Sat-Empfänger 24. Februar 2012 | test 3/2012
Schnee im Mai
Analoges Sat-TV endet. Ab Mai funktionieren nur noch digitale Empfänger.
Rund zwei Millionen Haushalte empfangen noch analoges Satellitenfernsehen. Sie müssen auf digitalen Empfang umsteigen. Spätestens bis zum 30. April. Dann schalten Satellitenbetreiber das analoge Fernsehsignal ab. Ab Mai zeigen Fernseher mit analogem Sat-Empfänger nur noch Schnee oder ein schwarzes Bild.
Zwei Dinge sind erforderlich: ein digitaler Empfänger und ein passender Signalumsetzer an der Schüssel (LNB). Die Auswahl ist groß: 13 der 20 von der Stiftung Warentest geprüften Geräte schneiden gut ab. Vor dem Kauf des Empfängers heißt es überlegen: Welcher Typ soll es sein? Einer nur zum Fernsehen? Diese Empfänger gestatten keine Aufnahmen. Die ermöglicht der zweite Typ: Empfänger, die Sendungen auch auf externer Festplatte speichern und zeitversetzt abspielen. Die dritte Gruppe bietet Geräte mit Doppelempfänger und eingebauter Festplatte. Die retten den Haussegen, wenn Fußball und Traumschiff parallel laufen. Alle drei Typen sind im Test. Interessantes Ergebnis: Gute HD-fähige Empfänger, die auch Sendungen aufnehmen können, gibt es ab 72 Euro.
Alle geprüften Sat-Geräte empfangen hochaufgelöste Programme. Ohne zusätzliche Kosten zeigen sie ARD HD, ZDF HD und Arte HD. Die gute Nachricht: Die Analogabschaltung schafft Platz für neue HD-Sender. Ab Mai bekommen Satelliten-Zuschauer auch BR, NDR, SWR und WDR, ZDFneo, -kultur und -info, 3sat, Phoenix sowie Kika in hoher Auflösung. Ein Sendersuchlauf findet die neuen Programme.
Auch Super RTL sendet dann in hoher Auflösung. Satelliten-Zuschauer empfangen die HD-Sender der RTL- und der ProSiebenSat1-Gruppe jedoch nur über die kostenpflichtige Plattform HD+. Dafür brauchen sie eine HD+-Karte. Bei manchen Geräten steckt sie bereits im Empfänger. Die Kosten für die ersten zwölf Monate sind im Gerätepreis enthalten. Ab dem zweiten Jahr kostet die Karte jährlich 50 Euro.
Umständlicher ist es bei Empfängern, die nur einen CI+-Schacht haben. Sie lassen sich mit einem Steckmodul für private HD+-Sender nachrüsten. Das Modul kostet 79 Euro, die HD+-Karte 50 Euro ab dem zweiten Jahr. Tipp: Wer Privatsender in HD sehen möchte, sollte gleich ein Gerät mit HD+-Karte kaufen. Das ist meist billiger als Empfänger plus Modul. Wer sich die Option auf private HD-Sender oder Sky für später offenhalten will, sollte auf einen CI+-Schacht achten. Wem Privatsender in Standardauflösung reichen, dem genügt ein Empfänger ohne CI+-Schacht.
Privatsender behindern oft Aufzeichnungen ihrer HD-Sendungen. Filme, die von Empfängern mit eingebauter HD+-Karte aufgezeichnet wurden, erlauben kein Vorspulen und Überspringen der Werbung. Noch absurder reagieren Filme, die von Empfängern mit CI+-Modul aufgezeichnet wurden: Sie lassen oft nur zeitversetztes Fernsehen zu. Öffentlich-rechtliche Sender erlauben uneingeschränkt HD-Aufnahmen. Tipp: Auf hinteren Programmplätzen laufen die Privatsender in Standardauflösung. Die niedrigere Auflösung bringt weniger brillante Bilder. Dafür lassen sich Filme ohne Einschränkung in SD aufzeichnen.
Weitere Informationen: Zeitschrift test 3/2012 und www.test.de/sat-empfaenger

