11.02.13

Spielertransfer

Lewandowskis Wechsel zu den Bayern rückt näher

In München sprechen schon alle über den BVB-Stürmer – nur die Verantwortlichen nicht

Von Julien Wolff und Oliver Müller

Handy, Kopfhörer oder Kapuze sind Gold wert für Fußballprofis. Mit ihnen können sie der Umwelt signalisieren: Ich will nichts von euch hören, ich will euch nichts sagen, mir wird das alles zu viel. Robert Lewandowski entschied sich für die Kapuze. Er zog sie sich ins Gesicht, setzte sich in den Katakomben des Dortmunder Stadions auf einen Stuhl, richtete den Blick auf einen Fernseher und sah, wie seine Borussia 1:4 (1:2) gegen den Hamburger SV verlor.

Der Nachmittag hatte gut begonnen für den Stürmer, in der 17. Spielminute hatte er das 1:0 erzielt. Doch die Hamburger drehten das Spiel, und Lewandowski sah nach einem Foul an Per Skjelbred die Rote Karte (31.). Der 24-Jährige trug also dazu bei, dass der FC Bayern München an diesem 21. Spieltag bereits Glückwünsche zur Meisterschaft erhielt. "Ich weiß nicht, wer die Bayern aufhalten soll", sagte Timo Hildebrand, Torhüter des FC Schalke 04.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat nach seinem 4:0 (2:0) gegen die Gelsenkirchener 15 Punkte Vorsprung auf Dortmund. Und so ist das große Thema in München nicht der souveräne Sieg, nicht die Vorentscheidung in der Meisterschaft, nicht die tolle Leistung des jungen Verteidigers David Alaba. Das große Thema ist: Lewandowski. Fand auch Mario Gomez und äußerte sich vielsagend zu den Gerüchten um den Dortmunder Star.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte gegen Schalke Daniel van Buyten, Thomas Müller und Mario Mandzukic draußen gelassen und dafür Jerome Boateng, Arjen Robben und Gomez aufgestellt, was selbst Präsident Uli Hoeneß überraschte. Heynckes' Plan ging auf. Gomez bereitete das 3:0 vor, schoss das 4:0 und lobte nach dem Spiel Heynckes. Es gebe nicht viele Trainer, die ihn aufgestellt hätten. "Ich bin ihm sehr dankbar. Er hat Mut, er hat echt einen Arsch in der Hose." Was er meint: Mandzukic trifft in nahezu jedem Spiel, an ihm hingegen gab es nach der schwachen Leistung im Länderspiel gegen Frankreich (2:1) Kritik. Und dazu die Gerüchte um eine Verpflichtung Lewandowskis im Sommer. Durch München geistert schon das Wort Vorvertrag, die Berater des polnischen Nationalspielers sollen sich mit der Klubführung des FC Bayern bereits einig sein. Das erzählt unter anderem Lothar Matthäus. Hoeneß ärgert das, Klubchef Karl-Heinz Rummenigge amüsiert es. Hoeneß spottete bei Sport1: "Lothar hat sich in den vergangenen Monaten mit Frauen beschäftigt, jetzt diskutiert er über neue Spieler beim FC Bayern."

Dementiert haben die Bayern-Bosse die Gerüchte um Lewandowski in der ganzen Woche aber nicht. "Ein Bekenntnis zu den Stürmern, die da sind, sieht anders aus", sagte Gomez. Er gab Einblick in seine Gefühlswelt und stellte die Verdienste der vorhandenen Angreifer in den Vordergrund. Als habe er den Eindruck, dass die Kluboberen diese nicht genug würdigen. Mandzukic habe in dieser Saison bereits 14 Tore erzielt (Lewandowski übrigens auch), und Claudio Pizarro sei ein toller Stürmer, betonte Gomez. Zu den Gerüchten um Lewandoski sagte er: "Wir nehmen das so hin." Wir, damit meinte er wohl die Bayern-Angreifer.

Seit der FC Bayern die Verpflichtung Pep Guardiolas für Sommer bekannt gegeben haben, spekulieren Fans und Experten über die Wünsche des spanischen Trainers. Viele meinen, dass Gomez nicht in sein System passe. Dass Guardiola einen Stürmer haben wolle, der mehr kombiniert, öfter die Position wechselt, flexibler ist – sofern Guardiola überhaupt mit einem Stürmer spielen lässt. Gomez sagt: "Irgendwann wird der Klub uns sagen, wie er plant." Sein Vertrag beim FC Bayern gilt bis 2016, er zählt zu den Topverdienern. "Ich bin sehr gern hier. Wenn das nicht mehr der Fall sein soll, muss man mir das sagen. Der Verein muss sich klar bekennen und sagen, was los ist." Gomez will seine Äußerungen keineswegs als Resignation verstanden wissen. "Ich sehe mich noch nicht weg. Wir werden sehen, was passiert."

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