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04.06.08

Personalführung

Zu wenig Zeit für Gespräche mit Mitarbeitern

Im zunehmend hektischen Büroalltag sprechen Führungskräfte nicht mehr genug mit ihren Untergebenen. Missverständnisse werden oft nicht ausgeräumt, beschwert sich Professor Gerold Frick im Gespräch mit Morgenpost Online. Und das sind nicht die einzigen Probleme der Personalführung.

© DGFP
Für Professor Gerald Frick kommt die Wertschätzung der Mitarbeiter oft zu kurz
Für Professor Gerald Frick kommt die Wertschätzung der Mitarbeiter oft zu kurz

Personalführung wird für den Erfolg von Unternehmen und auch für die Wertschätzung des Einzelnen immer wichtiger. Über Trends in der Mitarbeiterführung, die viel zu oft noch unterschätzte Bedeutung des Themas und die Probleme in der Personalführung sprach WELT-ONLINE-Autorin Eli Hamacher mit Professor Gerold Frick, dem Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V .

Morgenpost Online: Wie hat sich die Personalführung in Deutschland zuletzt entwickelt, ist sie besser oder eher schlechter geworden?

Gerold Frick: Nach wie vor stehen beim Gros der Führungskräfte die Sachaufgaben im Vordergrund. Für die Personalaufgaben werden dagegen nur fünf bis maximal 40 Prozent der Zeit aufgewendet. Viele Führungskräfte unterschätzen immer noch, wie wichtig Personalführung für den Unternehmens- und den Managementerfolg ist. Deutschland steckt zwar mitten in einem Generationswechsel bei Managementpositionen. Doch obwohl viele von den jüngeren Managern bessere Vorkenntnisse zum Thema Führung mitbringen, stehen bei der Mehrheit eine sachorientierte und eine beziehungsorientierte Führung nicht im Gleichklang. Das greift aber auf Dauer zu kurz.


Morgenpost Online: Wo hapert es besonders?


Frick: Am meisten hapert es bei der persönlichen Kommunikation. Das Tagesgeschäft wird immer hektischer und gerade bei den zahlreichen E-Mails kann es zu vielen Missverständnissen in der Kommunikation kommen. Häufig werden die Mitarbeiter auch nicht umfassend genug über die Hintergründe von Entscheidungen informiert. Weiter muss klar über Erwartungen und Ziele gesprochen werden, die es zu erreichen gilt. Schließlich gibt es zu selten Feedback-Gespräche, um Erfolge, Fehlerwartungen und Entwicklungsmaßnahmen offen und konstruktiv zu besprechen. Last but not least kommt die Wertschätzung der Mitarbeiter oft zu kurz.


Morgenpost Online: Wie können Unternehmen gegensteuern oder Abhilfe schaffen?

Frick: Durch eine gezielte Auswahl und Entwicklung ihrer Führungskräfte. In der Vergangenheit herrschten oft unklare Vorstellungen darüber, was eine erfolgreiche Führungskraft ausmacht. Heute sind die Anforderungen klar zu definieren, die Führungsqualität regelmäßig zu bewerten und die Führungseigenschaften durch zielgerichtete Qualifizierung zu entwickeln.

Morgenpost Online: Welche Rolle spielt das Thema Personalführung in unserer Zeit denn noch bei Beförderungen?

Frick: Heute spielen Führungspersönlichkeit sowie die Fähigkeit zu kommunizieren und ein Team auch auf räumliche Distanz zu führen eine zunehmend wichtigere Rolle. Dementsprechend wird bei Beförderungen nicht nur auf die berufliche Vita und auf die erzielten wirtschaftlichen Erfolge geachtet, sondern verstärkt auch auf die ganz persönlichen Führungseigenschaften.

Morgenpost Online: Was sind Kerntrends in der Mitarbeiterführung?

Frick: Es wird verstärkt in die Identifikation, Bindung und Entwicklung von Führungspotenzialen investiert. Viele Unternehmen in Deutschland erkennen inzwischen, dass geeignete Führungskräfte zukünftig knapp sein werden sowie ein wirksames Talent Management und eine starke Führungskultur einen wesentlichen Teil des Unternehmenserfolges ausmachen können.

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