Berufstätige Mütter
Wenn das Kind krank wird, haben Eltern ein Problem
Dienstag, 2. Dezember 2008 10:54 - Von Ragah KamelMutterschaft und Berufstätigkeit sind nicht immer leicht zu vereinbaren, weil Kinder nicht wie Roboter funktionieren. Richtig anstrengend wird die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wenn ein Kind krank wird.
Morgens bringen sie ihr Kind schnell in die Krippe, um danach weiter zur Arbeit zu hetzen. Für berufstätige Mütter ist der Tagesbeginn oft sehr stressig, er erfordert einiges an Organisation. Bei den Worten "Mama, mir tut der Hals weh" zucken viele Mütter aber zusammen. Tönt dieser Satz aus dem Kinderzimmer, ist der beste Zeitplan oft hinüber.
Denn mit Grippe oder einer Kinderkrankheit kann der Nachwuchs nicht in den Kindergarten. Er bleibt zu Hause im Bett und braucht viel Pflege - idealerweise von Mutter oder Vater. Die können aber nicht immer bei ihrem Kind bleiben. Dann muss ein Ersatz her.
Manchmal ist es der Chef, der nicht einsehen will, warum seine Arbeitskraft durch die Krankheit ihres Kindes ausfällt. Er ignoriert einfach, dass Vater oder Mutter in dieser Situation einen Anspruch darauf haben, beim Kind zu bleiben. Ein anderes Mal ist es ein wichtiges Projekt, das kurz vor dem Abschluss steht. "Einige Chefs verstehen nicht, dass das Kind mit einer Mandelentzündung nicht in die Kita kann", sagt Frauke Greven vom Verband berufstätiger Mütter. Viele Frauen ließen sich dann selbst krankschreiben.
Zehn Tage pro Kind
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch darauf, sich von der Arbeit unbezahlt freistellen zu lassen, wenn der Nachwuchs krank ist. Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind unter zwölf Jahren alt ist, Pflege benötigt und keine andere Person im Haushalt die Betreuung übernehmen kann. "Arbeitnehmer können sich pro erkranktem Kind zehn Tage, Alleinerziehende zwanzig Tage im Jahr freistellen lassen", sagt Paula Honkanen-Schoberth vom Deutschen Kinderschutzbund in Berlin. Elternteile von mehreren Kindern haben Anspruch auf maximal 25 Tage, Alleinerziehende auf höchstens 50 Tage im Jahr.
Besonders Mütter, die ihre Stelle noch nicht lange haben, scheuen sich oft, die Freistellungstage zu nutzen. "Bei manchen sind die Tage auch einfach ausgeschöpft", sagt Hildegard Ballmann, Leiterin des Betreuungsdienstes "Zu Hause gesund werden" in München. Wer eine Helferin benötigt, sollte sich mindestens einen Tag vorher melden. "Wenn jemand in großer Not ist, kommen wir auch direkt", sagt Ballmann. Auch in Berlin können sich Eltern an den Notmütterdienst wenden. Normalerweise kommt der Dienst zum Einsatz, wenn eine Mutter krank oder in Kur ist.































