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Hertha BSC

Maximilian Nicu: Problem mit der Nationalhymne

Nach Feierabend fängt die Arbeit für Maximilian Nicu erst richtig an. Wenn der Mittelfeldspieler von Hertha BSC das Training beendet hat, greift er sich in diesen Tagen als erstes seinen iPod.

- Allerdings nicht, um bei den neuesten Hits zu entspannen. Nein, der 26-Jährige hört sich die Melodie der rumänischen Nationalhymne an und lernt den Text dazu. "Eine Strophe kann ich immerhin schon", sagt Nicu und lacht.

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Viel Zeit zum Lernen der restlichen Verse bleibt dem Abiturienten nicht mehr. Denn am Samstag in einer Woche soll er zum ersten Mal für die Auswahl des osteuropäischen Staates spielen. In Constanta empfängt Rumänien im WM-Qualifikationsspiel Serbien, ehe die Mannschaft am 1. April in Klagenfurt gegen Österreich spielt. Damit er gegen Serbien sein Debüt geben kann, muss Nicu noch bürokratische Hürden überwinden.

Der Sohn rumänischer Eltern hatte bereits im Februar den rumänischen Pass beantragt. In dieser Woche teilte das Justizministerium in Bukarest mit, dass er die Staatsbürgerschaft erhält. Heute um 11 Uhr wird Nicu beim Konsulat in Berlin seinen Treueschwur leisten. Das Interesse an dem Hertha-Spieler in seiner Heimat ist riesig: Die ARD überträgt den Eid live für das rumänische Fernsehen. Und bei seinen Eltern rufen seit Tagen Freunde an und fragen, wann er endlich seinen Eid schwören darf. Dabei kann Nicu diesen noch gar nicht auswendig aufsagen. "Er hat aber nur drei Zeilen. Ich kriege das schon hin." Gestern telefonierte er eigens dafür mit dem rumänischen Konsul.

Dass er nicht perfekt rumänisch spricht, ist nicht verwunderlich: Nicu ist in Prien am Chiemsee geboren und aufgewachsen. Die Muttersprache seiner Ahnen hat er vor allem von seinen Großeltern gelernt. Auf Heimaturlaub war er zuletzt vor sieben Jahren. Er wird künftig die deutsche und rumänische Staatsangehörigkeit besitzen, denn Nicu sieht vor allem die Bundesrepublik als seine Heimat an. "Hätte ich meinen deutschen Pass abgeben müssen, um für Rumänien zu spielen, hätte ich mir das wohl noch mal überlegt."

Am Montag wird er in Bukarest zu einer ihm fremden Mannschaft stoßen. Seine Mitspieler kennt er nur von Fotos und Artikeln aus dem Internet und aus dem Fernsehen. "Persönlichen Kontakt habe ich zu keinem."

Nach dem Spiel beim VfB Stuttgart will er sich daher mit Nationalstürmer Ciprian Marica austauschen, der bei den Schwaben unter Vertrag steht. "Ich hoffe, dass er mich ein wenig unter seine Fittiche nimmt." Denn auch mit dem Nationaltrainer Victor Piturca hat Nicu noch nicht gesprochen. Doch die Verantwortlichen des Verbandes haben auch so zahlreiche Informationen über Herthas Mittelfeldspieler eingeholt. "Ich habe gehört, dass die jeden Pass und Fehlpass von mir analysieren."

Seine Familie sehe deshalb nur noch rumänisches Fernsehen und sei aufgeregter als er selbst. Damit sie am Samstag das Debüt ihres Sohnes hautnah miterleben können, bemüht er sich um Karten für die Partie. Und auch Marko Pantelic interessiert sich sehr dafür, ob Nicu zunächst nur auf der Ersatzbank sitzen oder spielen wird - der Hertha-Angreifer gehört dem serbischen Kader an. "Marko sagte mir, dass ich lieber nicht gegen sein Land spielen soll. Er macht eben seine Späße."

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