Nagellack 25. Mai 2012 | test 6/2012
Zu dick aufgetragen
Die Farbpalette lockt zum Kauf. Aber nur jeder zweite Nagellack ist gut.
Von zitronengelb über knallrot bis zu himmelblau und rabenschwarz – zu jeder Stimmung, jedem Anlass, jedem Outfit gibt es die passende Nagellackfarbe. Die Farbpalette lockt zum Kauf, aber auch Werbeversprechen wie "trocknet in Sekunden" oder "hält bis zu 10 Tage". Damit tragen die Werbetexter eindeutig zu dick auf. Gerade bei der Haltbarkeit der Farbe auf den Nägeln erlebten die Prüferinnen der Stiftung Warentest manche Enttäuschung. Jeder zweite Nagellack hält nur befriedigend oder schlechter und verfehlte damit ein gutes test-Qualitätsurteil. 26 Nagellacke waren im Test, darunter auch solche, die besonders lange Haltbarkeit oder superschnelles Trocknen versprechen: 21 in klassischem Rot, 5 in trendigen Blautönen.
Ganz vorn steht MNY Maybelline. Leider hat der Anbieter diesen roten Nagellack inzwischen aus dem Handel genommen. Zweitplatzierter ist Sante Nail Care, der mit 1,42 Euro pro Milliliter aber zu den teureren Lacken gehört. Mit nur 18 Cent je Milliliter ist der gute p 2 last for ever nail polish von dm auch preislich attraktiv. Bestnoten für Glanz und Deckkraft erhalten die guten roten Lacke von uma, Anny und L´Oréal. Bei den blauen Nagellacken empfehlen sich besonders Anny und Kiko.
Je zehn Probandinnen nahmen ein Produkt unter die Lupe. Sie lackierten sich über zwei Wochen lang die Fingernägel. Zusätzlich prüften Profitesterinnen jeden Nagellack. Allen war wichtig, dass ein Nagellack gut deckt, schön glänzt und lange haftet. Glanz und Deckkraft beurteilten sie überwiegend als gut oder sogar sehr gut. Anders die Haltbarkeit: Nur jeder zweite Lack haftet gut, darunter auch die meisten, die mit Langzeitwirkung werben. Versprechen wie Halt bis zu sieben oder gar bis zu zehn Tage sind aber deutlich zu hoch gegriffen. Das Fazit der Haltbarkeitsprüfung: Wer keine ausgefransten Ränder hinnehmen, sondern makellos aussehen möchte, kommt nicht darum herum, den Nagellack alle drei bis fünf Tage zu erneuern oder zumindest auszubessern.
Die vermeintlich schnell trocknenden Nagellacke waren nie nach Sekunden trocken, wie die Werbung oft verspricht. Dafür bekamen sie Minuspunkte. Sie sind jedoch zumindest oberflächlich schneller trocken als die anderen Lacke, nämlich nach etwa fünf Minuten. Bei denen, die keine Trocknungszeiten angeben, muss man manchmal zehn Minuten oder noch länger warten. Wer es eilig hat und nur einmal lackieren möchte, sollte zu einem One-Coat-Lack greifen. Im Test: Astor Quick´n Go. Er kommt aber insgesamt nicht über befriedigend hinaus.
Allergische Reaktionen traten im Test nicht auf. Sie sind ohnehin selten und treten auch nicht an der verhornten, leblosen Nagelplatte auf, sondern an Körperstellen, die mit lackierten, nicht durchgetrockneten Nägeln in Kontakt gekommen sind.

