"Abgeblitzt"
So lautet die ideale Abfuhr für den Mann
Sebastian Leber beschreibt in seinem Buch "Abgeblitzt" die unschöne Erfahrung, von Frauen einen Korb zu bekommen.
Von Lena Obschinsky
Morgenpost Online: Es gibt heute so viele frustrierte Singles. Will man da überhaupt lesen, wie andere Leute abblitzen?
Sebastian Leber: Da hab ich mir gar keine Gedanken drüber gemacht. Ich glaube schon, dass es Geschichten sind, die Leute bewegen. Geschichten, zu denen Leute einen Bezug haben.
Morgenpost Online: Was können Singlemänner durch das Buch lernen?
Leber: Wenn man was lernen kann, dann, dass man den eigenen Korb in Relation sieht. Es geht immer noch peinlicher, immer noch schäbiger, immer noch würdeloser. Egal, wie dumm man sich selbst anstellt.
Morgenpost Online: Und Frauen?
Leber: Die Frauen, die das Buch bisher gelesen haben, sagen alle, dass sie nicht gedacht hätten, dass Männer sich so viele Gedanken machen. Das Klischee ist ja weit verbreitet: Männer machen einfach, gehen kopflos an die Sachen ran. Das stimmt gar nicht. Die meisten Männer haben Masterpläne, überlegen sich Taktiken und Strategien, wie sie eine Frau rumkriegen. Da wird auch langfristig auf ein Ziel hin gearbeitet. Die Frau sieht nur das Ergebnis – und das ist oft ziemlich plump.
Morgenpost Online: Sind Männer also hilflos, wenn sie eine attraktive Frau angraben?
Leber: Bei den 33 sind schon ziemlich viele Jammerlappen dabei. Für die ist der Korb, der kommt, die ultimative Niederlage. Die Botschaft des Buches ist auch eigentlich: Es gibt immer ein Leben nach dem Korb. Der Korb, den man vor zwei Jahren bekommen hat, bedeutet einem meistens gar nichts mehr.
Morgenpost Online: Und wie viele Körbe haben Sie schon bekommen?
Leber: Ich habe da nicht Buch geführt, aber für den Verlag habe ich mal nachgezählt. Es waren acht. Das hört sich erst viel an, aber bei 14 aktiven Jahren ist das schon okay.
Morgenpost Online: Wie viel Körbe kann ein Mann verkraften?
Leber: Der Mensch ist sehr leidensfähig, glaube ich.
Morgenpost Online: Das heißt: immer wieder riskieren….
Leber: Es gibt immer ein Restrisiko, egal, wie geübt oder wie charmant man ist. Die einzige Möglichkeit, das Risiko auf Null zu reduzieren ist, wenn man sich von Frauen fernhält. Aber das ist natürlich auch keine Option.
Morgenpost Online: Wie unangenehm war es, über eine eigene Abfuhr zu schreiben?
Leber: Sehr unangenehm. Da musste ich schon eine große Hemmschwelle überwinden. Aber es wäre unfair gewesen, andere in die Öffentlichkeit zu ziehen und selber zu sagen "Nö ich nicht." Es ist auch Teil des Konzepts, dass ich selbst etwas preisgebe. Meine kleine Schwester meinte allerdings, es sei sehr peinlich.
Morgenpost Online: Wäre so ein Buch mit Frauen leichter gewesen?
Leber: Eine Frau hätte mir das wahrscheinlich so nicht erzählt. Aber wenn eine Frau eine Frau interviewt hätte, wär das bestimmt leichter gewesen. Bei Männern ist das eigentlich ein stillschweigendes Agreement. Man weiß, dass es Körbe gibt, aber man spricht nicht darüber. Da sagt man eher: "Ich hatte doch kein Interesse an ihr".
Morgenpost Online: Gibt es eine schöne Abfuhr?
Leber: Ich glaube die bestmögliche, die ich aber noch nie erlebt habe, wäre, wenn eine Frau ganz frühzeitig zu verstehen gibt, dass sie in einen anderen Typ verknallt ist. Am liebsten seit zwei, vier, sechs Jahren. Dann ist das eine Naturgewalt.
Sebastian Leber, Abgeblitzt, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin, 9,95 Euro
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