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Einbruch in Computer ist kinderleicht

Schnelles Surfen per DSL und kabellosem Netzwerk (WLAN) wird immer beliebter. Die meisten Nutzer wissen nicht, dass das Risiko, online abgehört zu werden, sehr groß ist.

Internet-Nutzer am Hot-Spot Potsdamer Platz - sie können leicht zu Opfern von Datendiebstahl werden
Internet-Nutzer am Hot-Spot Potsdamer Platz - sie können leicht zu Opfern von Datendiebstahl werden

Schnelles Surfen per DSL und kabellosem Netzwerk (WLAN) wird immer beliebter. Die meisten Nutzer wissen nicht, dass das Risiko, online abgehört zu werden, sehr groß ist. Auch ein Computer-Laie kann zum Beispiel mit im Internet frei verfügbaren Programmen wie Aircrack, Airsnort oder Kismet zum Datenspion werden, Schutzmechanismen überlisten und unerkannt in fremde Netze eindringen. Denn mit den Programmen lassen sich bequem unsichere Passwörter und Verschlüsselungen knacken, fremde Netze nutzen und persönliche Daten ausspionieren.

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Innerhalb weniger Minuten wird die Verschlüsselung geknackt

Der drahtlose Zugang zum Internet wird so schnell zum "offenen Scheunentor". Das Programm Aircrack berechnet beispielsweise aus den versendeten Daten eines Rechners einen Zugangsschlüssel, mit dem man kinderleicht einen Online-Einbruch starten kann, ohne dass der Nutzer etwas bemerkt. "Auf diese Weise kann in ein gesichertes Netzwerk innerhalb weniger Minuten eingebrochen werden", warnen Experten. Im Extremfall dauerte die Berechnung weniger als eine Minute.

14,1 Millionen Deutsche nutzen derzeit einen DSL-Anschluss, über die Hälfte von Ihnen gehen mit dem Marktführer T-Home ins Netz. Steigender Beliebtheit erfreuen sich dabei WLAN-Router, deren genaue Zahl jedoch nicht bekannt ist. Sicher ist, dass rund 13 000 öffentliche Hotspots in Deutschland die kabellosen Internetsender nutzen. Viele von Ihnen stellen ein Sicherheitsrisiko dar, wenn sie nicht mit einem Passwort oder einer wirksamen Verschlüsselung gesichert sind. Auch Telefongespräche per Internet können dann abgehört werden.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt: "Wenn Sie Übertragungstechnologien wie Voice over IP (VoIP) oder Wireless LAN (WLAN) einsetzen, achten Sie besonders auf die Verschlüsselung Ihrer Kommunikation, damit die Übertragung Ihrer Daten nicht von Dritten mitgelesen bzw. Gespräche nicht abgehört werden können", so BSI-Sprecher Matthias Gärtner.

Trotz der Sicherheitsmängel, auf die zuletzt das ZDF-Magazin "Frontal 21" und der TÜV Rheinland aufmerksam machten, verzichten immer mehr Nutzer auf das lästige Kabel am Rechner oder Laptop und surfen lieber über einen WLAN-Router. Allerdings sind mehr als die Hälfte aller Funk-Internetzugänge sind in Deutschland gar nicht oder nur unzureichend gesichert. So waren Ende 2006 mehr als 50 Prozent aller WLANs mit der unsicheren Methode WEP versehen, wie die Fachzeitschrift c't berichtete. Viele Nutzer gehen dabei ein enormes Risiko ein, denn Hacker können nicht nur den Router für den eigenen Internetzugang nutzen, sondern im Zweifel auch in den angeschlossenen Computer eindringen.

Dabei gibt es eine halbwegs sichere Möglichkeit, die Daten zu verschlüsseln und den Zugang zu sperren. Als sehr unsicher gilt unter Experten die veraltete WEP-Verschlüsselung, die Fremde in Minutenschnelle knacken können. Deutlich sicherer: der WPA oder WPA2-Schlüssel, in Kombination mit einem möglichst langen Passwort.

Dessen Verbreitung lag 2006 allerdings nur bei 17 Prozent, 22 Prozent der untersuchten Internet-Zugangspunkte (Access-Points) waren völlig unverschlüsselt. Die meisten Anbieter von DSL und WLAN-Routern haben inzwischen reagiert und stellen ihren DSL-Kunden WPA-fähige Hardware zur Verfügung. So sind bei T-Home alle aktuellen Speedport-WLAN-Router auf das WPA/WPA2-Verfahren voreingestellt.

Das Passwort sollte lang und nicht auf dem Rechner gespeichert sein

Als Sofortmaßnahme empfiehlt es sich, die Verschlüsselung des DSL-Routers zu überprüfen und die Verschlüsselung WPA oder WPA2 zu wählen. Das Passwort sollte nicht auf dem Rechner gespeichert werden. Wer noch mehr Sicherheit will, verbietet über die Einstellungen des WLAN-Routers fremden Rechnern komplett den Zugang zum eigenen WLAN und erlaubt nur den eigenen Rechnern den Zutritt. Dies ist über die MAC-Adresse möglich, mit der jede Netzwerkkarte versehen ist. Nur wenn die Adresse stimmt, wird der Rechner ins Netz gelassen. Hacker müssen draußen bleiben. Und wer über einen ungesicherten Hotspot surft, sollte auf keinen Fall Online-Banking betreiben.