Im Fadenkreuz
Montag, 2. Juni 2008 11:29Erst in der vergangenen Woche warnte Generalbundesanwältin Monika Harms, das vermeintliche Sicherheitsgefühl der Deutschen vor möglichen terroristischen Anschlägen könne "trügerisch" sein.
Erst in der vergangenen Woche warnte Generalbundesanwältin Monika Harms, das vermeintliche Sicherheitsgefühl der Deutschen vor möglichen terroristischen Anschlägen könne "trügerisch" sein. Wie Recht sie hat - vielleicht auch, weil sie schon mehr wusste - bestätigen die jetzt bekannt gewordenen Pläne für ein terroristisches Verbrechen, das seinen Ausgangspunkt in Deutschland, wahrscheinlich am Frankfurter Flughafen, haben sollte. Den deutschen Sicherheitsbehörden ist damit bereits in einem frühen Stadium ein weiterer Ermittlungserfolg gelungen. Das bestärkt das Vertrauen in sie, macht aber zugleich deutlich, wie potenziell gefährdet auch Deutschland tatsächlich ist.
Es ist ja nicht das erste Mal, dass deutsche Dienste möglichen terroristischen Katastrophen rechtzeitig auf die Spur gekommen sind. Ende 2000 wurde ein Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt in letzter Stunde vereitelt, vier Jahre später in Berlin ein Mordkomplott gegen den damaligen irakischen Ministerpräsidenten Allawi aufgedeckt und im Juli scheiterten Kofferbombenanschläge in zwei Regionalzügen zwar nur wegen handwerklicher Fehler, doch der Täter wurde man schnell habhaft. Noch ist nichts über Hintermänner und Auftraggeber des aufgespürten neuen Terrorplans bekannt. Fragen wirft auch die schnelle Freilassung von fünf der sechs vorläufig festgenommenen Verdächtigen auf. Für nicht allzu große Professionalität spricht zudem der offenkundige Streit um die "Entlohnung" des Flughafenmitarbeiters. Wie auch immer die Antworten irgendwann lauten werden: Seit Deutschland außenpolitisch und militärisch verstärkt in den internationalem Kampf gegen den Terrorismus eingebunden ist, liegt auch unser Land im Fadenkreuz kriegerischer islamistischer Fundamentalisten. Diese Bedrohung wird auch zunehmend diffuser, seit der Kampf der "Heiligen Krieger" des Terrorismus gegen alles Westliche nicht mehr zentral gesteuert wird (Osama bin Laden gilt nur noch als "spiritus rector"). Anschläge wie die in Madrid und London oder der jetzt in Frankfurt aufgedeckte werden längst von autonomen regionalen Gruppen geplant und ausgeführt. Das macht die Aufklärungsarbeit noch schwieriger. Egal ob Können oder Glück - die deutschen Dienste leisten bislang gute Arbeit.























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