Stiftung Warentest
26.04.12

Hotelbuchung im Internet 27. April 2012 | test 5/2012

Meerblick per Mausklick

Booking.com, HRS und Holidaycheck sind gut, Google ist mangelhaft.

Virtuelle Reiseportale bieten viele Vorteile: Sie sind rund um die Uhr geöffnet und liefern umfangreiche Informationen in Form von Texten, Bildern und Videos. Nutzerbewertungen erleichtern die Auswahl, Preisvergleiche helfen beim Sparen. Inzwischen schließt schon fast jeder Fünfte die Hotelbuchung im Netz ab. Mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent ist das Kölner Unternehmen HRS (Hotel Reservation Service) zusammen mit seiner Tochter hotel.de die unangefochtene Nummer eins unter den Online-Hotelvermittlern in Deutschland. Booking. com folgt mit einem Marktanteil von gut einem Viertel.

Die großen Anbieter schneiden bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest am besten ab. Booking.com und HRS sind bei den Buchungsportalen als einzige gut. Holidaycheck, das wohl bekannteste Bewertungsportal, geht als bester Hotelvermittler aus dem Rennen.

Ohne positive Kommentare von ehemaligen Urlaubern lassen sich Hotelzimmer kaum noch verkaufen. Inzwischen verfügen alle bedeutenden Hotelportale über ihr eigenes Bewertungssystem. Die wichtigste Frage lautet: Kann man sich auf die Urteile verlassen? Um das herauszufinden, haben die Tester allen Anbietern fünf fingierte Hotelbewertungen geschickt und beobachtet, wie diese damit umgehen.

Die großen Portale haben offenbar einiges getan, um ihre Bewertungssysteme vor Manipulationen zu schützen. Am besten scheint Holidaycheck das Problem im Griff zu haben. Das Unternehmen beschäftigt nach eigener Aussage ein "Qualitätsteam" mit 60 Mitarbeitern, das nach unerlaubten Eingriffen in sein Sonnensystem fahndet. Von den fünf Falschbewertungen hat Holidaycheck vier herausgefischt und die Absender darüber informiert. Der Konkurrent Zoover fand zwar alle Falschbewertungen, veröffentlichte zunächst aber vier und entfernte sie erst später. Zoover verwarnt die Verfasser mit deutlichen Worten: "Wir würden Sie bitten, das Fälschen von Bewertungen zu unterlassen."

Rund 80 Prozent aller Internetnutzer, so schätzen Experten, starten mit der Hotelsuche bei Google. Sehr häufig landen sie dann auf maps. google.de, dem eigenen Angebot der Suchmaschine, und damit auf dem schlechtesten Hotelvermittlungsportal. Bei Google kann jeder ungehindert Bewertungen abgeben, egal welches Ziel er verfolgt. Die fingierten Bewertungen landeten sofort im Netz und blieben da auch.

Buchungsportale müssten ebenfalls mehr für die Qualitätssicherung tun. Einige verlassen sich offenbar zu sehr darauf, dass bei ihnen nur diejenigen bewerten können, die das Hotel vorher gebucht haben. Für findige Fälscher ist das aber kein Hindernis, wie der Test zeigt.

Hat der Nutzer ein Haus gefunden, ist die Buchung meist einfach und zuverlässig. Auch beim Stornieren gab es keine größeren Probleme. Wer aber Fragen hat, sollte mit einer Enttäuschung rechnen: Weder per Telefon noch per E-Mail gaben die Mitarbeiter zufriedenstellende Antworten auf Testfragen. Bis auf Booking.com sind hier alle mangelhaft.