Drucker-Scanner-Kombis 30. März 2012 | test 4/2012
Test mit Überraschungen
Multifunktionsdrucker mit und ohne Fax: Es gibt unerwartete Ergebnisse.
Auch im Zeitalter von E-Mail und Dropbox hat das gute alte Faxgerät noch nicht ganz ausgedient. Besonders bei Selbstständigen und Unternehmen sind die Ferndrucke über die Telefonleitung immer noch verbreitet. Und so sind unter den Multifunktionsdruckern, die die Stiftung Warentest geprüft hat, auch solche mit Faxfunktion: Alle 14 im Test können drucken, scannen und kopieren, immerhin 8 von ihnen senden und empfangen auch Faxe. Die allermeisten arbeiten dabei mit Tintendruck, es sind aber auch drei Farblaser dabei. Positive Bilanz: Über die Hälfte der Prüflinge schneidet gut ab. Im Detail geraten im Test allerdings einige liebgewonnene Gewissheiten ins Wanken.
Eine alte Regel sagt: Laserdrucker brillieren mit gestochen scharfen Texten, schwächeln aber bei Fotos. Jetzt überrascht ein Laser im Test mit Farben, Kontrast und Natürlichkeit seiner Bilder: Auf dem vom Anbieter dafür empfohlenen Spezialpapier druckt der HP Color Laserjet Pro CM1415fn Fotos richtig gut. An die hervorragenden Ergebnisse der besten Tintenstrahler kommt das Gerät zwar noch nicht ganz heran, aber für einen Laser wirken die Fotos verblüffend räumlich.
Gleichfalls überraschend: Während Licht und Feuchtigkeit Laserdrucken sonst kaum etwas anhaben, sind die des Brother MFC-9120CN unerwartet lichtempfindlich. Im Lichttest bleicht besonders der Magenta- Anteil erkennbar aus. Das ist bei Lasern ungewöhnlich. Licht und Wasser bereiten sonst eher den Tintendrucken Probleme. Das bekommen die Anbieter aber zunehmend in den Griff: Viele Tintendrucke sind inzwischen ähnlich licht- und wasserbeständig wie typische Laserdrucke.
Der mit Abstand teuerste Tintenstrahler im Test, der Canon Pixma MG8250 für 293 Euro ist auch der beste im Test. Wegen einer Flutkatastrophe in Thailand, wo der Drucker hergestellt wird, gibt es allerdings unerwartete Lieferengpässe. Canon verspricht für Juli neuen Nachschub. Überraschender fällt die Preis-Leistungs-Bilanz beim zweitteuersten Tintendrucker aus: Der HP Envy 110 e-All-in-One für immerhin
242 Euro wirkt zwar sehr hochwertig, platziert sich aber nur im hinteren Mittelfeld. Hier zahlt der Nutzer wohl eher fürs Design als für Qualität.
Überraschungen gibt es auch bei den Tinten- und Tonerkosten: Traditionell sind die Druckkosten bei Tintendrucken höher als bei Laser. Doch im Test drucken fünf Tintenstrahler günstiger als die Laser. Besonders der Kodak Office Hero verblüfft: Ein Farbfoto im A4-Format druckt er für nur 45 Cent. Die günstigsten Laserfotos fertigt der Brother MFC-9120CN: für 85 Cent. Doch qualitativ überzeugen können sie nicht.
Unerfreulich ist der Stromverbrauch der Lasergeräte: Während sie untätig auf eingehende Faxe warten, ziehen die Laser von HP und Samsung 7,5 Watt, der von Brother sogar mehr als 11 Watt. Einen reinen Laserdrucker könnte der Nutzer immerhin komplett ausschalten, wenn er ihn nicht braucht. Doch Faxgeräte müssen angeschaltet bleiben, wenn sie Faxe empfangen sollen. Hier fehlt eine Stromsparschaltung.
Weitere Informationen: Zeitschrift test 4/2012 und www.test.de/drucker

