24.03.07

Bundestrainer Löw: "Wir freuen uns auf diesen Festtag"

Die "Goldene Stadt" präsentierte sich genauso grau wie Frankfurt am Main. Mit leichter Verspätung und bei Regen landete die Chartermaschine des DFB gestern Nachmittag in Prag - ein ungemütlicher Empfang.

Von Ralf Köttker
Bestreitet heute Abend in Prag sein 77. Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft: Michael Ballack hat zuletzt beim FC Chelsea London wieder zu alter Form zurückgefunden
Bestreitet heute Abend in Prag sein 77. Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft: Michael Ballack hat zuletzt beim FC Chelsea London wieder zu alter Form zurückgefunden

Die "Goldene Stadt" präsentierte sich genauso grau wie Frankfurt am Main. Mit leichter Verspätung und bei Regen landete die Chartermaschine des DFB gestern Nachmittag in Prag - ein ungemütlicher Empfang. Die Unterkunft entschädigte aber für das ungemütliche Wetter. Mit ihrem Bus fuhr die Nationalmannschaft ins Hotel "Four Seasons". Ein netter Ort, um sich auf das wichtigste Spiel des Jahres einzustimmen.

Heute Abend wird das EM-Qualifikationsspiel gegen den punktgleichen Gruppenzweiten Tschechien angepfiffen (20.45 Uhr, ARD live). Gestern Abend, 18 Uhr, durften sich die Spieler schon mal den Austragungsort anschauen. Beim Abschlusstraining im Stadion von Sparta Prag nutzte Joachim Löw die letzte Gelegenheit, seine Mannschaft mit einer kurzen Ansprache in die besondere Wettkampfstimmung zu bringen. "Das Stadion hier wird ausverkauft sein, es geht um die Tabellenspitze. Das ist einer dieser Festtage, auf die wir uns freuen", sagte der Bundestrainer.

Drei Punkte sind das Ziel

Die Zielsetzung für die Partie ist in den vergangenen Tagen häufig formuliert worden. Ein Sieg, drei Punkte und eine Vorentscheidung auf dem Weg zur EM 2008 sind ausgerufen worden. Schließlich hat schon der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann immer gepredigt, dass Erfolg hohe Ansprüche benötigt. Und damit das niemand vergisst, hat Michael Ballack gestern noch einmal daran erinnert. In den vergangenen Tagen hatte sich der Kapitän im Hintergrund gehalten, in Prag demonstrierte er noch einmal Selbstbewusstsein. "Was früher war, ist wurscht", sagte der Mittelfeldspieler des FC Chelsea in Bezug auf das blamable 1:2 bei der EM 2004 gegen Tschechiens B-Elf: "Heute haben wir eine ganz andere Mannschaft. Wir wollen gewinnen."

Löw hat sich in den vergangenen Tagen viele Gedanken darüber gemacht, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann. Mit seinem Trainerstab und dem Schweizer Chefanalytiker Urs Siegenthaler saß er oft zusammen, um die Schwachstellen des Gegners auszumachen und die Stärken seiner Elf optimal auszuspielen. Dabei gibt es für den 47-Jährigen neben taktischen Feinheiten zwei Hauptfragen: Wie kann Sturmriese Jan Koller gestoppt werden? Und: Wie wird das Fehlen des gesperrten Angreifers Miroslav Klose am effektivsten kompensiert?

Besonders vor dem 2,02 Meter langen Koller hat die deutsche Mannschaft großen Respekt. Ballack beschreibt ihn als einen "Wandspieler, der Eindruck macht", was in etwa bedeutet, dass er aufgrund seiner Physis nur schwer zu stoppen ist, Räume für seine Mitspieler schafft und geschickt den Ball abschirmen kann. Um Koller zumindest beinahe auf Augenhöhe zu begegnen, setzt Löw auf sein seit der WM eingespieltes Innenverteidiger-Pärchen Christoph Metzelder und Per Mertesacker, das dafür in der vergangenen Tagen mit DVD-Szenen und Taktikübungen geschult wurde. Die Prellung der Augenhöhle behindert Metzelder nicht mehr.

Kuranyi vermutlich zweiter Stürmer

Im Sturm muss der Bundestrainer umdisponieren. Lukas Podolski ist heute Abend gesetzt. Trotz seiner anfänglichen Probleme beim FC Bayern stand er für Löw nie zur Diskussion. Mittlerweile spielt der 21-Jährige, der in drei EM-Qualifikationsspielen sieben Tore erzielt hat, unter Trainer Ottmar Hitzfeld wieder regelmäßig. Und in der Nationalmannschaft ist er heute die Nummer eins im Angriff. "Es ist ein gutes Gefühl. Das Vertrauen des Trainers muss ich jetzt auf dem Platz zurückzahlen", sagt Podolski.

Wer neben dem Bayern-Spieler stürmen darf, behandelt Löw diskreter. "Ich werde es erst kurz vor dem Spiel entscheiden", sagte er. Die wahrscheinlichste Variante ist die mit Kevin Kuranyi. Der Schalker hatte zuletzt nicht nur in der Bundesliga, sondern auch beim Sieg über die Schweiz mit einem Treffer überzeugt. "Kevin hat eine starke physische Präsenz", lobte der Bundestrainer gestern noch einmal. Und auch Uwe Seeler, der als Ehrendelegationsmitglied erstmals mit der Nationalmannschaft zu einem Auswärtsspiel reiste, ist von dieser Kombination überzeugt: "Kevin kann den Part von Klose als Stoßstürmer in der Spitze übernehmen, Podolski kann sich dahinter etwas zurück fallen lassen", sagte der ehemalige Weltklasseangreifer.

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