenlernens."
dpa/lw








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