Stiftung Warentest
26.04.12

Schnelltest iPad 3 27. April 2012 | test 5/2012

Hohe Auflösung, starker Akku

Apples neues iPad überzeugt im Schnelltest, Lob fürs Display.

Wer von Apples neuem iPad weitere Innovationen in Sachen Design erwartet hat, wird enttäuscht. Es sieht fast genauso aus wie sein Vorgänger, das iPad 2. Erst beim zweiten Hinsehen offenbaren sich Unterschiede. In der, von der Stiftung Warentest untersuchten UMTS-Variante ist es einen halben Millimeter dicker und 70 Gramm schwerer als sein Vorgänger. Das liegt vermutlich am größeren Akku. Der wiederum überzeugte die Warentester. Beim gemütlichen Surfen im Netz und beim Filmschauen – mit ausgeschaltetem WLan – hält der Akku mehr als 11 Stunden – ein Spitzenwert und deutlich länger als beim iPad 2. Das neue Gerät braucht mit 8 Stunden 20 Minuten aber auch doppelt so lange, bis es wieder aufgeladen ist. Das monieren die Warentester. Außerdem fiel auf, dass das iPad im Dauerbetrieb etwas wärmer wird als das iPad 2. Temperaturen bis 38 Grad konnten die Experten der Stiftung Warentest messen. Ansonsten lief das Tablet flüssig, aber nicht schneller als das Vorgängermodell.

Lob gibt es für die wohl auffälligste Neuigkeit: das Display. Mit einer hohen Auflösung von 2048 mal 1536 Pixeln bringt es 3,1 Millionen Bildpunkte auf den Schirm. Bilder und Schrift stellt es gestochen scharf dar. Zudem punktet es mit seiner Farbtreue und einem großen Blickwinkel. Das Weiß wirkt allerdings etwas vergilbt, der Kontrast könnte etwas höher sein. Wie bei vielen Tablets üblich, spiegelt auch das Display des neuen iPads. Bei direkter Sonneneinstrahlung erkennt der Nutzer daher wenig. Wie schon beim iPhone 4 und beim iPhone 4S spricht Apple von einem "Retina-Display". Das heißt: Das menschliche Auge erkennt bei normalem Abstand keine einzelnen Pixel mehr.

Bei der Kamera hat Apple ebenfalls aufgerüstet. Statt wie bisher mit 0,7 Megapixel kommt die neue Kamera mit nun 5,0 Megapixeln daher. Gelegentliche Schnappschüsse gelingen zufriedenstellend, auch bei schwachen Lichtverhältnissen. Wie beim Vorgänger, steht eine zweite Kamera mit niedriger Auflösung zur Videotelefonie zur Verfügung.

Die vom iPhone 4S bekannte Sprachassistentin Siri ist hingegen nicht an Bord. Statt einer Assistentin, die Fragen beantwortet und Dialoge mit dem Nutzer führen kann, bietet das iPad eine Diktierfunktion. Die funktionierte im Test überzeugend, aber nur bei einer Verbindung zum Internet. Zu erkennen ist die neue Funktion an einem kleinen Mikrofon neben der Leertaste auf der virtuellen Tastatur. Längere Texte, zum Beispiel E-Mails, können Nutzer nun auch einsprechen, anstatt sie mühselig zu tippen.

Ärgerlich: Apple wirbt mit "ultraschnellen mobilen Daten", doch der schnelle Datenfunk LTE bleibt Nutzern in den USA vorbehalten. Das iPad 3 funkt nur auf den dort üblichen Frequenzen. In Australien haben Verbraucherschützer deshalb gegen Apple geklagt. Der Vorwurf: irreführende Werbung. Apple kündigte daraufhin an, allen Käufern, die sich getäuscht fühlten, den Kaufpreis gegen Rückgabe des Geräts zu erstatten. In Deutschland ist LTE noch nicht sehr verbreitet. Zudem hängt die Geschwindigkeit mobiler Daten auch von der Auslastung der Netze ab.