18.04.07

Bahn investiert kräftig in das Berliner Netz

Die Mission, zu der Bahnchef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am heutigen Mittwoch aufgebrochen sind, ist heikel.

Von Nikolaus Doll

Berlin - Die Mission, zu der Bahnchef Hartmut Mehdorn und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am heutigen Mittwoch aufgebrochen sind, ist heikel. Vorstandschef und Minister werden auf der Sitzung der Länderverkehrsminister im sachsen-anhaltinischen Wernigerode versuchen, die Bundesländer in Sachen Bahn-Privatisierung auf ihren Kurs einzuschwören.

Das wird ein hartes Stück Arbeit, denn der Widerstand gegen die Börsenpläne der Bahn wächst in den Ländern - und er wird erst recht zunehmen, wenn die Verkehrsminister einen Blick in die Netzinvestitionspläne der DB für die einzelnen Regionen werfen. Denn nach der bislang vertraulichen Mittelfristplanung der Deutschen Bahn für die Schienennetze, die der Berliner Morgenpost vorliegt, bekommen einige Länder 2007 bis 2011 deutlich weniger Investitionen als andere.

Vor allem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Bremen sollen proportional weniger erhalten - Berlins Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) kann dagegen aufatmen: Für die Hauptstadt sieht die Bahn mehr Mittel zur Instandhaltung der Trassen vor als im Schnitt der Bundesländer. Zwar ist der Schienenbau in Stadtstaaten aufgrund der hohen Trassendichte meist viel aufwendiger als in Flächenstaaten. Doch Berlin bekommt laut DB-Plänen, gemessen am Verhältnis Länge des Schienennetzes/Investitionssumme, deutlich überproportional mehr Geld - und im Vergleich auch einen wesentlich höheren Anteil als beispielsweise der Stadtstaat Bremen.

In den Jahren 2007 bis 2011 sind allein Investitionen in das bestehende Netz Berlins von 944 Mio. Euro vorgesehen - das sind 5,7 Prozent an den bundesweiten Gesamtinvestitionen in das Netz, obwohl die Berliner Trassen, gemessen an ihrer Länge, nur 1,7 Prozent an den Schienenwegen ausmachen. Zum Vergleich: Schleswig-Holstein hat 1118 Kilometer Gleise, also rund doppelt so viel wie Berlin, soll aber nur 260 Mio. Euro erhalten. Zu den Mitteln für Investitionen ins Netz kommen in Berlin bis 2011 rund 859 Mio. Euro für Neu- und Ausbaustrecken, weitere Mittel sind für Bahnhöfe vorgesehen. Insgesamt plant die Bahn für Berlin Investitionen in Höhe von 1,99 Mrd. Euro bis 2011.

Fließen soll das Geld vor allem in acht große Projekte, unter denen die Anbindung des Großflughafens BBI das mit Abstand wichtigste Projekt ist. Allein 2007 bis 2010 will die Bahn für die BBI-Strecke 405 Mio. Euro investieren, weitere 191 sind ab 2011 vorgesehen. Zweites großes Projekt ist der Umbau des Ostkreuzes, in das bis 2010 62,6 Mio. Euro fließen sollen. Für die erste und zweite Ausbaustufe der Strecke Berlin-Frankfurt (Oder) sind bis 2010 derzeit 107,4 Mio. Euro vorgesehen. Darüber hinaus sind Arbeiten an der Nord-Süd-Verbindung, am Innenring sowie an der Strecke Staaken-Friedrichstraße und am Nordkreuz/Karow geplant. Die erste und zweite Baustufe der Dresdner Bahn werden bei der DB als "mittelfristig zurückgestellte Vorhaben" gelistet.

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