18.05.10

Studie

Zwei Millionen Berliner sprechen mindestens zwei Sprachen

Die Fremdsprachenkenntnisse der Berliner sind ein zunehmend wichtiges Argument im Standortwettbewerb. So besitzen 1,51 Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter zwischen 18 und 65 Jahren Kenntnisse in einer oder zwei Fremdsprachen.

Von Joachim Fahrun

Mehr als eine halbe Million Berliner beherrschen zudem sogar zwei oder mehr Fremdsprachen mehr oder weniger gut. Das ergab eine repräsentative Studie des Meinungsforschungsinstituts Usuma vom Januar für die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner. Befragt wurden 2088 Berliner.

Vor allem die vielen Menschen mit fremder Muttersprache sind für international tätige Firmen interessant. So gaben elf Prozent der Befragten an, eine andere Muttersprache als Deutsch zu haben. Bemerkenswert: Das sind weniger als die 14 Prozent, die sagten, aus einem anderen Staat als Deutschland zu kommen.

Hochgerechnet nach den Antworten der Befragten gibt es in Berlin mindestens 39 000 türkische Muttersprachler zwischen 18 und 65 Jahren, 43 000 russische und 34 000 polnische. Aber neben diesen großen Einwanderergruppen bewegen sich auch je 13 000 spanische und arabische, 12 000 englische und 11 000 französische Muttersprachler auf dem Berliner Arbeitsmarkt. Sprachen wie Vietnamesisch, Niederländisch, Serbisch oder Tschechisch sind ebenfalls in relevanten Zahlen vertreten.

Aber auch die Deutschen verfügen über beachtliche Sprachkenntnisse. 86 Prozent gaben an, Kenntnisse in Englisch zu besitzen. Jeder dritte Befragte kann zumindest etwas französisch, 23 Prozent russisch, 14 Prozent spanisch.

Das Niveau der Sprach- und Verständnisfähigkeit wäre jedoch ausbaufähig, vor allem in den klassischen von Deutschen erlernten Fremdsprachen. So ist nur jeder Dritte Englisch-Kundige in der Lage, sich spontan und flüssig auszudrücken und auch komplexe Sachverhalte zu schildern. Das bedeutet aber immerhin, dass fast eine halbe Million Menschen in der Hauptstadt leben, die wirklich fließend englisch sprechen.

Bei Französisch sinkt das Potenzial auf 60 000 (22 Prozent aller Französisch-Kundigen). In Spanisch sieht es ähnlich aus. Besser ist die Qualität der Sprachkenntnisse in den Idiomen mit starker Repräsentanz von Muttersprachlern in der Stadt. So sagen 86 Prozent der Türkisch-Kundigen, die Sprache wirklich zu beherrschen, in Polnisch liegt der Wert bei 73 Prozent, bei Russisch sind es 42 Prozent. die Sprache sprechen viele Muttersprachler, aber auch viele, die sie in der DDR in der Schule gelernt haben.

Jeder zweite der Berliner mit guten Sprachkenntnissen würde seine Fähigkeiten gerne häufiger in seinem Beruf anwenden. Bisher nutzen nur 38 Prozent der Sprachkundigen ihr Englisch häufig im Job, 22 Prozent gelegentlich. Jeder vierte Polnischsprachige gab an, häufig beruflich in diese Sprache zu verkehren. Hoch auch der Wert der Türkischsprachigen, die in ihrem Arbeitszusammenhang türkisch sprechen: 38 Prozent tun das oft, 18 Prozent gelegentlich. Das deutet auf die ausgeprägte Geschäftstätigkeit innerhalb der türkischen Gemeinschaft hin.

Die Berliner bekunden auch eine hohe Bereitschaft, für einen Job ihre Sprachkenntnisse aufzufrischen. Zwei Drittel derjenigen, die mindestens eine Fremdsprache können, würden für ein Arbeitsplatzangebot auf jeden Fall einen weiterführenden Sprachkurs zu belegen. Nur jeder Zehnte schließt das aus.

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