Polarforschung Neue deutsche Forschungsstation am Südpol ist fertig

Kisten packen im ewigen Eis: Die deutschen Polarforscher in der Antarktis bereiten sich auf den größten Umzug ihrer Geschichte vor. Am Freitag soll die neue Forschungsstation Neumayer III offiziell eröffnet werden.

- Die Wissenschaftler und Techniker ziehen aus ihrer alten Station Neumayer II in den sechs Kilometer entfernten Neubau um. "Der Endspurt läuft, die Arbeiten laufen auf Hochtouren", sagte Projektleiter Saad El Naggar vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) auf der Polarstation. Derzeit arbeiten etwa 70 Menschen auf beiden Stationen.

Etwa 90 Spezialisten haben Neumayer III im ewigen Eis errichtet. Sieben Monate trotzten die Bauarbeiter heftigen Stürmen, dichtem Schneetreiben und eiskalten Temperaturen. Zunächst wurden von Dezember 2007 bis März 2008 genau 99 Container zum Bauplatz gebracht - 20 Kilometer von einem Schiffsanleger über eine zerfurchte Schneepiste. Im zweiten Bauabschnitt vom November 2008 an bis jetzt wuchs das Gebäude auf vier Stockwerke.

Die Station ist wie ein Schiff aufgebaut, das sich autark auf See bewegt. In acht Meter Tiefe liegt die Garage - hier können die Forscher die Eismobile über eine Rampe hineinfahren. Diese Garage ist auch das Fundament für sechzehn hydraulisch bewegliche Stelzen, auf denen der Rest des Gebäudes ruht. Denn damit die Station nicht wie die Vorgängerin um einen Meter Schnee pro Jahr im Eis versinkt, können diese Stelzen hochfahren und die Station anheben. Alles wird elektronisch überwacht, die Daten gehen über Satellit zum AWI nach Deutschland. Für die nächsten 25 bis 30 Jahre sollen dort Polarforscher leben. Der Clou von Neumayer III ist, dass alle Räume beieinanderliegen. Um vom Wohnraum zum Labor, zu Versorgungseinrichtungen oder Messräumen zu gelangen, muss kein Forscher mehr in die Kälte.

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