Dämmsysteme 30. März 2012 | test 4/2012
Gut verpackt
Nicht alle Dämmstoffe fürs Dach lassen sich problemlos einbauen.
Ist das Haus gut gedämmt, sind die Heizkosten niedrig und die Bewohner fühlen sich wohl. Auf dem Markt gibt es die verschiedensten Dämmsysteme – doch nicht immer sind sie für Heimwerker problemlos anzubringen. Die Stiftung Warentest hat im Test 13 Dämmstoffe und 8 Luftdichtsysteme montiert.
Wichtiges Ziel bei der Dämmung: Wärmebrücken vermeiden. An diesen kalten Stellen in der Außenhülle des Hauses entweicht kostbare Wärme nach draußen. Im schlimmsten Fall kann sich hier Schimmel bilden. Umso wichtiger ist es, dass auch Heimwerker den Dämmstoff richtig einbauen können. Der Praxistest der Stiftung Warentest zeigt: Zu kleinen Wärmebrücken kommt es schneller als gedacht. Obwohl die Test-Heimwerker sehr gewissenhaft arbeiteten, deckten die Kontrollen mit Wärmebildkamera Schwachstellen auf.
Schon die Auswahl des richtigen Dämmstoffs ist kompliziert. Jedes Material bremst den Wärmedurchgang unterschiedlich stark. Die Stiftung Warentest konzentrierte sich im Test auf Glas- und Steinwolle und Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, also Holz- und Hanffasern. Die Dämmstoffe Knauf Insulation Easy, Rockwool Klemmrock/Rockwool Cliprock sowie die Zwischensparrenfilze von Isover und Ursa ließen sich im Test am besten verarbeiten. Große Unterschiede gab es beim Zuschneiden. Glas- und Mineralfasern können mit einem speziellen Dämmstoffmesser einfach zerteilt werden. Holz- und Hanffasern erfordern einen professionellen Elektrofuchsschwanz; mit dem Messer war der Zuschnitt zu mühselig.
Durch kleinste Lücken in der Dämmschicht kann warme Luft entweichen und Feuchtigkeit in den Dämmstoff dringen. Bauschäden können die Folge sein. Bauherren benötigen deshalb ein zusätzliches Luftdichtsystem. Acht solche Systeme haben die Warentester geprüft. Dazu gehören jeweils Folien, Klebebandrollen und Klebemassen.
Die Stiftung Warentest rät zu flexiblen Bändern, die sich unebenen Untergründen am besten anpassen. Außerdem sind sie etwas dehnbar, so dass der Heimwerker korrigieren kann, falls er das Band etwas schief angesetzt hat. Positiv bewerten die Warentester außerdem, dass vor allem die Markierungen auf den Folien von Isover, Proclima und Siga das Zuschneiden leichter machen. Wichtigstes Kriterium bei den Klebematerialien: Sie müssen halten. Isover, Proclima und Rockwool schnitten bei den Klebeprüfungen am besten ab.
Ob die Abdichtung gelungen ist, sollten Heimwerker mit einem "Blowerdoor-Test" kontrollieren, empfehlen die Tester. Dabei erzeugt ein kräftiger Ventilator Über- oder Unterdruck – und zeigt so ganz deutlich, wo die Dämmschicht noch nicht luftdicht ist. Bester Zeitpunkt: Bevor die Innenverkleidung montiert ist. Diese könnte ansonsten so manchen Pfusch verbergen und die Nachbesserung unnötig erschweren.
Weitere Informationen: Zeitschrift test 4/2012 und www.test.de/daemmen

