28.07.09

Motorsport

Massa auf dem Weg der Besserung

Wie staatstragend Felipe Massas Unfall tatsächlich war, erwies sich am Montagmorgen. Istvan Bocskai, der Sprecher des ungarischen Verteidigungsministeriums, verkündete im nationalen Fernsehen die gute Nachricht vom Rekonvaleszenten.

- Der am Samstag auf dem Hungaro-Ring verunglückte Formel-1-Pilot könne seine Hände und Füße bewegen. Wenn die Ärzte ihn ansprechen würden, antworte Massa mit Bewegungen. Dies sei "ein gutes Zeichen".

Keine Komplikationen

Bocskai durfte die frohe Kunde verbreiten, weil Massa quasi Patient der Armee ist. Nach seinem Unfall war der Brasilianer ins Militärhospital von Budapest gebracht worden, wo Ärzte seine Kopfverletzungen behandelten und ihn in ein künstliches Koma versetzten. "Er wacht immer häufiger aus dem künstlichen Koma auf und ist in der Lage, sich aktiv zu unterhalten", sagte Bocskai. "Wir sind sehr optimistisch und haben die Hoffnung, dass eine langsame Erholung begonnen hat."

Jene Hoffnung teilte auch Ferrari-Sprecher Luca Colajanni. "Es gab keine Komplikationen", sagte er gestern. Massa habe "eine ruhige Nacht" im Militärhospital verbracht. Eine weitere Computertomographie solle neue Erkenntnisse über den Zustand des 28 Jahre alten Piloten bringen. Dr. Robert Veres, der Arzt, der Massa operiert hatte, riet aber noch zur Vorsicht. Der unmittelbar lebensbedrohliche Zustand sei zwar abgewendet, aber "Komplikationen könnten die Lage jederzeit wieder verschlimmern".

Auch das linke Auge ist laut Veres bei dem Unfall in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Ausmaß der Verletzung und eine eventuelle Beeinträchtigung der Sehkraft konnte der Mediziner gestern noch nicht abschätzen.

Besuch von di Montezemolo

Massa war in der Qualifikation zum Großen Preis von Ungarn mit etwa 190 Stundenkilometern frontal in einen Reifenstapel gekracht, nachdem er zuvor von einer etwa 800 Gramm schweren Stahlfeder am Helm getroffen worden war. Die Metallspirale hatte sich unmittelbar zuvor vom Zentraldämpfer an Rubens Barrichellos Brawn-Mercedes gelöst.

Gestern besuchte auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo den Rennfahrer im Krankenhaus. Massa wird mindestens sechs Wochen lang ausfallen. Somit müsste der WM-Zweite von 2008 auf die nächsten beiden Grand Prix in Valencia (23. August) und Spa-Francorchamps (30. August) verzichten. Als Ersatzfahrer plant sein Rennstall Ferrari mit Luca Badoer (37, Italien) und Marc Gene (35, Spanien), doch vielleicht gibt es am Ende auch die große Lösung.

An einem Comeback des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schumacher (40) gewinnen immer mehr Leute Gefallen. "Wäre ich Montezemolo, hätte ich keine Zweifel, Michael anzurufen", sagte etwa der ehemalige Formel 1-Champion Niki Lauda. "Alles hängt von ihm ab. Von den freien Piloten ist er der stärkste. Und mit Michael würde die Formel 1 um 20 Prozent an Interesse gewinnen." Überlegungen, die offenbar auch Schumachers einstiger Rennstall anstellt. "Es wäre falsch, jetzt schon Ja oder Nein zu sagen", sagte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali dem "Tagesspiegel". Konkret auf die Möglichkeit angesprochen, dass Schumacher Massa in Valencia ersetzen könnte, vermied Domenicali ein Dementi.

Schumacher selbst äußerte sich bislang nicht zu den Spekulationen. Sein Manager Willi Weber hatte am Sonntag ein Comeback seines Schützlings ausgeschlossen. Er weiß, das sein Klient wohl gar nicht in der Lage wäre, Kumpel Felipe Massa zu vertreten. Michael Schumacher war bei Testfahrten auf der Rennstrecke in Cartagena im Februar mit seinem Motorrad gestürzt und leidet noch immer an den Folgen einer Halswirbelverletzung. Außerdem herrscht bis Valencia ein Testverbot. Schumacher müsste ohne Praxis in den Ferrari steigen.

Quelle: BM
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